Notes From The Midnight Driver Book

Wisst ihr, ich hatte mal so eine Phase, da war ich überzeugt, ich könnte Hellseher sein. Ernsthaft! Jedes Mal, wenn ich dachte "Oh Mann, ich muss dringend die Spülmaschine ausräumen," – schwupps – hat's meine Mutter schon erledigt. Ok, vielleicht war's auch nur Zufall, oder sie konnte meine Gedanken lesen... Was wahrscheinlicher ist, oder? Ähnlich ging's mir mit dem Buch, über das ich heute quatschen will: "Notes From the Midnight Driver" von Jordan Sonnenblick.
Ich hatte so gar keine Lust, es zu lesen. Klingt nach typischer Teenie-Problematik, dachte ich. Aber dann, kaum hatte ich angefangen, bam! Konnte ich nicht mehr aufhören. Vielleicht, weil es eben nicht nur die typische Teenie-Problematik ist. Vielleicht, weil es mich an etwas erinnert hat, das tief in mir schlummert. (Ja, ich kann auch mal philosophisch sein. Wer hätte das gedacht?)
Was ist denn nun dran an der Sache?
Im Kern geht es um Alex Gregory, einen 16-jährigen Jungen, der total abstürzt. Alkohol, Autodiebstahl, Seniorenheim – die volle Breitseite. Klingt erstmal nach Klischee, oder? Aber keine Sorge, Sonnenblick wäre nicht Sonnenblick, wenn er daraus nicht etwas Besonderes machen würde.
Must Read
Alex wird nämlich dazu verdonnert, gemeinnützige Arbeit in einem Seniorenheim zu leisten. Und dort trifft er auf Stella, eine alte Dame mit einem scharfen Verstand und einer noch schärferen Zunge. Stella wird zu Alex' Mentorin, seiner Freundin, quasi seiner Oma-Ersatzfigur. (Hast du auch so eine Lieblingsoma, die eigentlich gar nicht deine Oma ist? Verrat mir mal, wer's ist!) Durch Stella lernt Alex, Verantwortung zu übernehmen, seine Fehler einzugestehen und vor allem, sich selbst zu verzeihen.
Das Buch ist aber nicht nur eine rührselige Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft. Es geht auch um Familie, um Trauer, um die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Und das alles verpackt in einer Sprache, die direkt ins Herz trifft. Sonnenblick schreibt mit so viel Humor und Ehrlichkeit, dass man einfach mit Alex mitfühlen muss.

Mehr als nur Teenie-Kram
Was "Notes From the Midnight Driver" wirklich auszeichnet, ist die Art und Weise, wie Sonnenblick komplexe Themen wie Alkoholismus, Verlust und Schuld behandelt. Er glorifiziert nichts, er beschönigt nichts. Er zeigt einfach, wie Alex damit umgeht, wie er kämpft, wie er fällt und wie er wieder aufsteht. Und das ist verdammt inspirierend.
Besonders beeindruckend fand ich die Entwicklung von Alex. Am Anfang ist er ein egoistischer, unbedarfter Teenager, der sich selbst am wichtigsten findet. Aber im Laufe der Geschichte lernt er, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, sich um andere zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen. Und das ist eine Lektion, die wir alle lernen können, egal wie alt wir sind. (Ja, auch ich! Ich räume jetzt sofort die Spülmaschine aus... versprochen!)

Und jetzt mal ehrlich: Wer von uns hat nicht schon mal Mist gebaut? Wer hat nicht schon mal Entscheidungen getroffen, die er später bereut hat? "Notes From the Midnight Driver" zeigt, dass es okay ist, Fehler zu machen. Es geht darum, daraus zu lernen und zu wachsen.
Also, falls du mal wieder denkst, dass du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast, oder falls du gerade mit deinem eigenen Mist zu kämpfen hast, schnapp dir dieses Buch. Es ist keine Therapie (obwohl es sich manchmal so anfühlt), aber es ist eine ehrliche, humorvolle und unglaublich berührende Geschichte über Freundschaft, Vergebung und die Kraft, sich selbst neu zu erfinden.
Und wer weiß, vielleicht entdeckst du ja auch deine hellseherischen Fähigkeiten beim Lesen. Oder zumindest, dass deine Mutter deine Gedanken lesen kann. 😉
