Number Needed To Screen Berechnen

Okay, stellt euch vor: Ihr seid auf einer Gartenparty. Euer Kumpel, nennen wir ihn Klaus, schwärmt vom neuen Kräuterdünger. "Mann, seitdem ich das Zeug benutze, wachsen meine Tomaten wie verrückt! Du musst das probieren!" Aber... ist das wirklich der Dünger, oder war Klaus' Tomatenbeet einfach schon immer top? Vielleicht hatte er nur Glück? Genau diese Frage – nur in der Medizin – beschäftigt uns heute.
Denn in der Medizin (und auch in der Public Health) stehen wir ständig vor der Herausforderung, zu beurteilen, ob eine Intervention – eine Therapie, ein Screening-Programm, eine Impfkampagne – wirklich etwas bringt. Und wenn ja, wie viele Leute müssen wir "behandeln" oder "screenen", damit eine Person tatsächlich profitiert? Hier kommt die Number Needed to Screen (NNS) ins Spiel.
Die NNS ist also quasi der "Klaus' Kräuterdünger"-Faktor für medizinische Interventionen. Sie sagt uns, wie viele Personen wir screenen müssen, um einen zusätzlichen Fall zu entdecken oder einen unerwünschten Ausgang zu verhindern. Klingt erstmal kompliziert, ist es aber gar nicht wirklich. Versprochen!
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Was ist die Number Needed to Screen (NNS) genau?
Die NNS ist eine epidemiologische Kennzahl, die angibt, wie viele Menschen gescreent werden müssen, damit ein zusätzlicher Nutzen eintritt. Dieser Nutzen kann zum Beispiel sein:
- Die Entdeckung eines Falls einer Krankheit (z.B. Brustkrebs durch Mammographie).
- Die Verhinderung eines Komplikationsereignisses (z.B. Schlaganfall durch Früherkennung von Vorhofflimmern).
- Die Verlängerung des Lebens (z.B. durch Früherkennung und Behandlung von Darmkrebs).
Merke: Je niedriger die NNS, desto besser! Denn das bedeutet, dass die Screening-Maßnahme effektiver ist und weniger Menschen untersucht werden müssen, um einen Nutzen zu erzielen. Logisch, oder?

Wie berechnet man die NNS?
Okay, jetzt wird's ein bisschen technisch, aber keine Angst, wir halten es einfach. Die Formel zur Berechnung der NNS lautet:
NNS = 1 / (ARR)

Wobei ARR für Absolute Risikoreduktion steht. Was ist das schon wieder? Ganz einfach: Die ARR ist die Differenz zwischen dem Risiko für den Zielausgang in der Gruppe, die nicht gescreent wurde, und dem Risiko in der Gruppe, die gescreent wurde.
Beispiel:
Sagen wir, in einer Gruppe von 1000 Frauen ohne Screening erkranken 10 an Brustkrebs. In einer Gruppe von 1000 Frauen mit regelmäßiger Mammographie erkranken nur 6 an Brustkrebs. Dann ist:

- Risiko ohne Screening: 10/1000 = 0,01
- Risiko mit Screening: 6/1000 = 0,006
- ARR = 0,01 - 0,006 = 0,004
- NNS = 1 / 0,004 = 250
Das bedeutet, wir müssten 250 Frauen screenen, um einen zusätzlichen Fall von Brustkrebs zu vermeiden. (Okay, zugegeben, die Verhinderung von Brustkrebs ist komplexer, als das Beispiel hier suggeriert, aber es dient der Illustration! Denkt dran: Vereinfachung ist manchmal Gold wert!).
Warum ist die NNS wichtig?
Die NNS ist ein wichtiges Instrument, um die Effektivität von Screening-Programmen zu bewerten. Sie hilft uns zu entscheiden, ob der Aufwand für ein Screening-Programm gerechtfertigt ist. Denn Screening kostet Zeit, Geld und Ressourcen. Und es kann auch zu unerwünschten Effekten führen, wie z.B. falsch-positive Befunde, die zu unnötiger Angst und weiteren Untersuchungen führen.

Denk drüber nach: Ein Screening-Programm mit einer sehr hohen NNS (z.B. NNS = 1000) ist wahrscheinlich weniger sinnvoll als ein Programm mit einer niedrigen NNS (z.B. NNS = 50). Warum? Weil wir im ersten Fall sehr viele Menschen screenen müssen, um einen einzigen Nutzen zu erzielen.
Also, das nächste Mal, wenn ihr von einem neuen Screening-Programm hört, fragt nach der NNS! Sie ist ein wichtiger Indikator dafür, ob das Programm wirklich etwas bringt. Und wer weiß, vielleicht könnt ihr Klaus ja auch mal nach der "Number Needed to Fertilize" (NNF) für seinen Kräuterdünger fragen. 😉
Wichtiger Hinweis: Die NNS ist nur ein Faktor bei der Bewertung von Screening-Programmen. Es ist auch wichtig, andere Aspekte zu berücksichtigen, wie z.B. die Kosten, die Akzeptanz der Bevölkerung und die Verfügbarkeit von Ressourcen.
