Mit 50 Km H Zu Schnell Geblitzt
Kennen Sie das mulmige Gefühl, wenn Sie an einem Blitzer vorbeifahren und sich fragen, ob Sie zu schnell waren? Was aber, wenn die Gewissheit kommt, dass Sie nicht nur ein bisschen, sondern deutlich zu schnell waren – nämlich mit 50 km/h über dem Limit? Dieser Artikel richtet sich an alle Autofahrer in Deutschland, die mit dieser Situation konfrontiert sind oder sich darüber informieren möchten, welche Konsequenzen drohen und wie man am besten vorgeht. Wir beleuchten die rechtlichen Aspekte, die drohenden Strafen und geben Tipps, wie Sie sich verhalten sollten.
Die unmittelbaren Konsequenzen
Mit 50 km/h zu schnell geblitzt zu werden, ist kein Kavaliersdelikt. Es handelt sich um eine erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitung, die dementsprechend hohe Strafen nach sich zieht. Diese Konsequenzen variieren je nachdem, ob Sie innerhalb oder außerhalb geschlossener Ortschaften geblitzt wurden.
Innerorts
Innerhalb geschlossener Ortschaften sind die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen grundsätzlich höher. Bei einer Überschreitung von 50 km/h oder mehr müssen Sie mit Folgendem rechnen:
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- Ein Bußgeld von mindestens 400 Euro.
- Zwei Punkte in Flensburg.
- Ein Fahrverbot von einem Monat.
Außerorts
Auch außerhalb geschlossener Ortschaften sind die Strafen empfindlich, wenn Sie 50 km/h zu schnell unterwegs waren:
- Ein Bußgeld von mindestens 320 Euro.
- Zwei Punkte in Flensburg.
- Ein Fahrverbot von einem Monat.
Es ist wichtig zu beachten, dass dies nur die Standardstrafen sind. In bestimmten Fällen, beispielsweise bei Vorsatz oder besonders rücksichtslosem Verhalten, können die Strafen noch höher ausfallen. Auch eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer kann die Strafe verschärfen.

Der Bußgeldbescheid: Was tun?
Nachdem Sie geblitzt wurden, erhalten Sie in der Regel innerhalb weniger Wochen einen Bußgeldbescheid. Dieser enthält:
- Die Ihnen vorgeworfene Ordnungswidrigkeit (in diesem Fall die Geschwindigkeitsüberschreitung).
- Die Höhe des Bußgeldes.
- Die Anzahl der Punkte in Flensburg.
- Die Dauer des Fahrverbots (falls verhängt).
- Eine Frist, innerhalb derer Sie auf den Bescheid reagieren müssen.
Wichtig: Ignorieren Sie den Bußgeldbescheid nicht! Das hat in der Regel negative Konsequenzen und kann zu höheren Kosten führen. Stattdessen haben Sie mehrere Möglichkeiten:

- Bezahlen des Bußgeldes: Wenn Sie die Ordnungswidrigkeit einräumen und keine Einwände haben, können Sie das Bußgeld innerhalb der angegebenen Frist bezahlen.
- Einspruch einlegen: Wenn Sie Zweifel an der Richtigkeit der Messung haben oder andere Gründe sehen, die gegen den Bußgeldbescheid sprechen, können Sie innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt Einspruch einlegen.
Einspruch einlegen: Wann ist es sinnvoll?
Ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid ist nicht immer erfolgversprechend, aber in bestimmten Fällen kann er sich lohnen. Denkbar sind beispielsweise folgende Gründe:
- Messfehler: Zweifel an der korrekten Funktionsweise des Blitzgeräts. War die Eichung gültig? Gab es technische Probleme?
- Falsche Zuordnung: Sie sind sich sicher, dass Sie nicht der Fahrer des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitung waren.
- Verfahrensfehler: Formale Fehler im Bußgeldbescheid (z.B. falsche Angaben).
- Notstandssituation: Sie waren gezwungen, die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten, um eine größere Gefahr abzuwenden.
Hinweis: Ein Einspruch sollte gut begründet sein. Sammeln Sie Beweise, die Ihre Argumentation unterstützen. Es kann ratsam sein, einen Anwalt für Verkehrsrecht zu konsultieren, um Ihre Erfolgsaussichten einschätzen zu lassen. Wie ein Sprichwort sagt:
"Wer seinen Fall selbst vertritt, hat einen Narren zum Anwalt."Auch wenn das hart klingt, ist professionelle Hilfe oft Gold wert.

Das Fahrverbot: Was passiert jetzt?
Wenn ein Fahrverbot verhängt wird, müssen Sie Ihren Führerschein für die Dauer des Fahrverbots abgeben. Dies geschieht in der Regel bei der zuständigen Behörde. Es gibt die Möglichkeit, ein sogenanntes "Gnadenersuchen" zu stellen, um das Fahrverbot abzuwenden oder zu verkürzen. Dies ist jedoch nur in Ausnahmefällen möglich, beispielsweise wenn Sie beruflich dringend auf Ihren Führerschein angewiesen sind und ein Fahrverbot Ihre Existenz gefährden würde. Die Erfolgsaussichten sind jedoch gering.
Wie man zukünftig Geschwindigkeitsüberschreitungen vermeidet
Die beste Strategie, um Strafen zu vermeiden, ist natürlich, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. Hier einige Tipps:
- Achten Sie auf die Beschilderung: Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in der Regel gut sichtbar ausgeschildert.
- Nutzen Sie Navigationsgeräte: Moderne Navigationsgeräte warnen oft vor Geschwindigkeitsüberschreitungen.
- Fahren Sie defensiv: Passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen und dem Verkehrsaufkommen an.
- Seien Sie aufmerksam: Achten Sie auf Blitzerwarnungen (sofern erlaubt) und passen Sie Ihre Geschwindigkeit rechtzeitig an.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Mit 50 km/h zu schnell geblitzt zu werden, ist eine ernste Angelegenheit mit empfindlichen Konsequenzen. Es ist wichtig, sich der Situation bewusst zu sein, seine Rechte zu kennen und entsprechend zu handeln. Im Zweifelsfall ist die Beratung durch einen Anwalt ratsam. Denken Sie daran: Sicherheit geht vor! Und ein entspannter Fahrstil schont nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch Ihre Nerven.
