Meine Mama Hat Gesagt Lied

Okay, mal ehrlich: Wir alle kennen es. Dieses eine Kinderlied, das sich hartnäckiger im Kopf festsetzt als Kaugummi unter der Schuhsohle. Ja, ich spreche von "Meine Mama hat gesagt". Oder wie ich es liebevoll nenne: Der Ohrwurm des Grauens.
Ich bin nicht allein, oder?
Ich weiß, ich weiß. Es ist ein Klassiker. Generationen von Kindern haben dazu gehüpft, geklatscht und sich herrlich im Kreis gedreht. Aber mal ganz unter uns: Ist es nicht ein bisschen... monoton? Und diese Wiederholungen! Ich meine, wie oft muss man mir sagen, dass ich meine Hände waschen soll? Ich habe es beim ersten Mal gehört, Mama!
Ich erinnere mich noch gut an die Kindergartenzeit meines Sohnes. Jede Woche kam er nach Hause und trällerte es vor sich hin. Anfangs fand ich es ja noch süß. Aber nach der gefühlt hundertsten Wiederholung dachte ich mir: "Bitte, lieber Gott, schick einen neuen Hit in diesen Kindergarten!"
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Die heimtückische Melodie
Das Schlimmste ist ja die Melodie. Sie ist so simpel, so eingängig, so... teuflisch. Sie kriecht sich in dein Hirn und weigert sich, wieder rauszugehen. Du erwischt dich dabei, wie du im Supermarkt an der Kasse stehst und innerlich singst: "Meine Mama hat gesagt, ich soll brav sein...". Und dann schämst du dich ein bisschen, weil die Kassiererin dich wahrscheinlich für verrückt hält.
Und was ist eigentlich mit dem Text? Es geht ja nur darum, was die Mama gesagt hat. Gibt es im Leben dieser Kinder keine eigenen Entscheidungen? Keine Rebellion? Keine Lust, mal etwas anderes zu tun, als das, was Mama vorschreibt?

"Meine Mama hat gesagt, ich soll mein Zimmer aufräumen..."
Ja, das hat meine Mama auch gesagt. Und rate mal, was ich gemacht habe? Genau: Erstmal eine halbe Stunde auf dem Bett gelegen und über das Leben nachgedacht. (Okay, vielleicht auch ein bisschen heimlich Computerspiele gespielt.)
Es gibt doch so viele andere tolle Kinderlieder!
Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht gegen Kinderlieder generell. Es gibt so viele wunderschöne, kreative und fantasievolle Lieder für Kinder! Lieder, die zum Tanzen, Träumen und Mitsingen einladen. Lieder, die Geschichten erzählen und die Fantasie anregen. Aber "Meine Mama hat gesagt"... Es ist einfach nicht mein Fall.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich an meine eigene Kindheit erinnere. Ich durfte nicht alles, was meine Mama gesagt hat, blindlings befolgen. Und das war auch gut so! Ich habe meine eigenen Erfahrungen gemacht, meine eigenen Fehler begangen und daraus gelernt. Und das wünsche ich auch meinen Kindern.
Ich will nicht, dass sie ihr Leben lang nur das tun, was die Mama gesagt hat. Ich möchte, dass sie ihren eigenen Weg finden, ihre eigenen Entscheidungen treffen und ihre eigenen Träume verwirklichen. Auch wenn das bedeutet, dass sie manchmal gegen den Strom schwimmen müssen.

Ein Friedensangebot
Okay, ich gebe zu: Vielleicht bin ich etwas hart mit diesem Lied ins Gericht gegangen. Es ist ja schließlich nur ein Kinderlied. Und es soll den Kindern Spaß machen. Und vielleicht ist es ja auch gar nicht so schlimm, wie ich es darstelle. Vielleicht bin ich einfach nur genervt, weil ich es schon so oft gehört habe.
Deshalb mache ich jetzt ein Friedensangebot: Ich werde mich bemühen, "Meine Mama hat gesagt" in Zukunft etwas positiver zu sehen. Ich werde versuchen, es als das zu akzeptieren, was es ist: Ein simples Kinderlied, das seit Generationen Kinderherzen erfreut. Und vielleicht werde ich sogar mal wieder mit meinem Sohn dazu tanzen. Aber nur, wenn er mir verspricht, dass er danach ein anderes Lied singt.
Und jetzt seid ehrlich: Wer von euch hat auch schon mal innerlich die Augen verdreht, wenn er "Meine Mama hat gesagt" gehört hat?
