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Lois Lowry Book The Giver


Lois Lowry Book The Giver

Stell dir eine Welt vor, in der Schmerz nicht existiert. Keine Konflikte, keine Trauer, kein Leid. Klingt paradiesisch, oder? Aber was, wenn der Preis dafür die Aufgabe von Freiheit, Individualität und echter Emotion ist? Genau diese Frage stellt Lois Lowrys The Giver, ein Jugendroman, der seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1993 Leser jeden Alters zum Nachdenken anregt.

Dieser Artikel richtet sich an Leser, die entweder mit dem Buch bereits vertraut sind oder sich überlegen, es zu lesen. Er soll eine vertiefte Auseinandersetzung mit den zentralen Themen und Botschaften des Romans bieten, ohne dabei zu spoilern oder die Faszination an der Geschichte zu nehmen.

Die Utopie von Sameness

Die Gemeinschaft in The Giver scheint auf den ersten Blick perfekt. Sie ist strukturiert, effizient und frei von den Problemen, die unsere Welt plagen. Durch die sogenannte "Sameness" – die Aufhebung von Unterschieden in Bezug auf Wetter, Farbe, Emotionen und sogar Erinnerungen – wurde jegliches Konfliktpotenzial beseitigt. Doch dieser vermeintliche Frieden hat seinen Preis:

  • Keine Farben: Die Menschen sehen die Welt nur in Grautönen.
  • Keine Emotionen: Durch tägliche Injektionen werden starke Gefühle wie Liebe, Trauer oder Wut unterdrückt.
  • Keine Erinnerungen: Die Erinnerungen an die Vergangenheit, sowohl die guten als auch die schlechten, sind nur für den "Receiver of Memory" zugänglich.
  • Keine Wahlfreiheit: Lebenswege werden von den Ältesten der Gemeinschaft vorgegeben, um Effizienz und Stabilität zu gewährleisten.

"Es ist sicherer", sagt der Chief Elder. "Es ist viel sicherer."

Dieses Zitat fasst die Denkweise der Gemeinschaft perfekt zusammen. Sicherheit und Kontrolle stehen über allem, auch über der Freiheit und dem individuellen Glück.

Jonas' Erwachen

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Jonas erzählt, einem Zwölfjährigen, der für die besondere Aufgabe des "Receiver of Memory" ausgewählt wird. Diese Aufgabe bedeutet, dass er als Einziger die Erinnerungen an die Vergangenheit, an die Zeit vor der "Sameness", empfangen und bewahren wird. Durch die Übertragung dieser Erinnerungen von dem alten "Giver" erfährt Jonas die Schönheit und die Freude, aber auch das Leid, den Schmerz und die Grausamkeit der Welt.

The Giver Quartet Book Set by Lois Lowry- The Giver, Gathering Blue, M
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Seine Welt gerät ins Wanken, als er erkennt, was die Gemeinschaft geopfert hat, um ihren vermeintlichen Frieden zu wahren. Er beginnt, die Entscheidungen der Ältesten in Frage zu stellen und entwickelt den Wunsch, das Wissen, das er erlangt hat, mit allen zu teilen.

Zentrale Themen und Botschaften

The Giver wirft eine Vielzahl von Fragen auf, die auch heute noch relevant sind:

The giver-Il donatore - Lowry, Lois - Ebook - PDF | IBS
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  • Der Wert von Erinnerung: Lowry zeigt, dass Erinnerungen nicht nur Last, sondern auch Quelle von Weisheit, Erfahrung und Empathie sind. Ohne Erinnerung sind wir dazu verdammt, die gleichen Fehler immer wieder zu begehen.
  • Die Bedeutung von Individualität und Freiheit: Der Roman plädiert für das Recht auf Individualität und die Freiheit, Entscheidungen selbst zu treffen, auch wenn diese Entscheidungen mit Risiken verbunden sind.
  • Die Auseinandersetzung mit Schmerz und Leid: Lowry argumentiert, dass Schmerz und Leid unvermeidliche Bestandteile des Lebens sind, die uns aber auch wachsen und reifen lassen. Ohne Schmerz können wir wahre Freude und Empathie nicht erfahren.
  • Die Gefahren des Konformismus: Der Roman warnt vor den Gefahren des blinden Gehorsams und des Konformismus. Er ermutigt dazu, kritisch zu denken und bestehende Strukturen zu hinterfragen.

"Wenn du die Farbe einer Blume verlierst, verlierst du auch ihre Schönheit."

Dieses Bild verdeutlicht, dass der Verzicht auf Unterschiede und Vielfalt letztendlich zu einer Verarmung der menschlichen Erfahrung führt.

Das offene Ende

Das Ende von The Giver ist bewusst offen gehalten und lässt Raum für Interpretationen. Was genau mit Jonas und Gabriel geschieht, bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Dies ist jedoch kein Zeichen von Schwäche, sondern vielmehr eine Einladung, über die Botschaften des Romans nachzudenken und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Amazon.com: The Giver (illustrated; gift edition) eBook: Lois Lowry
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Warum The Giver auch heute noch relevant ist

In einer Welt, die zunehmend von Technologie, Algorithmen und dem Streben nach Effizienz geprägt ist, erinnert uns The Giver daran, wie wichtig es ist, die menschliche Individualität, die Emotionen und die Erinnerungen zu bewahren. Der Roman ist eine Mahnung, dass der Preis für Sicherheit und Stabilität nicht die Aufgabe von Freiheit und Menschlichkeit sein darf.

The Giver ist mehr als nur ein Jugendroman; es ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den grundlegenden Fragen der menschlichen Existenz. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, das berührt und das noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt. Die Lektüre lohnt sich – nicht nur für Jugendliche, sondern für jeden, der sich mit den Werten unserer Gesellschaft auseinandersetzen möchte.

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