Schön Das Ihr Da Wart Oder Ward

Okay, lasst uns über etwas sprechen, das so deutsch ist wie eine Brezel und so verwirrend wie der Bahn-Fahrplan am Montagmorgen: "Schön, dass ihr da wart" oder "Schön, dass ihr da ward". Klingt erstmal harmlos, oder? Aber warte mal ab…
Wir alle kennen diese Situation: Du bist auf einer Party, die so gut läuft, dass du dich fühlst, als wärst du gerade in einer Werbesendung für Glück. Die Musik ist super, die Leute sind entspannt, und der Gastgeber strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Am Ende des Abends, wenn die letzten Gäste sich verabschieden, kommt dieser Moment: "Schön, dass ihr da… wart/ward?"
Welche Form ist denn nun richtig? Ist es ein grammatikalischer Fauxpas, wenn man "ward" benutzt? Oder klingt "wart" einfach nur nach einer langweiligen Standardfloskel?
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Lass mich dir das so erklären: "Wart" ist die ganz normale, umgangssprachliche Vergangenheitsform von "seid" (ihr seid -> ihr wart). So weit, so gut. Jeder versteht das. Deine Oma, dein Mathelehrer, sogar dein Hund, wenn er Deutsch könnte.
Aber dann kommt "ward" ins Spiel. "Ward" ist die Präteritumform von "sein" (ihr seid -> ihr waret/ihr ward). Präteritum? Klingt nach einer Krankheit, die man sich in einem verlassenen Schloss einfängt, oder?

Und genau da liegt das Problem. Niemand redet im Alltag so. Stell dir vor, du bestellst im Restaurant und sagst: "Ich wünschte mir eine Currywurst, bitte." Klingt ein bisschen, naja, gestelzt, oder?
Wann also benutzt man "ward"?

Ganz einfach: Fast nie. Es sei denn, du schreibst gerade einen historischen Roman, trägst eine Rüstung oder zitierst Goethes Faust. Dann darfst du dich austoben. Ansonsten: Bleib bei "wart".
"Ward" – Ein Relikt aus vergangenen Zeiten
Denk an "ward" wie an diese alten Telefonzellen, die es früher mal gab. Sie stehen noch rum, sind irgendwie nostalgisch, aber niemand benutzt sie mehr. Genauso ist es mit "ward": Es existiert noch, aber in unserem modernen Sprachgebrauch hat es sich einfach überlebt.

Wenn du "ward" benutzt, riskierst du, dass die Leute dich komisch anschauen. Nicht, weil es grammatikalisch falsch wäre (technisch gesehen ist es das nicht), sondern weil es einfach ungewohnt klingt. So, als würdest du bei einem Date ein Gedicht auf Latein vortragen.
Die goldene Regel: Wenn du dir unsicher bist, sag "wart". Du machst damit garantiert nichts falsch. Es ist wie der kleine Schwarze im Kleiderschrank: Es passt einfach immer.

Aber, und das ist wichtig, wenn du "ward" aus ironischen Gründen benutzt, ist das natürlich was anderes. Wenn du also mit einem Augenzwinkern sagst: "Es freut mich sehr, dass ihr zu meinem spontanen Grillabend erschienen seiet", dann ist das lustig. Aber sei gewarnt: Deine Zuhörer müssen deinen Humor verstehen!
Also, das nächste Mal, wenn du am Ende einer Party stehst und dich für das Kommen bedanken willst, denk dran: "Schön, dass ihr da wart" ist die sichere Bank. Und wenn du "ward" benutzen willst, dann tu es mit Bedacht und einem Lächeln auf den Lippen. Denn am Ende des Tages geht es ja darum, dass die Leute sich wohlfühlen, egal welche Vergangenheitsform du benutzt.
Und jetzt: Prost! Auf einen gelungenen Abend – und auf die Verwirrungen der deutschen Sprache!
