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Poverty Of Stimulus Argument


Poverty Of Stimulus Argument

Stell dir vor, du bist ein Baby. Ein winziges, süßes Baby mit riesigen Augen und noch riesigerem Hunger auf die Welt. Du liegst da, strampelst, gluckst und hörst um dich herum…Kauderwelsch! Zumindest klingt es so. Mama und Papa brabbeln vor sich hin, Onkel Herbert erzählt wieder mal die Geschichte von seinem Angeltrip und die Katze miaut auch noch dazwischen. Und aus diesem ganzen Chaos sollst du eine Sprache lernen? Verrückt!

Der Armutszeugnis-Zoff

Genau das ist der Kern des "Poverty of Stimulus"-Arguments. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Im Grunde besagt es: Die Daten, die wir als Kinder bekommen, um eine Sprache zu lernen, sind unvollständig, fehlerhaft und manchmal schlichtweg falsch. Trotzdem lernen wir die Sprache perfekt! Wie ist das möglich? Das ist doch, als würde man versuchen, ein IKEA-Regal ohne Anleitung und mit fehlenden Schrauben zusammenzubauen. Unmöglich, oder?

Einige schlaue Köpfe – Noam Chomsky war einer der ersten – haben sich darüber den Kopf zerbrochen. Sie fragten sich: Wie kann ein Kind aus diesem sprachlichen Chaos etwas so Komplexes wie Grammatik ableiten? Die Antwort, die sie vorschlugen, ist ziemlich radikal: Wir haben schon ein kleines Sprach-Installationsprogramm im Kopf! Eine Art vorinstallierte Grammatik, die uns hilft, das Chaos zu ordnen.

Die kaputte Kaffeemaschine

Um das zu verdeutlichen, stell dir vor, du kaufst eine super komplizierte Kaffeemaschine. Die Bedienungsanleitung ist ein Witz, voller Fehler und unverständlicher Sätze. Trotzdem schaffst du es irgendwie, Kaffee zu kochen. Vielleicht, weil du schon weißt, wie eine Kaffeemaschine im Großen und Ganzen funktioniert? Vielleicht hast du schon mal bei deinem Nachbarn gespickt oder dir ein YouTube-Video angesehen? Oder, noch verrückter, vielleicht hast du einfach ein inneres Gefühl dafür, wie man Kaffee kocht! (Okay, vielleicht nicht ganz, aber das Prinzip ist ähnlich.)

Das "Poverty of Stimulus"-Argument besagt, dass unsere innere Sprach-Kaffeemaschine (also unser Gehirn) schon mit einem Grundverständnis der Grammatik ausgestattet ist. Dieses Grundverständnis hilft uns, die unvollständigen und fehlerhaften Informationen, die wir von unserer Umgebung erhalten, zu filtern und zu interpretieren.

PPT - Language, Mind, and Brain by Ewa Dabrowska PowerPoint
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Beispiele gefällig?

Nehmen wir an, du hörst immer wieder Sätze wie: "Mama geht zum Supermarkt" oder "Papa kocht Essen". Du wirst wahrscheinlich irgendwann verstehen, dass "Mama" und "Papa" Subjekte sind und "gehen" und "kochen" Verben. Aber was, wenn du auch Sätze hörst wie "Geht Mama?" oder "Am Supermarkt Mama"? Diese Sätze sind grammatikalisch falsch, aber trotzdem verstehen wir, was gemeint ist. Warum? Weil unser inneres Sprach-Installationsprogramm uns sagt, dass die normale Satzstruktur in etwa so aussieht: Subjekt-Verb-Objekt.

Ein weiteres Beispiel: Kinder machen oft Fehler wie "Ich habe gegangt" anstatt "Ich bin gegangen". Das ist kein Zufall! Sie wenden einfach die Regeln an, die sie gelernt haben (zum Beispiel, dass man im Perfekt "ge-" vor das Verb setzt), auch wenn diese Regeln nicht immer perfekt passen. Das zeigt, dass sie aktiv versuchen, die Grammatik der Sprache zu verstehen, anstatt einfach nur Wörter nachzuplappern.

10 the poverty of the stimulus argument
10 the poverty of the stimulus argument

Kritik und Kaffeeklatsch

Natürlich gibt es auch Kritiker des "Poverty of Stimulus"-Arguments. Einige argumentieren, dass Kinder doch viel mehr Daten erhalten, als wir denken. Vielleicht ist die Sprache, die wir ihnen anbieten, gar nicht so chaotisch, wie sie scheint. Vielleicht sind wir einfach nur zu pessimistisch, was die sprachlichen Fähigkeiten von Babys angeht!

"Die Frage ist nicht, ob Kinder genügend Input bekommen, sondern wie sie ihn verarbeiten!" - Ein imaginärer Professor, der gerade seinen Kaffee verschüttet hat.

(PDF) Criticism of the Poverty of the Stimulus Argument (POSA)
(PDF) Criticism of the Poverty of the Stimulus Argument (POSA)

Und andere sagen, dass Kinder einfach sehr gut darin sind, Muster zu erkennen. Sie lernen durch Beobachtung und Nachahmung, und das reicht, um eine Sprache zu meistern. Es braucht keine vorinstallierte Grammatik, nur ein scharfes Auge und ein gutes Gedächtnis.

Egal, wer Recht hat, das "Poverty of Stimulus"-Argument ist auf jeden Fall ein faszinierender Denkanstoß. Es zwingt uns, darüber nachzudenken, wie wir Sprache lernen und was das über unsere inneren Fähigkeiten aussagt. Und hey, vielleicht hilft es uns ja auch, ein bisschen nachsichtiger mit den sprachlichen Fehlern unserer Kinder (und von uns selbst!) zu sein. Schließlich ist das Erlernen einer Sprache wie das Zusammensetzen eines IKEA-Regals: Manchmal braucht es eben ein bisschen mehr Geduld und Kreativität, als man denkt.

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