Liste Nominalisierung Von Verben

Hast du dich jemals gefragt, warum manche Sätze so offiziell oder theoretisch klingen? Oft liegt das an der Nominalisierung von Verben. Dieses sprachliche Werkzeug, das aus einem Verb ein Nomen macht, ist besonders in der Wissenschaft, im Journalismus und in offiziellen Dokumenten verbreitet. Aber was genau steckt dahinter und wie können wir es besser verstehen?
Was ist Nominalisierung und für wen ist dieser Artikel?
Ziel dieses Artikels ist es, dir, dem Studenten oder der Studentin, die Nominalisierung von Verben auf einfache und verständliche Weise näherzubringen. Wir werden uns ansehen, was Nominalisierung bedeutet, wie sie funktioniert und warum sie in bestimmten Kontexten so häufig eingesetzt wird. Keine Sorge, wir werden uns nicht in komplizierten grammatischen Details verlieren, sondern es praktisch und relevant gestalten.
Nominalisierung bedeutet, ein Verb (ein Tunwort, wie "gehen", "lesen", "denken") in ein Nomen (ein Hauptwort, wie "das Gehen", "das Lesen", "das Denken") zu verwandeln. Stell dir vor, du machst aus einer Handlung eine Sache.
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Warum sollten wir uns damit beschäftigen?
Verstehst du Nominalisierung, verstehst du auch viele komplexe Texte besser. Du erkennst, wie Sprache funktioniert und kannst deine eigenen Texte präziser und effektiver gestalten. Egal ob für Hausarbeiten, Referate oder einfach nur zum besseren Verständnis von Zeitungsartikeln – das Wissen über Nominalisierung ist Gold wert!
Wie funktioniert Nominalisierung? Die Basics
Die häufigste Methode, ein Verb zu nominalisieren, ist, den Infinitiv (die Grundform) des Verbs zu nehmen und ihn großzuschreiben. Meistens fügen wir dann noch einen Artikel (der, die, das) hinzu.
Beispiele:
- Verb: sprechen -> Nominalisierung: das Sprechen
- Verb: lesen -> Nominalisierung: das Lesen
- Verb: schreiben -> Nominalisierung: das Schreiben
- Verb: gehen -> Nominalisierung: das Gehen
- Verb: arbeiten -> Nominalisierung: das Arbeiten
So einfach ist das im Grunde! Aber es gibt noch ein paar Feinheiten...
Der Artikel macht den Unterschied
Achte auf den Artikel! Er bestimmt das Genus (grammatikalische Geschlecht) des Nomens und muss im Satz richtig verwendet werden. In den meisten Fällen ist das nominalisierte Verb sächlich ("das Sprechen", "das Lesen").
Nominalisierung durch Ableitung
Manchmal wird ein Verb auch durch Hinzufügen von Suffixen (Endungen) nominalisiert. Hier ein paar Beispiele:
- Verb: erklären -> Nominalisierung: die Erklärung (Suffix: -ung)
- Verb: handeln -> Nominalisierung: die Handlung (Suffix: -ung)
- Verb: forschen -> Nominalisierung: die Forschung (Suffix: -ung)
- Verb: besuchen -> Nominalisierung: der Besuch (Suffix: -uch)
- Verb: leiden -> Nominalisierung: das Leiden (kein direktes Suffix, aber eine veränderte Form)
Diese Art der Nominalisierung kann das Geschlecht des Nomens verändern. "Die Erklärung" ist feminin, "der Besuch" ist maskulin.

