Schreibt Man Noch Sehr Geehrte Damen Und Herren

Hand aufs Herz: Wer von uns kritzelt noch freudestrahlend "Sehr geehrte Damen und Herren" unter seine E-Mails und Briefe? Mal ehrlich. Ist das nicht ein bisschen... gestrig? Ein bisschen wie Spitzendeckchen und Sonntagsbraten jeden Tag?
Ich weiß, ich weiß, einige von euch halten das für heilig. Für den Inbegriff von Respekt und Professionalität. Aber ich sage: Papperlapapp! Wir leben im 21. Jahrhundert! Die Dinosaurier sind ausgestorben! Und meine Oma hat endlich gelernt, wie man Emojis benutzt!
Klar, es gibt Situationen, da MUSS man das schreiben. Wenn man sich bei einer Behörde beschwert (obwohl, selbst da bin ich geneigt, zu rebellieren!). Oder wenn man eine wirklich wichtige Bewerbung schreibt, wo jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird. Aber im normalen Alltag? Im Büro? Bei E-Mails an Kollegen oder Dienstleister?
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Ich plädiere für mehr Lockerheit. Für mehr "Hallo" und "Guten Tag". Für ein herzliches "Moin", wenn man im Norden Deutschlands unterwegs ist. Oder einfach für ein klares, freundliches "Liebes Team von [Name der Firma],".
Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht gegen Höflichkeit. Ganz im Gegenteil! Ich finde, Höflichkeit ist unglaublich wichtig. Aber Höflichkeit sollte von Herzen kommen. Sie sollte echt sein. Und nicht einfach nur eine leere Floskel.

Dieses "Sehr geehrte Damen und Herren" ist oft so generisch, so unpersönlich. Es klingt, als hätte ein Roboter es geschrieben. Ein Roboter, der gerade ein Seminar über korrekte Geschäftskorrespondenz im Jahre 1950 besucht hat.
Und was ist eigentlich, wenn man gar nicht weiß, wer die E-Mail lesen wird? Wenn man an eine allgemeine E-Mail-Adresse schreibt? Ist es dann nicht fast schon ironisch, von "geehrten Damen und Herren" zu sprechen? Man ehrt ja niemanden konkret! Man ehrt... das Nichts! Das große, anonyme Postfach.
Ich finde, es gibt so viele schönere, persönlichere Alternativen. Wenn man weiß, wer der Ansprechpartner ist, kann man ihn oder sie direkt ansprechen. "Sehr geehrte Frau Müller," oder "Lieber Herr Schmidt,". Das ist doch viel freundlicher, oder?

Und wenn man den Namen nicht kennt? Dann kann man trotzdem kreativ sein. "Hallo liebes Team," oder "Guten Tag an alle,". Oder, mein persönlicher Favorit: "Hallo zusammen!". Einfach, ehrlich, unkompliziert.
Ich weiß, ich weiß, ich werde jetzt wahrscheinlich von allen Seiten gesteinigt. Die Sprachpolizei wird mich verhaften. Und meine Deutschlehrerin aus der Schule wird sich im Grabe umdrehen. Aber ich stehe zu meiner Meinung! Ich finde, wir sollten uns von diesem verstaubten Gruß verabschieden.

Lasst uns mutiger sein. Lasst uns kreativer sein. Lasst uns freundlicher sein. Lasst uns einfach "Hallo" sagen! Und wenn wir es doch mal mit "Sehr geehrte Damen und Herren" versuchen, dann vielleicht mit einem kleinen Augenzwinkern. Vielleicht mit einem Emoji dahinter.
Vielleicht bin ich ja auch einfach nur ein hoffnungsloser Fall. Ein Rebell gegen die Etikette. Aber ich glaube fest daran, dass es Zeit für einen Wandel ist. Zeit für eine neue, modernere Art der Anrede. Eine Art, die zu uns passt. Eine Art, die ehrlich ist. Und eine Art, die nicht klingt, als wäre sie aus einem Museum entliehen.
Also, was meint ihr? Bin ich komplett verrückt? Oder bin ich vielleicht doch nicht alleine mit meiner Meinung? Schreibt mir! Aber bitte, bitte, bitte, fangt eure E-Mail nicht mit "Sehr geehrte Damen und Herren" an!

Vielleicht einfach mit einem netten "Hallo"?
Oder, noch besser: Mit einem witzigen Emoji. Das wäre doch mal was!
Ich bin gespannt auf eure Antworten! Und ich verspreche, ich werde versuchen, nicht zu sehr zu meckern, wenn ihr mich doch mit "Sehr geehrte Damen und Herren" anschreibt. Aber innerlich werde ich trotzdem ein bisschen die Augen verdrehen. Sorry, aber ich bin halt, wie ich bin!
