Neuer Putz Auf Alten Putz Untergrund Vorbehandeln

Stellen Sie sich vor: Ihre Wände sehen abgenutzt aus, der alte Putz bröckelt oder hat Risse. Der Gedanke, alles abzuschlagen und neu zu verputzen, ist anstrengend und teuer. Aber es gibt eine Lösung: Neuer Putz auf alten Putz! Bevor Sie aber loslegen, ist die richtige Vorbereitung des Untergrunds entscheidend. Denn nur ein optimal vorbereiteter Untergrund garantiert, dass der neue Putz auch hält und die gewünschte Optik erzielt wird. Viele Heimwerker scheitern an dieser wichtigen Phase, was zu frustrierenden Ergebnissen und unnötigen Mehrkosten führt. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie den alten Putz richtig vorbereiten, damit Ihr neues Projekt ein voller Erfolg wird.
Warum ist die Vorbereitung so wichtig?
Die Vorbereitung des Untergrunds ist das A und O für ein gelungenes Verputzen. Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein Haus bauen. Das Fundament ist die Basis für alles. Ist das Fundament schlecht, wird das ganze Haus instabil. Genauso verhält es sich mit dem Putz. Der alte Putz ist das Fundament für den neuen. Ist dieser nicht richtig vorbereitet, kann der neue Putz nicht richtig haften, es bilden sich Risse oder er fällt sogar ganz ab. Die Mühe und das Geld wären dann umsonst.
Kurz gesagt: Eine gute Vorbereitung...
Must Read
- ...sorgt für eine optimale Haftung des neuen Putzes.
- ...verhindert Rissbildung und Abplatzungen.
- ...verlängert die Lebensdauer des neuen Putzes.
- ...spart Ihnen Zeit und Geld.
Die wichtigsten Schritte der Vorbereitung
Die Vorbereitung des alten Putzes lässt sich in fünf wichtige Schritte unterteilen:
- Reinigung: Entfernen von Schmutz, Staub und losen Teilen.
- Prüfung auf Tragfähigkeit: Feststellen, ob der alte Putz noch fest genug ist.
- Reparatur von Schäden: Ausbessern von Rissen und Löchern.
- Grundierung: Auftragen einer Haftbrücke.
- Netzarmierung: Bei Bedarf, Einbetten eines Armierungsgewebes.
1. Reinigung des Untergrunds
Der erste Schritt ist die gründliche Reinigung des alten Putzes. Hierbei geht es darum, alles zu entfernen, was die Haftung des neuen Putzes beeinträchtigen könnte. Dazu gehören:
- Staub: Staub verhindert die direkte Verbindung zwischen altem und neuem Putz.
- Schmutz: Fett, Öl und andere Verunreinigungen können ebenfalls die Haftung mindern.
- Lose Teile: Bröckelnder Putz muss entfernt werden, da er keinen tragfähigen Untergrund bietet.
- Alte Anstriche: Lose oder abblätternde Farbreste müssen ebenfalls entfernt werden.
Wie reinigt man den Untergrund?
- Abfegen: Groben Schmutz und Staub mit einem Besen oder Handfeger entfernen.
- Absaugen: Feinen Staub mit einem Staubsauger absaugen.
- Abwaschen: Fett und Öl mit einem feuchten Schwamm und einem milden Reinigungsmittel entfernen. Achten Sie darauf, dass der Untergrund danach gut trocknet.
- Hochdruckreiniger: Bei stark verschmutzten Außenwänden kann ein Hochdruckreiniger verwendet werden. Aber Vorsicht: Der Druck sollte nicht zu hoch sein, um den alten Putz nicht zu beschädigen.
2. Prüfung auf Tragfähigkeit
Nach der Reinigung muss die Tragfähigkeit des alten Putzes geprüft werden. Das bedeutet, dass man feststellen muss, ob der Putz noch fest genug mit dem Untergrund verbunden ist, um den neuen Putz zu tragen.
Wie prüft man die Tragfähigkeit?

- Klopftest: Klopfen Sie mit einem Hammer oder einem harten Gegenstand auf den Putz. Klingt es hohl, ist der Putz nicht mehr fest mit dem Untergrund verbunden und muss entfernt werden.
- Kratztest: Kratzen Sie mit einem Schraubenzieher oder einem Messer über den Putz. Löst sich der Putz leicht ab, ist er nicht tragfähig.
- Klebebandtest: Kleben Sie ein Stück starkes Klebeband auf den Putz und ziehen Sie es ruckartig ab. Bleiben Putzreste am Klebeband hängen, ist der Putz nicht tragfähig.
Was tun, wenn der Putz nicht tragfähig ist?
Wenn der Putz nicht tragfähig ist, muss er entfernt werden. Dies kann mit einem Spachtel, einem Meißel oder einer Putzfräse geschehen. Entfernen Sie den losen Putz großzügig, bis Sie auf einen festen Untergrund stoßen.
3. Reparatur von Schäden
Nachdem der Untergrund gereinigt und auf Tragfähigkeit geprüft wurde, müssen Schäden wie Risse und Löcher repariert werden. Denn auch kleine Risse können sich durch den neuen Putz ausweiten und zu größeren Problemen führen.
Wie repariert man Risse und Löcher?
- Risse aufweiten: Kleine Risse mit einem Spachtel oder einem Messer leicht aufweiten, um eine bessere Haftung des Füllmaterials zu gewährleisten.
- Risse und Löcher ausfüllen: Verwenden Sie einen geeigneten Reparaturmörtel oder Spachtelmasse, um Risse und Löcher zu füllen. Achten Sie darauf, dass das Material für den jeweiligen Untergrund geeignet ist.
- Glätten: Nach dem Aushärten des Füllmaterials die Oberfläche glätten, um einen ebenen Untergrund zu erhalten.
Welches Material ist das richtige?

