Phil Collins Another Day In Paradise Songtext

Okay, mal ehrlich, wer von uns hat nicht schon mal Phil Collins' "Another Day in Paradise" im Radio gehört? Wahrscheinlich jeder. Und wer hat sich dabei nicht innerlich ein bisschen… ertappt gefühlt? Ich meine, der Song handelt von Obdachlosigkeit. Ein wirklich wichtiges Thema. Aber… irgendwie auch ein bisschen… kitschig?
Bevor ihr mich jetzt steinigt: Ich mag Phil Collins! Wirklich! "In the Air Tonight" ist ein Meisterwerk. Und ja, "Another Day in Paradise" hat eine wichtige Botschaft. Aber lasst uns ehrlich sein: Ist es nicht auch ein bisschen, als würde dein wohlhabender Onkel dir auf der Weihnachtsfeier eine Standpauke über die Armen halten, während er genüsslich an seinem Champagner nippt?
Der Text ist ja im Grunde genommen simpel. Er fährt im Auto durch die Gegend, sieht eine obdachlose Frau, und… tja, was macht er? Er fährt weiter. Der Refrain ist quasi die Zusammenfassung des schlechten Gewissens: "Oh Lord, is there nothing more anybody can do? Oh Lord, there must be something I can say." Klingt irgendwie hilflos. Oder vielleicht auch ein bisschen… faul?
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Die Ironie der Superstars
Hier ist meine "unpopuläre Meinung": Es ist einfach ein bisschen schwer, einen Song über Armut von einem Multimillionär zu hören. Versteht mich nicht falsch, Promis, die sich für wohltätige Zwecke engagieren, sind großartig! Aber manchmal wirkt es eben… seltsam. Stellt euch vor, Bill Gates singt ein Lied über die Schwierigkeiten, mit 20 Dollar im Monat auszukommen. Wäre das… glaubwürdig?
Phil Collins hat bestimmt gute Absichten gehabt. Davon bin ich überzeugt. Aber der Songtext wirkt manchmal ein bisschen, als hätte er das Elend der Welt kurz aus dem Fenster seines Rolls-Royce betrachtet und dann beschlossen, einen Song darüber zu schreiben. Ein sehr erfolgreicher Song, wohlgemerkt. Der ihm vermutlich noch ein paar Millionen in die Kasse gespült hat. Ironisch, oder?

Es ist wie mit diesen ganzen "We are the World"-artigen Projekten. Tolle Idee! Superstars singen zusammen für den Frieden und gegen den Hunger! Aber irgendwie ist das Ergebnis oft… naja… ein bisschen zahnlos. Und manchmal auch einfach nur unfassbar schnulzig.
Eine Frage des Blickwinkels
Vielleicht bin ich einfach zu zynisch. Vielleicht bin ich auch nur neidisch, weil ich keinen Welthit über Obdachlosigkeit geschrieben habe. Wer weiß? Aber ich glaube, das Problem ist, dass der Song so unglaublich verbreitet und erfolgreich ist. Er wurde zum Soundtrack des guten Gewissens der 80er Jahre. Jeder konnte sich damit identifizieren, ohne wirklich etwas tun zu müssen.

Und das ist vielleicht das eigentliche Problem. "Another Day in Paradise" ruft nicht wirklich zu Taten auf. Er appelliert eher an das schlechte Gewissen. Und schlechtes Gewissen ist eine prima Ausrede, um nichts zu tun. Man fühlt sich ja schon schlecht genug! Warum sollte man dann auch noch aktiv werden?
Ich will Phil Collins jetzt nicht zu nahe treten. Er ist ein begnadeter Musiker. Und "Another Day in Paradise" ist ein Ohrwurm. Aber vielleicht sollten wir den Song mal aus einer anderen Perspektive betrachten. Vielleicht sollten wir uns fragen, was wir wirklich tun können, um Obdachlosigkeit zu bekämpfen. Und vielleicht sollten wir aufhören, uns selbst mit einem 30 Jahre alten Popsong zu beruhigen.

Denn am Ende des Tages ist "Another Day in Paradise" eben nur ein Song. Und die Welt da draußen braucht mehr als nur einen guten Soundtrack. Sie braucht Taten.
Also, was meint ihr? Bin ich zu hart mit Phil Collins? Oder habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass der Song ein bisschen… naja… überbewertet ist?
