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Muss Ich Dem Kindsvater Das Zeugnis Zeigen


Muss Ich Dem Kindsvater Das Zeugnis Zeigen

Muss ich ihm wirklich das Zeugnis zeigen? Diese Frage brennt wahrscheinlich in vielen Müttern (und Vätern!) nach der Trennung. Mal ehrlich, das Kind hat ein Zeugnis bekommen. Ein Papier. Mit Noten. Und… muss der Ex-Partner das jetzt unbedingt sehen?

Die Antwort, die einem Juristen wahrscheinlich über die Lippen huscht, ist natürlich: "Es kommt darauf an!" Aber wir reden hier nicht über Jura. Wir reden über das echte Leben. Und im echten Leben ist die Antwort oft viel komplizierter als ein simples "Ja" oder "Nein".

Ich sage mal was ganz Unpopuläres: Nicht unbedingt!

Warum dieses ganze Theater?

Klar, beide Elternteile haben ein Recht darauf, über die Entwicklung des Kindes informiert zu sein. Und natürlich gehört das Zeugnis dazu. Aber muss es wirklich jedes Mal ein riesiges Drama sein? Muss man das Zeugnis feierlich überreichen, als wäre es der Heilige Gral? Muss der Ex-Partner jeden Buchstaben sezieren und die Noten analysieren, als wäre er ein internationaler Top-Scout für angehende Genies?

Ich finde, nein. Manchmal reicht es, wenn man die wichtigsten Punkte bespricht. "Mathe ist super gelaufen, Deutsch könnte besser sein. Alles in allem ist Lisa aber happy!" Fertig. Warum mehr Öl ins Feuer gießen, wenn es nicht sein muss?

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Denkt doch mal an Folgendes: Das Kind ist schon gestresst genug wegen der Schule. Braucht es wirklich noch den zusätzlichen Stress, dass Mama und Papa sich wegen des Zeugnisses in die Haare kriegen? Wahrscheinlich nicht.

Die Macht der Information (und des Nicht-Teilens)

Es gibt Situationen, da ist es total logisch und angebracht, das Zeugnis zu zeigen. Wenn beide Eltern aktiv am Leben des Kindes teilnehmen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Wenn Vater sich wirklich interessiert und konstruktiv mitarbeitet. Top! Zeigt her das Zeugnis!

Aber was ist, wenn Papa sich nur alle Jubeljahre mal blicken lässt? Oder wenn er jede Gelegenheit nutzt, um zu nörgeln und zu kritisieren? Oder, noch schlimmer, wenn er das Kind für schlechte Noten bestraft? Sorry, aber da bin ich raus. Da halte ich das Zeugnis lieber unter Verschluss.

Datei:Zeugnis.svg – Wikipedia
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Ich meine, was bringt es dem Kind, wenn der Kindsvater wieder mal eine Szene macht, weil Lisa in Englisch "nur" eine Drei hat? Bringt es Lisa weiter? Macht es die Situation besser? Wahrscheinlich nicht. Es erzeugt nur unnötigen Stress und Frust.

Kommunikation ist der Schlüssel (oder eben nicht)

Natürlich sollte man versuchen, miteinander zu reden. Soweit das möglich ist. Aber manchmal ist es eben nicht möglich. Manchmal ist die Kommunikation so vergiftet, dass jedes Gespräch in einem Streit endet. Und in solchen Fällen muss man einfach Prioritäten setzen. Und die Priorität sollte immer das Wohl des Kindes sein.

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Wenn das bedeutet, dass man dem Kindsvater nicht jedes Detail des Zeugnisses unter die Nase reibt, dann ist das eben so. Hauptsache, das Kind fühlt sich unterstützt und geliebt. Und Hauptsache, Mama behält ihre Nerven.

Vielleicht ist es auch eine Frage des Vertrauens. Vertraut man dem Ex-Partner zu, dass er mit den Informationen verantwortungsvoll umgeht? Oder hat man eher das Gefühl, dass er die Informationen nur dazu benutzt, um zu provozieren und zu manipulieren?

Mein Plädoyer für gesunden Menschenverstand

Ich plädiere für mehr gesunden Menschenverstand! Man muss nicht alles tun, was einem theoretisch zusteht. Man muss nicht jeden Streit ausfechten. Man muss nicht jeden Paragraphen bis zum bitteren Ende ausreizen.

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Manchmal ist es besser, einfach loszulassen. Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und dem Ex-Partner eben nicht das Zeugnis unter die Nase zu halten. Zumindest nicht, wenn es dem Kind nicht dient. Manchmal ist Schweigen Gold. Und manchmal ist ein freundliches "Alles okay!" genug.

Also, liebe Mütter (und Väter!), atmet tief durch. Überlegt gut, was für euer Kind am besten ist. Und lasst euch nicht von Paragraphen und Ansprüchen verrückt machen. Manchmal ist ein bisschen Diplomatie und ein Quäntchen Ignoranz die beste Lösung. Und wer weiß, vielleicht sorgt das ja auch für ein bisschen mehr Frieden im Patchwork-Alltag.

Denn am Ende zählt doch nur eines: dass es dem Kind gut geht. Und wenn das bedeutet, dass der Kindsvater eben nicht jede Note von Lisa kennt, dann ist das eben so.

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