Die Wahl des richtigen Materials hängt vom Untergrund und der Größe der Schäden ab. Für kleine Risse und Löcher eignet sich eine Spachtelmasse auf Gipsbasis. Für größere Schäden sollte ein Reparaturmörtel auf Zementbasis verwendet werden. Bei beweglichen Rissen, die sich beispielsweise durch Temperaturschwankungen verändern, sollte ein elastischer Füllstoff verwendet werden.
4. Grundierung
Die Grundierung ist ein wichtiger Schritt, um die Haftung des neuen Putzes zu verbessern. Sie dient als Haftbrücke zwischen dem alten und dem neuen Putz und sorgt dafür, dass der neue Putz nicht zu schnell austrocknet.
Welche Grundierung ist die richtige?
Die Wahl der richtigen Grundierung hängt vom Untergrund und dem geplanten Putz ab. Es gibt verschiedene Arten von Grundierungen:
- Haftgrund: Verbessert die Haftung des Putzes auf glatten und schwach saugenden Untergründen.
- Tiefengrund: Verfestigt sandende und kreidende Untergründe und reduziert die Saugfähigkeit.
- Quarzgrund: Schafft eine raue Oberfläche für eine bessere Haftung des Putzes auf glatten Untergründen.
Wie trägt man die Grundierung auf?

Die Grundierung wird in der Regel mit einem Pinsel, einer Rolle oder einem Sprühgerät aufgetragen. Achten Sie darauf, dass die Grundierung gleichmäßig aufgetragen wird und die Herstellerangaben bezüglich der Trocknungszeit beachtet werden.
5. Netzarmierung (bei Bedarf)
Bei stark beanspruchten Flächen oder bei Putzsystemen, die eine hohe Rissfestigkeit erfordern, kann eine Netzarmierung sinnvoll sein. Ein Armierungsgewebe wird in den Putz eingebettet, um die Stabilität zu erhöhen und Rissbildung zu verhindern.
Wann ist eine Netzarmierung sinnvoll?
- Bei großen Flächen.
- Bei unterschiedlichen Untergründen.
- Bei beweglichen Untergründen.
- Bei Putzsystemen mit hoher Beanspruchung.
Wie wird eine Netzarmierung eingebettet?
Das Armierungsgewebe wird in die erste Putzschicht eingebettet. Achten Sie darauf, dass das Gewebe vollständig von Putz bedeckt ist und keine Falten oder Blasen entstehen. Die zweite Putzschicht wird nach dem Aushärten der ersten Schicht aufgetragen.

Gegenargumente und Missverständnisse
Einige Leute argumentieren, dass die Vorbereitung des Untergrunds unnötig aufwendig ist und man sich die Zeit sparen kann. Sie meinen, dass der neue Putz auch auf einem schlecht vorbereiteten Untergrund hält. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Eine mangelhafte Vorbereitung führt in der Regel zu Problemen wie Rissbildung, Abplatzungen und einer verkürzten Lebensdauer des Putzes.
Ein weiteres Missverständnis ist, dass man mit einer dicken Putzschicht Unebenheiten ausgleichen kann. Dies ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert. Eine dicke Putzschicht neigt eher zu Rissbildung und ist anfälliger für Abplatzungen. Es ist besser, Unebenheiten im Untergrund vor dem Verputzen auszugleichen.
Investieren Sie Zeit in die Vorbereitung, es wird sich auszahlen!
Zusammenfassung
Die Vorbereitung des alten Putzes ist entscheidend für ein erfolgreiches Verputzen. Nehmen Sie sich die Zeit, den Untergrund gründlich zu reinigen, auf Tragfähigkeit zu prüfen, Schäden zu reparieren und eine geeignete Grundierung aufzutragen. Bei Bedarf kann auch eine Netzarmierung sinnvoll sein. So schaffen Sie die optimale Basis für einen langlebigen und schönen Putz.
Nächste Schritte
Nachdem Sie diesen Leitfaden gelesen haben, sollten Sie in der Lage sein, den alten Putz richtig vorzubereiten. Bevor Sie mit dem Verputzen beginnen, empfehle ich Ihnen, sich noch einmal die Herstellerangaben der verwendeten Materialien durchzulesen. Sollten Sie unsicher sein, ziehen Sie einen Fachmann hinzu.
Welche der beschriebenen Vorbereitungsschritte sind für Ihr Projekt besonders relevant und welche Herausforderungen sehen Sie dabei?
