Plus Que Parfait Avoir

Stell dir vor: Du bist auf einer Party, plauderst angeregt mit jemandem über deinen Urlaub in Paris. Und dann rutscht dir raus: "Ach, ich war schon in Paris... letztes Jahr." Und dein Gesprächspartner schaut dich komisch an und sagt: "Ich war auch schon in Paris... vor zehn Jahren!" Autsch. Peinlich. Denn du wolltest ja eigentlich sagen, dass du bevor letztes Jahr schon mal in Paris warst, also vor deinem letzten Besuch. Was hättest du sagen sollen? Voilà, mein Freund, hier kommt das Plus-Que-Parfait ins Spiel!
Okay, okay, Plus-Que-Parfait klingt erstmal bedrohlich. Superlative im Französischen sind ja generell gern mal etwas... theatralisch. Aber keine Panik! Es ist eigentlich ziemlich simpel und super nützlich, wenn du mal richtig angeben willst, ähm, ich meine, präzise ausdrücken willst, was du schon alles erlebt hast, bevor du andere Dinge erlebt hast. (Merk dir das mit dem "bevor", das ist der Schlüssel!)
Was ist das Plus-Que-Parfait überhaupt?
Im Grunde ist das Plus-Que-Parfait die französische Version des deutschen Plusquamperfekts – auch bekannt als Vorvergangenheit. Es beschreibt eine Handlung, die vor einer anderen Handlung in der Vergangenheit stattgefunden hat. Quasi die Vergangenheit der Vergangenheit. Ja, klingt kompliziert, ist es aber nicht wirklich. Versprochen!
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Denk einfach an eine Zeitleiste. Da ist ein Zeitpunkt in der Vergangenheit, an dem etwas passiert ist (sagen wir, dein letzter Paris-Besuch). Und dann gibt es noch einen früheren Zeitpunkt in der Vergangenheit, an dem noch etwas anderes passiert ist (z.B. dein allererster Paris-Besuch). Das Plus-Que-Parfait beschreibt dann eben dieses "noch etwas anderes".
Wichtig: Wir reden hier immer über die Vergangenheit! Nicht über die Zukunft oder Gegenwart. Das Plus-Que-Parfait ist ein reiner Vergangenheits-Trip.

Plus-Que-Parfait mit Avoir: So geht's!
Jetzt wird's konkret. Wir konzentrieren uns hier auf das Plus-Que-Parfait mit dem Hilfsverb avoir ("haben"). Das ist der häufigste Fall. (Es gibt auch das Plus-Que-Parfait mit être, "sein", aber das heben wir uns für ein anderes Mal auf. Nicht, dass du noch einen Nervenzusammenbruch bekommst! 😉)
Die Formel ist eigentlich ganz einfach:

Hilfsverb avoir im Imparfait + Participe Passé des Hauptverbs
Hä? Imparfait? Participe Passé? Keine Angst, wir brechen das auf!

- Imparfait von avoir: Das ist die Vergangenheitsform von "haben". Das kennst du bestimmt: j'avais, tu avais, il/elle/on avait, nous avions, vous aviez, ils/elles avaient.
- Participe Passé: Das ist die Partizipform des Verbs. Bei regelmäßigen Verben auf -er ist es ganz easy: einfach -é anhängen (z.B. *parler -> parlé). Bei -ir und -re Verben gibt es auch Regeln, aber am besten lernst du die unregelmäßigen Formen einfach auswendig. (Ja, ich weiß, Vokabeln lernen ist doof. Aber es hilft!)
Beispiele gefällig? Aber klar doch!
- J'avais déjà mangé quand il est arrivé. (Ich hatte schon gegessen, als er ankam.) – Ich hatte gegessen (Plus-Que-Parfait), bevor er ankam (Passé Composé).
- Tu avais vu ce film avant moi. (Du hattest diesen Film vor mir gesehen.) – Du hattest den Film gesehen (Plus-Que-Parfait), bevor ich ihn gesehen habe (auch Passé Composé, hier aber implizit).
- Elle avait fini ses devoirs avant de sortir. (Sie hatte ihre Hausaufgaben erledigt, bevor sie rausgegangen ist.) – Sie hatte die Hausaufgaben erledigt (Plus-Que-Parfait), bevor sie rausgegangen ist (Passé Composé).
Siehst du? Gar nicht so schlimm, oder? Konzentriere dich einfach auf die Reihenfolge der Ereignisse und verwende das Plus-Que-Parfait für die Handlung, die vorher stattgefunden hat.

Warum das Plus-Que-Parfait wichtig ist (und wann du es wirklich brauchst)
Okay, zugegeben, im normalen Gespräch kommt das Plus-Que-Parfait vielleicht nicht ständig vor. Aber in bestimmten Situationen ist es Gold wert. Zum Beispiel, wenn du eine Geschichte erzählst und die Chronologie klarstellen musst. Oder wenn du jemandem erklären willst, warum du etwas getan hast (oder nicht getan hast). Dann ist das Plus-Que-Parfait dein bester Freund.
Und mal ehrlich: Es klingt auch einfach viel eleganter, als immer nur das Passé Composé zu verwenden. 😉 Denk dran: Du willst ja schließlich nicht, dass dich jemand komisch anschaut, weil du deine Paris-Besuche zeitlich durcheinander bringst!
Also, üben, üben, üben! Und keine Angst vor Fehlern. Selbst die Franzosen machen Fehler. (Psst... das darfst du aber nicht weitersagen!)
