Mein Name Ist Wie In

Kennst du das? Du triffst jemanden und stellst dich vor: "Hallo, ich bin..." Und bevor du den Satz beenden kannst, kommt ein verwirrtes "Wie bitte?" oder ein noch schlimmeres "Kannst du das buchstabieren?". Ja, willkommen im Club derer, deren Namen entweder total unüblich sind oder – noch gemeiner – so ausgesprochen werden, dass sie absolut nicht mit der Schreibweise übereinstimmen. Bei mir ist es so ähnlich, nur dass ich mir immer wieder anhören muss: "Mein Name ist Wie In...".
Es ist wie beim Einkaufen von Avocados. Man denkt, man hat die perfekte Avocado gefunden – sieht toll aus, fühlt sich gut an – und dann schneidet man sie auf und sie ist entweder steinhart oder komplett matschig. So ist das auch mit meinem Namen. Die Leute sehen ihn und denken, sie wissen genau, wie man ihn ausspricht, aber dann...
Ich erinnere mich an ein Vorstellungsgespräch. Ich sage meinen Namen, und der Personalchef lächelt gezwungen und sagt: "Ach ja, interessant. Wie schreibt man das nochmal?". Ich habe ihm dann meine Visitenkarte hingehalten. Manchmal frage ich mich, ob ich deshalb nicht genommen wurde. War mein Name zu kompliziert? War er eine persönliche Herausforderung für die Personalabteilung? Wer weiß!
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Es ist nicht nur der Name, es ist die Reaktion!
Das Schlimmste ist nicht mal der Name selbst, sondern die Reaktion darauf. Es ist dieses kleine Zögern, dieses leichte Stirnrunzeln, dieses hilflose Augenzwinkern. Es ist, als hätte man plötzlich eine Katze auf den Tisch gesetzt. Die Leute wissen nicht so recht, was sie damit anfangen sollen.
Und dann kommen die ganzen Versuche, den Namen auszusprechen. Manche sind kreativ, manche sind einfach nur schmerzhaft. Ich habe schon alles gehört. Von komplett falschen Betonungen bis hin zu komplett erfundenen Vokalen. Irgendwann habe ich angefangen, ein kleines Bingo-Spiel daraus zu machen. Jedes Mal, wenn jemand eine neue, besonders absurde Variante ausprobiert, mache ich einen Haken auf meiner imaginären Bingo-Karte.

Einmal hat mich jemand im Café gerufen und irgendwas genuschelt, das sich irgendwie nach meinem Namen anhörte. Ich bin trotzdem hingegangen. Die Barista sah mich an und sagte: „Du bist also...äh...Bestellung Nummer 7!“. Immerhin.
Strategien zur Namensbewältigung
Im Laufe der Jahre habe ich natürlich Strategien entwickelt, um mit dieser Namensproblematik umzugehen. Meine erste Strategie war die komplette Kapitulation. Ich habe einfach gesagt: "Nenn mich, wie du willst!" Das war zwar entspannend, führte aber dazu, dass ich mit allen möglichen Spitznamen angesprochen wurde, von denen einige... naja, sagen wir mal, interessant waren.

Meine zweite Strategie war der "präventive Angriff". Bevor jemand überhaupt die Chance hatte, meinen Namen falsch auszusprechen, habe ich ihn selbst falsch ausgesprochen – absichtlich. Das hat die Leute so verwirrt, dass sie mich dann einfach nach meinem Spitznamen gefragt haben (den ich natürlich nicht hatte).
Jetzt fahre ich eine Mischstrategie. Ich sage meinen Namen langsam und deutlich, betone die wichtigen Silben und lächle freundlich. Wenn die Person es dann immer noch nicht versteht, wiederhole ich es noch langsamer und deutlicher. Und wenn auch das nicht hilft, greife ich zu Plan B: Ich buchstabiere ihn. Langsam. Und sage danach: "Mein Name ist Wie In...".

Und wisst ihr was? Irgendwann gewöhnt man sich daran. Man lernt, über die schrägen Ausspracheversuche zu lachen. Man entwickelt ein dickeres Fell und eine gute Portion Humor. Und man freut sich über jeden, der den Namen beim ersten Mal richtig ausspricht. Das ist dann wie ein kleiner persönlicher Sieg.
Also, wenn du das nächste Mal jemanden triffst, dessen Namen du nicht gleich verstehst, sei geduldig und frag freundlich nach. Denn hinter jedem komplizierten Namen steckt eine Geschichte. Und vielleicht, nur vielleicht, ist die Person froh, dass du dir die Mühe machst, ihren Namen richtig auszusprechen.
Und falls du meinen Namen immer noch nicht verstanden hast... Keine Sorge! Ich kann ihn gerne noch ein zehntes Mal wiederholen.
