Regulation Ec 1272 2008

Also, ich muss mal was loswerden. Es geht um Regulation (EC) No 1272/2008, oder, wie ich sie liebevoll nenne: "Die Chemikalien-Etiketten-Hölle". Ja, ich weiß, das klingt dramatisch. Aber haltet mich nicht auf, bevor ich's euch erklärt habe!
Klar, Sicherheit geht vor. Niemand will, dass Tante Erna versehentlich Salzsäure ins Müsli kippt. Aber die ätzenden, explosionsartigen, toten-Fisch-artigen Symbole…brauchen wir wirklich alle?
Ich meine, schaut euch mal Reiniger an. Früher, eine fröhliche Flasche mit blumigen Bildern. Jetzt? Ein Potpourri an Warnhinweisen. Man könnte meinen, ich plane eine chemische Kriegsführung, anstatt nur das Badezimmer zu putzen.
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Die Kunst des Etiketten-Lesens
Und diese Sätze! H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. H411: Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. Klingt wie eine Inhaltsangabe für den nächsten Horrorfilm, oder?
Ich gebe zu, ich bin kein Chemiker. Aber manchmal frage ich mich, ob die Leute, die diese Etiketten entwerfen, auch nur eine Sekunde darüber nachdenken, wie sie auf normale Menschen wirken. Ich habe das Gefühl, die Hälfte der Zeit verstehe ich nicht mal, was sie mir sagen wollen, außer: "Lauf! Renn so schnell du kannst!"

"Aber Max," höre ich euch schon sagen, "Sicherheit ist wichtig!"
Ja, ist sie. Keine Frage. Aber muss sie so... beängstigend sein? Könnten wir nicht vielleicht ein bisschen mehr auf Klarheit und Verständlichkeit setzen? Oder vielleicht einfach ein paar weniger Totenköpfe?
Die Unpopular Opinion
Hier kommt meine unpopular opinion: Ich glaube, ein Teil dieses Übereifers dient mehr der juristischen Absicherung als dem tatsächlichen Schutz. Die Hersteller wollen einfach sicherstellen, dass sie nicht verklagt werden können, wenn Oma Hildegard den Abflussreiniger trinkt.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin froh, dass es Regeln gibt. Ohne Regeln würden wir wahrscheinlich alle in einer Wolke aus hochgiftigen Dämpfen leben. Aber manchmal habe ich das Gefühl, die Regulation (EC) No 1272/2008 hat es ein bisschen übertrieben.

Stellt euch vor: Ihr wollt einfach nur euren Lieblingspulli färben. Früher ein Kinderspiel. Heute? Ihr müsst Handschuhe, Schutzbrille und einen Ganzkörperanzug tragen. Und nach dem Färben seid ihr euch nicht sicher, ob der Pulli oder ihr selbst jetzt gefährlicher für die Umwelt ist.
Zurück zu den Wurzeln (oder zumindest zu etwas weniger Abschreckendem)
Ich plädiere nicht für eine Rückkehr zum Wilden Westen der Chemikalien. Aber vielleicht könnten wir die Etiketten ein bisschen... freundlicher gestalten? Weniger apokalyptisch? Ein bisschen mehr so, dass man nicht gleich einen Herzinfarkt bekommt, wenn man versucht, das Spülmittel zu benutzen?

Vielleicht bin ich ja der Einzige, der so denkt. Vielleicht bin ich einfach nur ein bisschen zu sensibel für all diese Warnhinweise. Aber ich glaube, ein bisschen mehr Humor und ein bisschen weniger Panikmache würden uns allen guttun.
Und vielleicht, nur vielleicht, könnte die EU ja mal darüber nachdenken, die Regulation (EC) No 1272/2008 ein kleines bisschen zu...entschärfen. Nur ein bisschen. Für Tante Erna. Und für mein Nervenkostüm.
Ich gehe jetzt mal eine Runde im Wald spazieren. Ohne Chemikalien. Nur mit frischer Luft. Und ohne Etiketten.
