Mein Chef Schaut Mich Immer An

Kennt ihr das? Man sitzt am Schreibtisch, tippt fleißig vor sich hin, und hat das Gefühl… da ist ein Blick. Ein Blick, der länger dauert als ein kurzer Check, ob man auch brav die Exceltabelle füllt. Ein Blick, der… nun ja… auffällt. Bei mir ist das gerade Dauerzustand. Mein Chef schaut mich immer an!
Klar, Chefs schauen Mitarbeiter an. Müssen sie ja. Sonst wüssten sie ja nicht, ob wir nicht heimlich Solitär spielen oder uns Online-Shopping-Schnäppchen gönnen (psst!). Aber dieses Ansehen… es ist anders. Es ist… intensiver. Es ist, als ob er versucht, durch meinen Schädel hindurch direkt meine Gedanken zu lesen. Oder vielleicht, und das wäre ja fast noch schlimmer, meinen letzten Post auf Instagram analysiert.
Ich stelle mir schon die wildesten Szenarien vor. Vielleicht habe ich unbemerkt ein riesiges Stück Spinat zwischen den Zähnen? Oder trägt mein Hemd ein dezentes Muster, das unweigerlich an eine hypnotische Spirale erinnert? Vielleicht tanze ich heimlich beim Tippen im Takt der Musik in meinen Kopfhörern und er denkt, ich hätte einen epileptischen Anfall? Die Möglichkeiten sind endlos!
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Die täglichen Star-Momente
Der Blick kommt in verschiedenen Variationen vor. Da ist der "Ich-beobachte-dich-ganz-genau-wie-du-diese-E-Mail-verfasst"-Blick. Er steht dann meistens hinter mir, so dass ich ihn gerade noch so im Augenwinkel wahrnehme. Der Druck steigt, die Finger zittern, und die E-Mail endet im reinsten Kauderwelsch. Danke, Chef!
Dann gibt es den "Ich-bin-einfach-nur-da-und-schau-ins-Leere-aber-zufällig-genau-in-deine-Richtung"-Blick. Dabei starrt er scheinbar ziellos durch das Büro, aber irgendwie, ganz zufällig, landet sein Blick immer wieder bei mir. Ich versuche, ihn mit dem Blick zu kontern, der sagt: "Ja, ich bin hier, arbeite hart und ja, ich bemerke, dass du mich anstarrst!". Funktioniert aber nie.

Und natürlich der Klassiker: Der "Ich-habe-eine-Frage-aber-sage-nichts-sondern-starre-dich-solange-an-bis-du-mich-ansprichst"-Blick. Ich hasse diesen Blick! Er zwingt mich, meine Arbeit zu unterbrechen und zu fragen: "Ähm, Herr Müller? Haben Sie was?". Und dann kommt meistens: "Ach, nee, alles gut!". Super! Danke für die mentale Blockade!
Was tun? Strategien gegen den Blick des Chefs
Ich habe mir natürlich schon diverse Strategien überlegt, um diesem Martyrium zu entkommen.
Strategie 1: Die Tarnung. Ich versuche, mich möglichst unscheinbar zu machen. Keine auffälligen Klamotten, keine lauten Gespräche, einfach nur verschmelzen mit der Büroeinrichtung. Hat leider bisher nicht funktioniert. Er scheint eine Art Radar für unauffällige Mitarbeiter zu haben.

Strategie 2: Der Gegenangriff. Ich starre einfach zurück! Und zwar solange, bis er wegschaut. Das ist zwar unangenehm, aber immerhin habe ich dann das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Bisher habe ich das allerdings nur einmal gewagt, und er hat nur noch intensiver gestarrt. Pattsituation.
Strategie 3: Die Flucht. Ich nutze jede Gelegenheit, um den Raum zu verlassen. Kaffee holen, Akten suchen, zur Toilette gehen… Hauptsache, weg von dem Blick. Das führt allerdings dazu, dass ich gefühlt den ganzen Tag unterwegs bin und kaum noch etwas schaffe. Auch nicht ideal.

Die Wahrheit ist, ich weiß nicht, warum mein Chef mich immer anstarrt.Vielleicht will er einfach nur sicherstellen, dass ich meine Arbeit mache. Vielleicht ist er einfach nur ein bisschen… komisch. Oder vielleicht, und das ist die romantischste aller Theorien, ist er heimlich in mich verliebt! (Okay, das ist wahrscheinlich unwahrscheinlich. Aber man darf ja mal träumen!)
Bis ich die Wahrheit herausgefunden habe, werde ich wohl weiterhin unter seinem Blick leiden. Oder vielleicht sollte ich einfach mal das Gespräch suchen. Aber wer weiß, was dann passiert. Vielleicht starrt er mich dann noch intensiver an! Ach, Büroalltag, du bist so wunderbar skurril!
Ich überlege mir jetzt, wie ich das Ganze mal humorvoll ansprechen kann. Vielleicht mit einem kleinen Zettel auf meinem Bildschirm: "Achtung! Wer mich anstarrt, muss einen Kaffee ausgeben!". Mal sehen, ob das funktioniert. Drückt mir die Daumen!
