Rezensionen Für Wer Ohne Schuld Ist

Okay, Leute, lasst uns ehrlich sein. Über "Wer ohne Schuld ist..." (Originaltitel: A Time to Kill). Ja, der Film mit Matthew McConaughey. Und ja, ich habe eine Meinung dazu. Eine, die vielleicht...nun ja, nicht jedem gefällt.
Ich meine, der Film ist lang. Sehr lang. Ich habe Filme gesehen, die gefühlt schneller vorbei waren, während ich mein Steuererklärung gemacht habe. Und das will was heißen.
Die Heldenreise (oder doch eher ein Marathon?)
Klar, es geht um einen jungen Anwalt, der für Gerechtigkeit kämpft. Klingt gut, oder? Heldengeschichte, Happy End, Taschentuchalarm. Aber irgendwie... zieht es sich.
Must Read
Ich will McConaughey ja nichts Böses. Ich liebe ihn in Dallas Buyers Club. Und in Werbespots für Autos. Aber hier? Manchmal denke ich, er hat vergessen, dass es sich um einen Film handelt und nicht um eine dreistündige Gerichtsverhandlung in Echtzeit.
Die Plädoyers. Oje, die Plädoyers! Ich schwöre, ich habe fast einen Juraabschluss bekommen, nur vom Zuhören. Ich glaube, sogar die Jury im Film sah irgendwann so aus, als würden sie heimlich Sudoku lösen.

Samuel L. Jackson – Der Lichtblick im Dunkel (oder Langen)
Okay, einen Punkt muss ich dem Film lassen: Samuel L. Jackson. Er ist einfach grandios. Jede Szene mit ihm ist Gold wert. Er verkörpert die Wut, die Trauer, die Verzweiflung… Er ist die emotionale Achterbahnfahrt, die der Rest des Films irgendwie... verpasst.
Und dann diese eine Szene. Ihr wisst schon, welche ich meine. Die im Gerichtssaal. Wo McConaughey... versucht, die Jury zu überzeugen. Ich sag’s mal so: Hätte ich in der Jury gesessen, hätte ich wahrscheinlich schon längst nach Popcorn gefragt und gehofft, dass gleich ein Trailer für einen kürzeren Film kommt.

Ich übertreibe natürlich. Ein bisschen. Vielleicht. Aber der Punkt ist: Der Film ist ein Brocken. Ein ambitionierter Brocken, aber eben auch ein Brocken.
Gerechtigkeit ist nicht immer...unterhaltsam?
Ich weiß, ich weiß. Der Film behandelt wichtige Themen. Rassismus. Gerechtigkeit. Selbstjustiz. Schwere Kost, ganz klar. Aber manchmal frage ich mich, ob die Botschaft nicht effektiver hätte sein können, wenn sie in einem etwas... verdaulicheren Format verpackt worden wäre.
Ich meine, ich bin ja nicht gegen anspruchsvolle Filme. Ich liebe anspruchsvolle Filme! Aber ich liebe auch Pizza. Und manchmal will ich einfach nur Pizza, ohne vorher einen philosophischen Aufsatz über die Beschaffenheit von Käse lesen zu müssen.

Vielleicht ist das mein Problem. Ich erwarte von einem Film, dass er mich unterhält. Und Wer ohne Schuld ist... Ich würde sagen, er fordert mich eher heraus. Er fordert meine Geduld. Meine Aufmerksamkeitsspanne. Meinen Koffeinspiegel.
Ich will den Film nicht schlechtreden. Er hat seine Momente. Er hat starke Darsteller. Er hat eine wichtige Geschichte zu erzählen. Aber für mich persönlich ist er einfach… zu viel.

Unpopuläre Meinung: Es gibt kürzere Wege zur Gerechtigkeit (und zum Filmerlebnis)
Also, hier ist meine unpopuläre Meinung: Es gibt bessere Filme über Gerechtigkeit. Es gibt kürzere Filme über Gerechtigkeit. Und es gibt Filme, die mich nicht das Gefühl geben, dass ich eine komplette Staffel einer Gerichts-Serie verpasst habe.
Sorry, McConaughey. Du bist trotzdem super. Aber manchmal ist weniger eben mehr.
Und jetzt, steinigt mich. Oder gebt mir recht. Ich bin gespannt, was ihr denkt.
