My Mistress Eyes Are Nothing Like The Sun

Na, du! Stell dir vor, ich sitze hier und grübele über Shakespeare. Nicht, weil ich plötzlich zur Literaturwissenschaftlerin mutiert bin (Gott bewahre!), sondern weil mir ein bestimmtes Sonett nicht aus dem Kopf geht. Du kennst es bestimmt: "My Mistress' eyes are nothing like the sun".
Aber mal ehrlich...
Was soll das denn bitte heißen? "Meine Geliebte hat keine Augen wie die Sonne"? Klingt erstmal nicht nach dem romantischsten Kompliment der Welt, oder? Stell dir vor, dein Date sagt dir das. Ich würde wahrscheinlich erstmal googeln, ob das eine versteckte Beleidigung ist!
Shakespeare, der alte Schlingel, fängt erstmal an, alles aufzuzählen, was seine Angebetete eben nicht ist. Ihre Lippen sind nicht so rot wie Korallen, ihr Teint nicht schneeweiß und ihre Haare nicht golden. Klingt eher nach 'ner Checkliste für "Dinge, die ich an meiner Freundin ätzend finde", als nach 'ner Liebeserklärung!
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Man erwartet ja eigentlich so schwülstige Vergleiche: "Deine Augen sind wie strahlende Sterne!", "Dein Lächeln ist wie die aufgehende Sonne!" oder "Deine Haare sind wie flüssiges Gold!" Aber nein, Shakespeare macht's anders. Er ist quasi der Anti-Romantiker schlechthin. Aber genau das macht's ja auch wieder interessant, oder?
Vielleicht hatte er ja auch einfach nur 'nen schlechten Tag. Oder er war genervt, weil seine Geliebte ständig seine Socken geklaut hat. Wer weiß das schon?

Der Twist kommt!
Aber jetzt kommt der Clou! Shakespeare wäre ja nicht Shakespeare, wenn er uns nicht noch überraschen würde. Am Ende des Sonetts dreht er nämlich den Spieß um. Er sagt im Grunde: "Okay, meine Freundin ist vielleicht nicht das, was die Poeten so beschreiben, aber ich liebe sie trotzdem! Und zwar ehrlich und aufrichtig!"
Puh, da atmet man erstmal auf! Also doch kein diss-Song, sondern eine Liebeserklärung der etwas anderen Art. Er sagt, dass er seine Liebste so liebt, wie sie ist, mit all ihren "Fehlern" (die ja eigentlich gar keine sind!). Er braucht keine übertriebenen Vergleiche oder kitschigen Metaphern. Seine Liebe ist echt, ungeschminkt und total... nun ja, real.
Man könnte fast meinen, er hätte Tinder-Profile der heutigen Zeit vorausgesehen. Wer braucht schon gefilterte Fotos und geschönte Beschreibungen, wenn man jemanden einfach so mag, wie er oder sie ist?

Was lernen wir daraus?
Ganz einfach: Echte Liebe braucht keine perfekten Augen wie die Sonne! Sie braucht keine übertriebenen Komplimente oder unrealistischen Erwartungen. Sie braucht nur Ehrlichkeit, Akzeptanz und ein bisschen Humor. Und vielleicht ein paar geklaute Socken (aber das ist optional).
Shakespeare hat uns mit diesem Sonett eine wichtige Lektion erteilt: Sei du selbst und liebe dich selbst! Und suche dir jemanden, der dich genauso liebt, mit all deinen Ecken und Kanten. Jemand, der dich nicht mit der Sonne vergleicht, sondern dich einfach nur anstrahlt, weil du du bist.

Also, Kopf hoch, Schatz! Deine Augen müssen nicht wie die Sonne sein, um die Welt zu erleuchten. Dein Lächeln reicht völlig aus! Und wenn jemand das nicht sieht, dann ist er es einfach nicht wert.
Und jetzt mal ehrlich: Wäre es nicht total langweilig, wenn alle gleich wären? Stell dir vor, die ganze Welt würde mit Sonnenbrillen rumlaufen, weil alle Augen so hell sind! Chaos pur!
Also, vergiss die Sonnen-Augen und strahl einfach so, wie du bist! Die Welt braucht mehr Originale, nicht mehr Kopien. In diesem Sinne: Hab einen wunderschönen Tag und lass dich nicht von irgendwelchen Shakespeare-Sonetten runterziehen!
