Schmerzen Beim Sex Nach Geburt Mit Dammriss

Viele frischgebackene Mütter erleben nach der Geburt Schmerzen beim Sex. Das ist ein häufiges Problem, über das oft geschwiegen wird. Dieser Artikel richtet sich an Frauen, die diese Erfahrung machen, und bietet Informationen und Ratschläge, um damit umzugehen und wieder ein erfülltes Sexualleben zu genießen. Wir wollen das Tabu brechen und dir helfen, dich nicht allein zu fühlen!
Warum tut Sex nach der Geburt weh?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Sex nach der Geburt schmerzhaft sein kann. Besonders, wenn du einen Dammriss hattest, kann die Heilung Zeit brauchen und Beschwerden verursachen.
Die Rolle des Dammrisses
Ein Dammriss ist eine Verletzung des Gewebes zwischen Vagina und After, die während der Geburt entstehen kann. Er wird in verschiedene Grade eingeteilt, je nach Schwere der Verletzung. Selbst kleine Risse können zu Schmerzen führen, besonders beim Eindringen.
Must Read
Hier sind einige Faktoren, die Schmerzen nach einem Dammriss verursachen können:
- Heilungsprozess: Die Heilung des Dammrisses braucht Zeit. Narbengewebe kann entstehen, das weniger elastisch ist als normales Gewebe.
- Empfindlichkeit: Die Nervenenden im Dammbereich können nach der Verletzung sehr empfindlich sein.
- Entzündung: Auch nach der ersten Heilung kann es zu Entzündungen kommen, die Schmerzen verursachen.
- Vernarbung: Starke Vernarbung kann die Dehnbarkeit des Damms einschränken und Schmerzen verursachen.
Weitere Ursachen für Schmerzen beim Sex nach der Geburt
Auch wenn kein Dammriss vorliegt, können andere Faktoren zu Schmerzen beim Sex beitragen:
- Hormonelle Veränderungen: Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel, was zu Scheidentrockenheit führen kann. Trockene Scheidenwände können Reibung und Schmerzen beim Sex verursachen.
- Stillen: Stillen kann den Östrogenspiegel zusätzlich senken und die Scheidentrockenheit verstärken.
- Erschöpfung: Die ersten Monate mit einem Baby sind anstrengend. Müdigkeit kann die Libido verringern und die Schmerzempfindlichkeit erhöhen.
- Psychische Belastung: Stress, Ängste und Depressionen nach der Geburt können sich ebenfalls negativ auf das Sexualleben auswirken.
- Gebärmutterrückbildung: Die Gebärmutter zieht sich nach der Geburt zusammen, was auch zu Schmerzen führen kann, besonders bei Orgasmen.
- Beckenbodenschwäche: Die Muskulatur des Beckenbodens wird durch die Schwangerschaft und Geburt stark beansprucht. Eine Schwäche dieser Muskulatur kann zu Schmerzen beim Sex führen.
Was kannst du tun, um Schmerzen zu lindern?
Es gibt viele Dinge, die du tun kannst, um die Schmerzen beim Sex nach der Geburt zu lindern und dein Sexualleben wieder in Schwung zu bringen. Wichtig ist, geduldig mit dir selbst zu sein und dir Zeit zu geben.
Sprich darüber!
Der wichtigste Schritt ist, mit deinem Partner über deine Schmerzen zu sprechen. Erkläre ihm, was du fühlst und was dir unangenehm ist. Offene Kommunikation ist essenziell für eine erfüllte Beziehung und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Scheue dich auch nicht, mit deinem Arzt oder deiner Hebamme über deine Beschwerden zu sprechen. Sie können dir helfen, die Ursache der Schmerzen zu finden und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu empfehlen.
Geduld und Zeit
Gib deinem Körper Zeit, sich zu erholen. Die Heilung eines Dammrisses kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Versuche nicht, zu früh wieder mit dem Sex anzufangen, wenn du noch Schmerzen hast.
Empfehlungen zur Wartezeit:
- Warte mindestens, bis der Wochenfluss aufgehört hat.
- Gib deinem Körper mindestens 6 Wochen Zeit zur Erholung, bevor du wieder Sex hast.
- Höre auf dein Körpergefühl und beginne erst dann wieder mit dem Sex, wenn du dich bereit fühlst.
Gleitmittel verwenden
Scheidentrockenheit ist ein häufiges Problem nach der Geburt. Verwende ein Gleitmittel auf Wasserbasis, um die Reibung zu verringern und Schmerzen zu vermeiden. Es gibt viele verschiedene Gleitmittel auf dem Markt. Probiere am besten verschiedene aus, um das für dich passende zu finden.

