Nathan Der Weise Die Ringparabel

Okay, Leute, mal ehrlich, wer hat sich nicht schon mal gefragt: "Wer hat eigentlich Recht?" Ob's die Frage ist, welcher Fußballverein der beste ist (Bayern, natürlich! Äh, Scherz… vielleicht…), oder ob nun die Tiefkühlpizza mit oder ohne Ananas besser schmeckt – wir lieben es, Recht zu haben. Und wir lieben es noch mehr, wenn andere uns Recht geben.
Aber was, wenn es um was Größeres geht? Was, wenn es um Religionen, Weltanschauungen, oder eben… die Wahrheit selbst geht? Da wird's plötzlich ein bisschen kniffliger, oder?
Die Ringparabel – Eine kleine Geschichte mit großer Wirkung
Hier kommt Nathan der Weise ins Spiel, genauer gesagt, seine berühmte Ringparabel. Klingt erstmal nach 'ner staubigen Deutschstunde, aber keine Sorge, wir pimpen das Ganze ein bisschen auf.
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Stellt euch vor: Ein reicher Vater hat einen magischen Ring. Dieser Ring macht den Träger beliebt und gottgefällig. Der Vater liebt seine drei Söhne gleich und kann sich nicht entscheiden, wem er den Ring vererben soll. Also lässt er zwei weitere, absolut identische Ringe anfertigen und gibt jedem Sohn einen. Nach seinem Tod streiten die Brüder, wer nun den "echten" Ring hat. Tja, blöd gelaufen, oder?
Nathan, der Protagonist des Dramas von Gotthold Ephraim Lessing, erzählt diese Geschichte, um zu zeigen, dass wir bei Religionen im Grunde in der gleichen Situation sind. Jeder glaubt, seine sei die "echte", die "richtige". Aber wer kann das schon mit Sicherheit sagen?

Ist doch wie mit dem Internet! Jeder postet irgendwas, jeder behauptet irgendwas. Und wir sitzen da und fragen uns: Stimmt das jetzt? Oder ist das Fake News? Wer hat Recht?
Das Geheimnis liegt im Tun (oder eben Nicht-Tun)
Die Auflösung der Ringparabel ist nämlich nicht, dass es egal ist, welche Religion man hat. Sondern dass es darauf ankommt, wie man sie lebt! Der Richter, an den sich die Brüder wenden, sagt: Beweist durch euer Handeln, dass euer Ring der echte ist! Liebt eure Mitmenschen, seid hilfsbereit, seid gute Menschen. Dann zeigt sich, welcher Ring – und somit welche Religion – am wertvollsten ist.
Also, nicht streiten, wer den besseren Glauben hat, sondern schauen, wer die besseren Taten vollbringt. So einfach kann's sein (na ja, in der Theorie zumindest…).

Denkt an eure letzte Diskussion über Politik mit dem Onkel. Oder an das leidige Thema "Gendersternchen". Anstatt sich in Grabenkämpfe zu begeben, könnte man ja mal versuchen, dem anderen zuzuhören und zu verstehen, woher seine Meinung kommt. Und vielleicht sogar – haltet euch fest – etwas dazulernen!
Praktische Anwendung im Alltag (mit Augenzwinkern)
Wie kann man die Ringparabel jetzt konkret im Alltag anwenden? Hier ein paar Vorschläge:

- Wenn der Kollege zum zehnten Mal erzählt, wie toll sein neues Auto ist: Nicht gleich innerlich abwinken, sondern einfach mal zuhören und sich mit ihm freuen (auch wenn man insgeheim findet, dass Elektroautos eh die Zukunft sind).
- Wenn die Schwiegermutter ungefragt Ratschläge zur Kindererziehung gibt: Nicht gleich in den Verteidigungsmodus schalten, sondern dankend annehmen und dann trotzdem machen, was man selbst für richtig hält.
- Wenn der beste Freund/die beste Freundin einen anderen Musikgeschmack hat: Nicht gleich die Freundschaft in Frage stellen, sondern einfach akzeptieren und vielleicht sogar eine neue Band entdecken.
Versteht ihr? Es geht darum, tolerant zu sein, zuzuhören, zu verstehen und vor allem: freundlich zu sein. Denn am Ende des Tages ist es doch viel schöner, miteinander zu lachen als übereinander zu streiten, oder?
Also, das nächste Mal, wenn ihr in einer hitzigen Diskussion steckt, denkt an die Ringparabel. Und vielleicht, nur vielleicht, könnt ihr dann ein bisschen weiser sein – wie Nathan der Weise eben.
Und ganz ehrlich: Hauptsache, die Pizza schmeckt, egal ob mit oder ohne Ananas!
