Mit Freundlichen Grüßen E Mail

Ach, die E-Mail-Korrespondenz… Ein Dschungel aus Höflichkeitsfloskeln, in dem man sich leichter verliert als im IKEA-Labyrinth am Samstagnachmittag. Und mittendrin, eine Formulierung, die so deutsch ist, dass sie fast schon weh tut: Mit freundlichen Grüßen.
Kennen wir alle, oder? Sitzt man da, hat gerade eine E-Mail formuliert, in der man eigentlich nur sagen wollte: "Mach das endlich!", und dann kommt das große Finale. Die Unterschrift. Man könnte einfach "Tschüss" schreiben, aber das wäre ja... unprofessionell. Also greift man zum Standardrepertoire.
Mit freundlichen Grüßen. Klingt nett, oder? Fast so, als würde man dem Empfänger einen Teddybären schenken. Aber mal ehrlich, wer denkt beim Tippen dieser Worte wirklich an Freundschaft und herzliche Zuneigung? Meistens ist es eher so, als würde man ein Häkchen auf einer To-Do-Liste setzen: "Formale Höflichkeit: Check!"
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Ich erinnere mich an eine E-Mail, die ich mal an einen Kundenservice geschrieben habe. Es ging um einen defekten Toaster. Ihr wisst schon, so ein Drama, das eigentlich keiner braucht. Nach langem Hin und Her bekam ich eine Antwort, die mit "Mit freundlichen Grüßen" endete. Ich dachte nur: Freundlich? Mein Toaster ist im Eimer! Wo ist die Freundlichkeit?!
Oder stellt euch vor: Ihr habt euch mit jemandem so richtig in die Haare gekriegt, eine hitzige Diskussion per E-Mail geführt, bei der die Tasten geglüht haben. Und dann? "Mit freundlichen Grüßen". Fast schon zynisch, oder? Als würde man sagen: "Okay, wir haben uns jetzt angebrüllt, aber hey, bleiben wir professionell!"

Die Alternativen: Ein Minenfeld
Natürlich gibt es Alternativen. Aber die sind nicht immer einfacher. "Beste Grüße"? Klingt ein bisschen distanziert. "Viele Grüße"? Vielleicht zu persönlich, wenn man den Empfänger kaum kennt. Und "Liebe Grüße"… vergiss es, es sei denn, es handelt sich um die eigene Mutter oder den Partner.
Ich habe mal versucht, "Hochachtungsvoll" zu benutzen. Das klang so, als würde ich mich vor dem Empfänger verbeugen. Hat irgendwie komisch gewirkt, besonders in einer E-Mail über ein kaputtes WLAN-Kabel. Mein Kollege meinte nur: "Du klingst wie ein preußischer General!"

Manchmal denke ich, man sollte einfach ehrlich sein. Wenn man genervt ist, könnte man schreiben: "Mit leicht genervten Grüßen" oder "Mit Grüßen, die hoffentlich bald freundlicher werden". Aber das wäre wahrscheinlich ein Karriereende. Also bleiben wir lieber beim altbewährten Mit freundlichen Grüßen. Sicher ist sicher.
Die Ironie der Sache
Das Schlimmste ist ja, dass wir alle wissen, dass es nur eine Floskel ist. Aber wir spielen das Spiel trotzdem mit. Es ist wie beim Smalltalk im Aufzug: Man redet über das Wetter, obwohl es einem eigentlich egal ist. Hauptsache, die unangenehme Stille wird vermieden.

Vielleicht sollten wir einfach eine Petition starten, um die E-Mail-Korrespondenz zu vereinfachen. Ein globales "Tschau" für alle. Oder einfach ein Emoji. Ein lachendes Gesicht für freundliche Nachrichten, ein grimmiges für Beschwerden. Das wäre doch mal eine Revolution!
Bis dahin heißt es aber: Weiterhin fleißig "Mit freundlichen Grüßen" tippen. Und sich heimlich dabei denken, was man wirklich sagen möchte. Vielleicht schreibe ich dem Kundenservice wegen meines Toasters doch noch mal… Mit etwas freundlicheren Grüßen. 😉
Fazit
Lasst uns also über "Mit freundlichen Grüßen" schmunzeln, es als das akzeptieren, was es ist: Eine nette, wenn auch etwas hohle, Floskel. Und beim nächsten Mal, wenn ihr diese Worte tippt, denkt daran: Ihr seid nicht allein! Wir sitzen alle im selben Boot, im großen, weiten Meer der E-Mail-Korrespondenz. Und rudern tapfer weiter. Mit freundlichen Grüßen!