Positionen ausprobieren
Experimentiere mit verschiedenen Sexpositionen, um herauszufinden, welche für dich am angenehmsten sind. Positionen, bei denen du die Kontrolle über die Tiefe und Geschwindigkeit hast, können hilfreich sein.
Beispiele für schonende Positionen:
- Frau oben: Du hast die Kontrolle über die Tiefe und Geschwindigkeit.
- Seitliche Position: Weniger Druck auf den Dammbereich.
- Löffelchenstellung: Ermöglicht Nähe und Intimität ohne direkten Druck.
Beckenbodentraining
Beckenbodentraining kann helfen, die Muskulatur des Beckenbodens zu stärken und die Durchblutung zu verbessern. Dies kann Schmerzen beim Sex reduzieren und die sexuelle Funktion verbessern. Frage deine Hebamme oder deinen Arzt nach geeigneten Übungen.
So funktioniert Beckenbodentraining:

- Anspannen und Entspannen: Spanne die Beckenbodenmuskulatur an, als ob du den Urinfluss unterbrechen möchtest, und halte die Spannung für einige Sekunden. Entspanne die Muskulatur anschließend wieder vollständig.
- Wiederholungen: Wiederhole die Übung mehrmals täglich.
- Variationen: Es gibt verschiedene Variationen der Übung, z.B. schnelles Anspannen und Entspannen oder langes Halten der Spannung.
Feuchtigkeitspflege
Auch die regelmäßige Anwendung von Feuchtigkeitscremes oder Vaginalzäpfchen mit Hyaluronsäure kann helfen, die Scheidentrockenheit zu lindern und die Scheidenwände geschmeidig zu halten. Sprich mit deinem Arzt oder Apotheker über geeignete Produkte.
Lokale Östrogencreme
Wenn die Scheidentrockenheit sehr stark ist, kann dein Arzt dir eine lokale Östrogencreme verschreiben. Diese Creme wird in die Scheide eingeführt und hilft, den Östrogenspiegel lokal zu erhöhen. Achte aber auf eine ausführliche Beratung durch deinen Arzt!
Dehnungsübungen
Wenn du Narbengewebe im Dammbereich hast, können Dehnungsübungen helfen, die Flexibilität des Gewebes zu verbessern und Schmerzen zu reduzieren. Sprich mit deinem Arzt oder Physiotherapeuten über geeignete Übungen.
Wie Dehnungsübungen funktionieren:

- Sanfte Massage: Massiere das Narbengewebe sanft mit den Fingern.
- Dehnung mit den Fingern: Führe einen Finger in die Vagina ein und dehne das Narbengewebe vorsichtig.
- Verwendung eines Dilators: Ein Dilator ist ein kegelförmiger Gegenstand, der in die Vagina eingeführt wird, um das Gewebe zu dehnen.
Alternative Therapien
Einige Frauen finden auch Hilfe durch alternative Therapien wie Akupunktur, Yoga oder Osteopathie. Diese Therapien können helfen, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung im Beckenbereich zu verbessern.
Achtsamkeit und Entspannung
Stress und Anspannung können die Schmerzen verstärken. Versuche, dich zu entspannen und Stress abzubauen. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können dir dabei helfen.
Alternativen zum Geschlechtsverkehr
Sex muss nicht immer Geschlechtsverkehr bedeuten. Es gibt viele andere Möglichkeiten, Intimität und Nähe mit deinem Partner zu genießen, z.B. Küssen, Streicheln, Massagen oder gemeinsames Kuscheln. Finde heraus, was euch beiden Spaß macht!
Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?
In den meisten Fällen bessern sich die Schmerzen beim Sex nach der Geburt von selbst oder mit den oben genannten Maßnahmen. Es gibt jedoch Situationen, in denen du einen Arzt aufsuchen solltest:
- Wenn die Schmerzen sehr stark sind und nicht besser werden.
- Wenn du Fieber oder andere Anzeichen einer Infektion hast.
- Wenn du das Gefühl hast, dass der Dammriss nicht richtig verheilt.
- Wenn du unter starken psychischen Belastungen leidest.
- Wenn du dir unsicher bist, was du tun sollst.
Fazit
Schmerzen beim Sex nach der Geburt mit Dammriss sind ein häufiges Problem, das aber behandelbar ist. Sprich mit deinem Partner und deinem Arzt darüber, sei geduldig mit dir selbst und probiere verschiedene Maßnahmen aus, um die Schmerzen zu lindern. Mit der Zeit und der richtigen Behandlung kannst du wieder ein erfülltes Sexualleben genießen. Du bist nicht allein! Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die sexuelle Gesundheit ein wichtiger Teil des allgemeinen Wohlbefindens ist. Zögere nicht, dir Hilfe zu suchen, um wieder Freude an Intimität und Nähe zu finden. Dein Körper hat Großes geleistet. Gib ihm die Zeit und Unterstützung, die er braucht, um zu heilen und sich wieder wohlzufühlen.
