Marcus Porcius Cato Der Jüngere

Stell dir vor, du bist auf einer Party. Nicht irgendeine Party, sondern so eine dekadente Römer-Sause mit Wein, Weib und Gesang (oder eben was die Römer so gesungen haben). Alle lallen, tanzen, schlecken an gebratenen Nachtigallzungen. Nur einer steht da, wie ein Fels in der Brandung, mit zusammengekniffenen Lippen und einem Blick, der Blitze schleudert. Das könnte gut und gerne Cato der Jüngere gewesen sein. Ja, der Cato. Nicht der mit den Olivenhainen (das war sein Urgrossvater), sondern der, der später Cäsars Alptraum werden sollte.
Warum erzähl ich dir das? Weil Cato der Jüngere, oder auch Cato Uticensis genannt, eben so war. Ein kompromissloser Verfechter von Prinzipien, ein Stoiker durch und durch, und ein Mann, der selbst dann noch Haltung bewahrte, als das römische Reich um ihn herum zerbrach. Klingt anstrengend? War's wahrscheinlich auch für ihn.
Ein Leben in Askese und Prinzipien
Cato war nicht einfach nur ein bisschen moralisch. Der Mann hat Tugend regelrecht geatmet. Er lebte asketisch, kleidete sich schlicht, ging barfuß (was in Rom bestimmt für Aufsehen sorgte) und ernährte sich spartanisch. Stell dir vor, du triffst ihn beim Buffet: Alle greifen nach Trüffeln und Gänsestopfleber, und Cato knabbert an einer rohen Rübe. Und schaut dich dabei verurteilend an. Na, wie fühlt man sich dann?
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Sein Fokus lag auf der mos maiorum, den Sitten der Vorfahren. Für ihn war Rom auf dem besten Weg, durch Korruption und Luxus zu Grunde zu gehen. Und er war fest entschlossen, das zu verhindern. Er sah sich als letztes Bollwerk gegen den Verfall. Ein ehrenwertes Ziel, keine Frage, aber ob’s wirklich realistisch war?
Cäsars Nemesis
Der Name Cato ist untrennbar mit dem Namen Caesar verbunden. Die beiden waren wie Feuer und Eis, wie Katzen und Hunde, wie… naja, du kennst das Spiel. Caesar, der brillante Feldherr und Politiker, der das römische Reich reformieren (oder eben erobern) wollte, und Cato, der starrköpfig an der Republik festhielt. Und das, obwohl diese Republik längst am Ende war, muss man fairerweise sagen.

Die beiden lieferten sich im Senat epische Schlachten. Cato redete Caesar regelmäßig an die Wand, blockierte seine Gesetze und versuchte, ihn politisch zu demontieren. Caesar wiederum versuchte, Cato zu korrumpieren oder ihn zumindest zum Schweigen zu bringen. Hat nicht funktioniert. Cato war unbestechlich. Ein Dorn im Auge, sag ich dir. Ein riesiger Dorn.
Ich mein, stell dir vor: Du bist Julius Caesar. Du hast Gallien erobert, bist ein gefeierter Held, und dieser eine Typ namens Cato macht dir ständig das Leben schwer. Wäre nicht schön, oder?

Das bittere Ende in Utica
Als Caesar den Rubikon überschritt und Rom in einen Bürgerkrieg stürzte, schlug sich Cato auf die Seite von Pompeius. Eine fatale Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Nach Pompeius' Niederlage in der Schlacht von Pharsalus floh Cato nach Utica, einer Stadt in Nordafrika.
Dort bereitete er die Verteidigung vor, doch als er erkannte, dass die Situation aussichtslos war und Caesar die Oberhand gewinnen würde, tat er etwas, das seinen Ruf als unerbittlicher Stoiker zementierte: Er beging Selbstmord. Ein spektakulärer, wenn auch tragischer Abgang. Er soll sich mit seinem Schwert erst in den Bauch gestochen und dann die Wunde aufgerissen haben, als man ihn verbinden wollte. Autsch!

Warum? Weil er sich weigerte, von Caesar begnadigt zu werden. Er wollte nicht in einer Welt leben, in der Caesar der uneingeschränkte Herrscher war. Für Cato war der Tod einer Diktatur vorzuziehen. Eine extreme Haltung, aber eben typisch Cato.
Was lernen wir daraus?
Cato Uticensis ist eine faszinierende, aber auch widersprüchliche Figur. Er war ein Mann von unbestechlicher Integrität, aber auch starrsinnig und kompromisslos. War er ein Held oder ein sturer Narr? Darüber streiten sich die Geister. Aber eines ist sicher: Er hat seine Ideale bis zum bitteren Ende verteidigt. Und das ist, zumindest, beeindruckend. Vielleicht sogar inspirierend. Oder auch einfach nur verrückt. Entscheide selbst.
Und nächstes Mal, wenn du auf einer Party bist und dich jemand verurteilend ansieht, weil du dir gerade ein Stück Kuchen einverleibt hast, denk an Cato. Vielleicht ist er ja reinkarniert…
