Parathormon Zu Hoch Was Tun

Fühlst du dich müde, kraftlos und hast vielleicht sogar mit Knochenschmerzen zu kämpfen? Hast du bemerkt, dass du ungewöhnlich durstig bist und häufiger urinieren musst? Vielleicht hat dein Arzt dir gesagt, dass dein Parathormonwert (PTH) erhöht ist. Keine Panik! Es ist verständlich, dass diese Diagnose Fragen und Sorgen aufwirft. Dieser Artikel soll dir helfen, das Problem zu verstehen und die nächsten Schritte zu planen.
Was ist Parathormon und warum ist es wichtig?
Das Parathormon, abgekürzt PTH, ist ein lebenswichtiges Hormon, das von den Nebenschilddrüsen produziert wird. Diese vier kleinen Drüsen liegen hinter der Schilddrüse im Halsbereich. Ihre Hauptaufgabe ist die Regulation des Kalziumspiegels im Blut. Kalzium spielt eine entscheidende Rolle bei vielen Körperfunktionen, darunter:
- Muskelkontraktion
- Nervenfunktion
- Blutgerinnung
- Knochengesundheit
Stell dir vor, PTH ist wie ein Thermostat für deinen Kalziumhaushalt. Wenn der Kalziumspiegel im Blut sinkt, wird PTH ausgeschüttet, um ihn wieder anzuheben. Dies geschieht durch:
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- Freisetzung von Kalzium aus den Knochen.
- Erhöhung der Kalziumaufnahme im Darm.
- Reduktion der Kalziumausscheidung über die Nieren.
Parathormon zu hoch: Was bedeutet das konkret?
Ein erhöhter Parathormonwert (Hyperparathyreoidismus) bedeutet, dass die Nebenschilddrüsen zu viel PTH produzieren. Dies führt in der Regel zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie). Es gibt zwei Haupttypen:
- Primärer Hyperparathyreoidismus: Die Ursache liegt in den Nebenschilddrüsen selbst. In den meisten Fällen ist ein gutartiges Adenom (eine Geschwulst) einer der Drüsen dafür verantwortlich. Seltener sind mehrere vergrößerte Drüsen (Hyperplasie) oder, in sehr seltenen Fällen, Krebs die Ursache.
- Sekundärer Hyperparathyreoidismus: Dieser entsteht als Reaktion auf einen niedrigen Kalziumspiegel im Blut, der durch andere Erkrankungen verursacht wird, z.B. durch eine Nierenerkrankung oder einen Vitamin-D-Mangel. Die Nebenschilddrüsen versuchen, den Kalziummangel auszugleichen, indem sie mehr PTH produzieren.
Es ist wichtig zu verstehen, welche Form des Hyperparathyreoidismus vorliegt, da dies die Behandlung maßgeblich beeinflusst.

Symptome und Beschwerden
Die Symptome eines erhöhten Parathormonspiegels können vielfältig sein und reichen von kaum spürbar bis hin zu stark beeinträchtigend. Viele Menschen mit leicht erhöhtem PTH haben keine Symptome (asymptomatisch). Wenn Symptome auftreten, können sie folgende umfassen:
- Müdigkeit und Schwäche
- Knochenschmerzen und Muskelschwäche
- Verstopfung
- Übelkeit und Erbrechen
- Häufiges Wasserlassen und Durst
- Nierensteine
- Depressionen und Konzentrationsschwierigkeiten
Bei einem sehr hohen Kalziumspiegel kann es zu ernsteren Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder Bewusstseinsstörungen kommen.
Diagnose: Wie wird ein erhöhter PTH-Wert festgestellt?
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Blutuntersuchung, bei der der PTH- und Kalziumspiegel bestimmt werden. Weitere Untersuchungen können notwendig sein, um die Ursache des erhöhten PTH-Wertes zu ermitteln. Dazu gehören:

- Urinuntersuchung: Zur Überprüfung der Kalziumausscheidung.
- Ultraschall der Nebenschilddrüsen: Zur Darstellung der Drüsen und zum Auffinden von Adenomen.
- Sestamibi-Szintigraphie: Ein nuklearmedizinisches Verfahren, das zur Lokalisierung von überaktiven Nebenschilddrüsengewebe eingesetzt wird.
- Knochendichtemessung (DXA): Zur Beurteilung der Knochengesundheit.
Was tun bei erhöhtem Parathormon? Die Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung eines erhöhten Parathormonspiegels hängt von der Ursache, dem Ausmaß der Symptome und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.
Primärer Hyperparathyreoidismus
Die häufigste Behandlung ist die operative Entfernung der betroffenen Nebenschilddrüse(n) (Parathyreoidektomie). Dies ist in der Regel eine sehr erfolgreiche Behandlung, die den PTH- und Kalziumspiegel normalisiert. In einigen Fällen, insbesondere bei älteren Patienten ohne ausgeprägte Symptome, kann auch eine "Watchful Waiting"-Strategie in Betracht gezogen werden, bei der der Zustand regelmäßig überwacht wird, ohne sofort zu operieren.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus
Hier liegt der Fokus auf der Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, z.B. der Nierenerkrankung oder des Vitamin-D-Mangels. Die Behandlung kann Folgendes umfassen:
- Vitamin-D-Supplementierung: Um den Vitamin-D-Mangel auszugleichen.
- Kalziumpräparate: Um den Kalziumspiegel zu erhöhen.
- Phosphatbinder: Bei Nierenerkrankungen, um den Phosphatspiegel zu senken und indirekt den Kalziumspiegel zu erhöhen.
- Cinacalcet: Ein Medikament, das die PTH-Produktion senkt.
Was kannst du selbst tun?
Neben der ärztlichen Behandlung gibt es einige Dinge, die du selbst tun kannst, um deine Gesundheit zu unterstützen:
- Ausreichend trinken: Um Nierensteinen vorzubeugen.
- Regelmäßige Bewegung: Um die Knochengesundheit zu fördern.
- Gesunde Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium und Vitamin D.
- Vermeide Dehydration: Insbesondere bei heißem Wetter oder körperlicher Anstrengung.
- Sprich mit deinem Arzt: Über alle Sorgen und Fragen, die du hast.
Wichtige Hinweise
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du vermutest, dass du einen erhöhten Parathormonspiegel hast, solltest du dich unbedingt von einem Arzt untersuchen und behandeln lassen. Nur er kann die richtige Diagnose stellen und eine individuelle Therapieempfehlung geben. Hab keine Angst Fragen zu stellen und dich umfassend zu informieren. Gemeinsam mit deinem Arzt kannst du den besten Weg finden, um deine Gesundheit zu verbessern.
