Muss In Einer Kündigung Ein Grund Stehen

Hand aufs Herz: Haben wir uns nicht alle schon mal gefragt, ob wir wirklich jeden Grund in unsere Kündigung schreiben müssen? Also, ob da wirklich steht: "Hiermit kündige ich, weil der Kaffee in der Kantine wie Spülwasser schmeckt." Oder: "Ich gehe, weil mein Chef denkt, 'Brainstorming' heißt, ihn ununterbrochen reden zu lassen."
Ich sag's mal so: Ich finde, nein. Muss man nicht. Punkt. (Ja, das ist meine steile These. Haltet mich für verrückt.)
Klar, die Personalabteilung will alles wissen. Die wollen Gründe, Daten, Analysen. Die wollen wahrscheinlich auch noch wissen, welche Socken du heute trägst und ob die farblich zum Büro passen. Aber ehrlich, ist das wirklich dein Problem?
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Ich behaupte mal: Deine Kündigung ist dein Abgang. Dein ganz persönlicher, kleiner Abschiedstanz vom Arbeitsmarkt (zumindest von diesem einen Job). Und den tanzt du, wie du willst. Ob mit oder ohne Begründung.
Das Drama mit den Gründen
Warum müssen wir überhaupt immer alles erklären? Stell dir vor, du trennst dich von deinem Partner und musst jedes Mal einen Aufsatz schreiben, warum. "Liebling, ich verlasse dich, weil du deine Socken nicht wegräumst, schnarchst wie ein Bär und immer meine Pommes isst." Klingt anstrengend, oder?
Eine Kündigung ist im Grunde dasselbe. Manchmal passen die Schuhe einfach nicht mehr. Manchmal ist das Büro wie ein Schuh, der zwei Nummern zu klein ist. Muss man das jetzt wirklich in epischer Breite ausführen?

Ich finde, ein kurzes und knackiges "Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis zum..." reicht vollkommen. Weniger ist mehr, Freunde. Weniger ist definitiv mehr.
Die Gefahr der Wahrheit
Und mal ehrlich: Was passiert, wenn du die ganze Wahrheit schreibst? Wenn du sagst, dass Frau Müller aus der Buchhaltung dich mit ihren endlosen Monologen über Katzen in den Wahnsinn treibt? Oder dass Herr Schmidt immer die letzten Kekse klaut?
Wahrscheinlich nichts Gutes. Außer vielleicht einem roten Strich in deiner Personalakte und der Gewissheit, dass du bei der nächsten Firmenweihnachtsfeier einen großen Bogen um die beiden machen musst.

Deshalb: Manchmal ist es besser, die Wahrheit für sich zu behalten. Oder sie zumindest so zu verpacken, dass sie nicht gleich als Sprengsatz in der Personalabteilung detoniert.
"Aus persönlichen Gründen..."
Der Klassiker! Die Mutter aller Ausreden! Aber hey, warum nicht? "Aus persönlichen Gründen" ist wie ein Schweizer Taschenmesser für Kündigungen. Passt immer, schneidet durch alle Probleme und hinterlässt keine unschönen Narben.
Und mal ehrlich: Sind nicht alle Gründe irgendwie persönlich? Selbst wenn du kündigst, weil die Firma pleite ist, ist das ja irgendwie persönlich. Schließlich betrifft es dich und deinen Job.

Meine (völlig unqualifizierte) Empfehlung
Also, hier mein Tipp: Kündige, wie du willst. Schreib so viel oder so wenig, wie du für richtig hältst. Lass dich nicht von irgendwelchen Konventionen oder Erwartungen unter Druck setzen. Es ist dein Job, deine Entscheidung und deine Kündigung.
Und wenn du wirklich einen Grund angeben musst, dann schreib einfach "Aus persönlichen Gründen". Oder, noch besser: "Weil ich es kann!" (Vorsicht, Ironie!)
Hauptsache, du fühlst dich wohl damit. Denn am Ende des Tages geht es nur um eines: Dich und deinen neuen Lebensabschnitt. Und der sollte möglichst stressfrei und mit einem Lächeln beginnen.

Und wenn dein Chef dann fragt, warum du wirklich gehst? Dann sag ihm einfach: "Das ist meine persönliche Angelegenheit." Und zwinker ihm zu. (Vielleicht.)
Ach ja, und noch ein kleiner Tipp: Kündige niemals per WhatsApp. Das ist dann doch ein bisschen uncool. Selbst wenn der Kaffee wirklich nach Spülwasser schmeckt.
Kündigungen sollten immer professionell sein. Ob mit oder ohne Grund. Das ist eine Frage des Respekts. (Und vermeidet zukünftige Probleme.)
In diesem Sinne: Viel Glück bei deinem neuen Job! Möge der Kaffee dort besser schmecken (und der Chef nicht so viel reden).
