Maybe In Distance But Never In Heart

Okay, Leute, mal ehrlich: Entfernung macht das Herz nicht immer enger. Ich weiß, ich weiß. Das ist quasi Blasphemie. Aber hört mir zu!
Umzug? Kein Problem!
Ihr bester Kumpel zieht ans andere Ende der Welt? Eure Schwester wandert nach Australien aus? Na und? Wir leben im 21. Jahrhundert! Wir haben Internet! Wir haben Flugzeuge! Wir haben...Memes!
Früher war das natürlich anders. Da hieß es: Adieu! Man hat sich vielleicht noch ein paar Briefe geschrieben. Aber heute? Videoanrufe, WhatsApp-Gruppen, gemeinsame Online-Spiele. Die Welt ist klein geworden.
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Mein bester Freund, Hans, ist nach Kanada gezogen. Ich war am Anfang total traurig. "Das ist das Ende unserer Freundschaft!", habe ich dramatisch gejammert. Falsch gedacht!
Wir spielen jetzt jeden Sonntagabend online Skat. Er trinkt kanadisches Bier, ich deutsches. Wir streiten uns wie immer über die Regeln. Was hat sich geändert? Eigentlich nichts! Außer dass ich jetzt weiß, wie kalt es in Kanada sein kann.

Weniger Stress, mehr Liebe?
Ist es nicht sogar manchmal besser, wenn ein bisschen Distanz zwischen einem und den Liebsten ist? Keine spontanen Besuche, wenn man eigentlich Netflix gucken will. Keine ungefragten Ratschläge von Tante Erna. Einfach ein bisschen Luft zum Atmen.
Versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Familie. Aber manchmal brauche ich einfach meinen Freiraum. Und das ist okay! Eine Fernbeziehung mit der Familie, wenn man so will.

Meine Oma, Helga, wohnt jetzt in einem Seniorenheim in Bayern. Früher hat sie mich jeden Sonntag zum Mittagessen eingeladen. Mit Knödeln und Braten und immer diesem komischen Nachtisch mit Götterspeise. War lecker, aber auch anstrengend!
Jetzt telefoniere ich mit ihr. Wir reden über Gott und die Welt. Sie erzählt mir von ihren neuen Mitbewohnern. Ich erzähle ihr von meinem chaotischen Leben. Und es ist...entspannter. Und trotzdem liebevoll.
Qualität statt Quantität!
Vielleicht liegt es daran, dass man die Zeit, die man dann tatsächlich miteinander verbringt, viel bewusster genießt. Kein "Ach, wir sehen uns ja eh jeden Tag". Sondern ein: "Juhu! Ich habe dich vermisst!"

Wenn Lisa, meine Cousine, aus Berlin zu Besuch kommt, planen wir immer ein ganzes Wochenende voller Aktivitäten. Wir gehen essen, ins Kino, shoppen. Wir quatschen bis spät in die Nacht. Früher, als wir noch im selben Dorf gewohnt haben, haben wir uns vielleicht einmal die Woche kurz auf der Straße gesehen.
Und wisst ihr was? Diese Wochenenden sind viel intensiver und schöner. Weil wir uns wirklich Zeit füreinander nehmen. Weil wir uns bewusst sind, dass diese Zeit begrenzt ist.

Also, meine lieben Freunde, lasst euch nicht von dieser alten Weisheit "Aus den Augen, aus dem Sinn" verunsichern. Entfernung kann vielleicht ein bisschen komplizierter sein. Aber sie muss nicht das Ende bedeuten.
Vielleicht sogar das Gegenteil. Vielleicht kann sie sogar dazu beitragen, dass Freundschaften und Beziehungen noch tiefer und bedeutungsvoller werden. Wer weiß?
"Die wahre Entfernung misst man nicht in Kilometern, sondern in Herzen." – Irgendjemand Kluges
Aber ich sage: Manchmal ist ein bisschen Distanz gar nicht so schlecht! Und jetzt entschuldigt mich, ich muss Skat spielen. Mit Hans in Kanada.
