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Rabbit Proof Fences In Australia


Rabbit Proof Fences In Australia

Stell dir vor, du hast einen riesigen Garten, so gross wie ein ganzes Bundesland! Und jetzt stell dir vor, ein unglaublich hungriger Nachbar versucht ständig, alles aufzufressen, was du anpflanzt. Nervig, oder? Genau das war die Situation in Australien vor über hundert Jahren – nur waren die "hungrigen Nachbarn" eben keine Menschen, sondern Kaninchen. Und der "Garten" war ganz Westaustralien.

Ja, richtig gelesen. Kaninchen. Diese putzigen kleinen Fellknäuel, die wir vielleicht als Haustiere kennen, waren eine regelrechte Pest. Sie wurden im 19. Jahrhundert nach Australien eingeschleppt und vermehrten sich rasend schnell. Kein Wunder, denn hier gab es keine natürlichen Feinde, die ihren Appetit zügeln konnten. Und was machten die Kaninchen? Sie frassen die Ernten der Farmer, zerstörten Weideland und brachten die einheimische Flora und Fauna in Gefahr. Stell dir vor, du hast eine wunderschöne Blumenwiese, und innerhalb weniger Tage ist alles kahl gefressen! Katastrophe, oder?

Die Idee: Eine Mega-Mauer gegen Mümmelmänner

Also musste etwas unternommen werden. Und die Lösung, die sich die Australier ausdachten, war… nun ja, gigantisch. Sie bauten einen Zaun. Nicht irgendeinen Zaun, sondern den Rabbit-Proof Fence. Ein Zaun, der so lang war, dass man ihn sich kaum vorstellen kann.

Dieser Zaun war wie eine riesige, stählerne Grenze, die sich durch die Landschaft zog. Er sollte die Kaninchen davon abhalten, in die fruchtbaren Gebiete Westaustraliens einzudringen. Man baute nicht nur einen Zaun, sondern gleich drei: Nummer 1, Nummer 2 und Nummer 3. Zaun Nummer 1 war der längste und berühmteste, und er erstreckte sich über unglaubliche 1.833 Kilometer! Das ist so, als würde man von Hamburg nach Rom laufen – nur eben am Zaun entlang.

Warum sollte dich das interessieren? Weil es eine unglaubliche Geschichte von Einfallsreichtum, Durchhaltevermögen und einer gehörigen Portion Verzweiflung ist. Es ist eine Geschichte darüber, wie der Mensch versucht hat, die Natur zu kontrollieren – mit gemischtem Erfolg, wohlgemerkt.

The Rabbit | The Wildlife
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Wie ein Gartenzaun, nur 1800 Kilometer länger

Stell dir den Zaun nicht als massive Betonmauer vor. Es war eher wie ein sehr, sehr langer Gartenzaun, nur eben viel robuster und mit Stacheldraht versehen. Er bestand hauptsächlich aus Drahtgeflecht, das an Holzpfählen befestigt war. Und er musste ständig kontrolliert und repariert werden, um sicherzustellen, dass keine Kaninchen hindurchkamen.

Das war eine riesige Aufgabe, die von sogenannten "Fence Riders" erledigt wurde. Diese Männer (und manchmal auch Frauen) ritten auf Pferden oder fuhren mit Kamelen entlang des Zauns und suchten nach Löchern, Beschädigungen und natürlich nach Kaninchen. Ihr Job war wie der eines Hausmeisters, nur dass ihr "Haus" fast 2000 Kilometer lang war. Sie lebten oft in abgelegenen Hütten entlang des Zauns und waren die einzigen Menschen weit und breit.

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Das ist wie bei deinem Hamsterkäfig, den du auch regelmässig checkst, damit der kleine Racker nicht ausbricht und die ganze Wohnung unsicher macht. Nur war hier der "Hamster" eben ein Kaninchen und die "Wohnung" ein ganzes Bundesland.

Hat's was gebracht?

Die Frage ist natürlich: Hat der Rabbit-Proof Fence überhaupt funktioniert? Die Antwort ist kompliziert. Er hat zwar geholfen, die Ausbreitung der Kaninchen zu verlangsamen, aber er konnte sie nicht komplett aufhalten. Die Kaninchen waren einfach zu zahlreich und zu hartnäckig.

File:European Rabbit, Lake District, UK - August 2011.jpg - Wikipedia
File:European Rabbit, Lake District, UK - August 2011.jpg - Wikipedia

Trotzdem war der Zaun ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Kaninchenplage. Er gab den Farmern etwas Zeit, ihre Ernten zu schützen, und er trug dazu bei, das Bewusstsein für die Bedrohung durch eingeschleppte Arten zu schärfen.

Heutzutage ist der Rabbit-Proof Fence ein Denkmal für eine vergangene Ära. Teile des Zauns stehen noch immer und erinnern an eine Zeit, als Australien einen epischen Kampf gegen eine Armee von Kaninchen führte. Er ist ein Symbol für den menschlichen Einfallsreichtum und die ständige Herausforderung, im Einklang mit der Natur zu leben. Und er zeigt uns, dass selbst die kleinsten Lebewesen eine grosse Wirkung haben können – im Guten wie im Schlechten. Die Geschichte des Rabbit-Proof Fence ist also mehr als nur eine Geschichte über einen Zaun. Es ist eine Geschichte über uns selbst.

Denk das nächste Mal, wenn du einen Gartenzaun siehst, an den Rabbit-Proof Fence in Australien. Er mag zwar nur ein bisschen Draht und Holz sein, aber er steht für eine riesige Geschichte und eine wichtige Lektion. Und vielleicht erinnert er dich daran, dass manchmal selbst die verrücktesten Ideen einen Versuch wert sind.

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