Warum wird nominalisiert? Die Vorteile und Nachteile
Nominalisierung hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Es ist wichtig, sich dieser bewusst zu sein, um sie bewusst und effektiv einzusetzen.
Vorteile der Nominalisierung:
- Objektivität und Distanz: Nominalisierung kann einen Text objektiver und distanzierter wirken lassen. Das ist in wissenschaftlichen Arbeiten oft erwünscht.
- Kürze und Prägnanz: Manchmal kann Nominalisierung einen Satz kürzer und prägnanter machen. Anstatt zu sagen: "Weil er das Buch las, verstand er die Geschichte besser", könnte man sagen: "Durch das Lesen des Buches verstand er die Geschichte besser".
- Abstraktion: Nominalisierung ermöglicht es, abstrakte Konzepte zu formulieren und über sie zu sprechen.
- Fokus auf die Handlung: Nominalisierung kann den Fokus auf die Handlung selbst legen, anstatt auf die Person, die die Handlung ausführt. Anstatt zu sagen: "Der Forscher führte die Experimente durch", könnte man sagen: "Die Durchführung der Experimente erfolgte durch den Forscher".
Nachteile der Nominalisierung:
- Unverständlichkeit und Komplexität: Zu viele Nominalisierungen können einen Text schwer verständlich und unnötig komplex machen.
- Passivität: Nominalisierung kann zu passiven Formulierungen führen, die den Text weniger lebendig wirken lassen.
- Verlust von Lebendigkeit: Nominalisierte Sätze können steril und unpersönlich wirken.
- Schwierigkeit für Leser: Viele Nominalisierung in einem Text können Lesern den Zugang erschweren und das Verständnis beeinträchtigen.
Merke dir: Weniger ist manchmal mehr! Übertreibe es nicht mit der Nominalisierung. Achte darauf, dass dein Text klar und verständlich bleibt.
Nominalisierung in Aktion: Beispiele und Analyse
Schauen wir uns ein paar Beispiele an, um zu sehen, wie Nominalisierung in verschiedenen Kontexten eingesetzt wird.
Beispiel 1: Wissenschaftlicher Text
Original: "Die Forscher untersuchten die Daten und kamen zu einem Schluss."
Nominalisiert: "Die Untersuchung der Daten führte zu einer Schlussfolgerung."
In diesem Beispiel wird die Handlung des Untersuchens und des Schlussfolgerns nominalisiert. Der Fokus liegt auf dem Prozess der Untersuchung und dem Ergebnis der Schlussfolgerung. Der Satz wirkt objektiver und distanzierter.

Beispiel 2: Journalismus
Original: "Die Regierung plant, die Steuern zu erhöhen."
Nominalisiert: "Die geplante Steuererhöhung der Regierung..."
Hier wird die Handlung des Erhöhens nominalisiert. Im journalistischen Kontext kann Nominalisierung verwendet werden, um einen Sachverhalt kurz und prägnant darzustellen.
Beispiel 3: Offizielle Dokumente
Original: "Es ist wichtig, die Regeln zu beachten."
Nominalisiert: "Die Beachtung der Regeln ist von Bedeutung."
In offiziellen Dokumenten wird Nominalisierung oft verwendet, um einen formellen und unpersönlichen Ton zu erzeugen.

Beispiel 4: Dein eigener Schreibstil
Original: "Wenn man viel liest, lernt man neue Wörter."
Nominalisiert: "Durch das viele Lesen lernt man neue Wörter."
Dieser Satz zeigt, wie du Nominalisierung nutzen kannst, um deine eigenen Sätze etwas zu straffen und eleganter zu gestalten.
Wie vermeide ich unnötige Nominalisierungen? Die "Verb-Rückführung"
Manchmal ist es besser, Nominalisierungen zu vermeiden und stattdessen wieder Verben zu verwenden. Das nennt man "Verb-Rückführung".
Beispiel:
Nominalisiert: "Die Durchführung des Experiments erfolgte durch den Forscher."

Verb-Rückführung: "Der Forscher führte das Experiment durch."
Die Verb-Rückführung macht den Satz direkter, aktiver und verständlicher. Hier sind ein paar Tipps, wie du das machen kannst:
- Achte auf Passivkonstruktionen: Passive Sätze enthalten oft Nominalisierungen. Wandle sie in aktive Sätze um.
- Suche nach versteckten Verben: Manchmal stecken Verben in Nomen versteckt. Hole sie wieder hervor!
- Sei mutig: Scheue dich nicht, umzuschreiben! Manchmal ist eine komplette Umformulierung die beste Lösung.
Übung macht den Meister: Werde zum Nominalisierungs-Detektiv!
Der beste Weg, Nominalisierung zu verstehen, ist, sie in Texten zu erkennen und selbst damit zu experimentieren. Nimm dir einen Zeitungsartikel, eine wissenschaftliche Arbeit oder einen Gesetzestext und versuche, die Nominalisierungen zu finden. Versuche dann, die Sätze ohne Nominalisierung umzuschreiben. Du wirst sehen, wie sich der Stil und die Wirkung des Textes verändern!
Du kannst auch versuchen, deine eigenen Texte zu analysieren. Wo hast du Nominalisierungen verwendet? Könntest du sie durch Verben ersetzen? Macht das den Text besser oder schlechter?
Denk daran: Übung macht den Meister! Je mehr du dich mit Nominalisierung beschäftigst, desto besser wirst du sie verstehen und einsetzen können.
Fazit: Nominalisierung – Ein Werkzeug, kein Hindernis
Nominalisierung ist ein mächtiges Werkzeug der deutschen Sprache, das du bewusst einsetzen kannst, um deine Texte zu präzisieren, zu objektivieren oder zu verdichten. Aber es ist auch ein Werkzeug, das leicht missbraucht werden kann, wenn es zu Unverständlichkeit und Komplexität führt.
Indem du die Grundlagen der Nominalisierung verstehst, ihre Vor- und Nachteile kennst und übst, sie bewusst einzusetzen, kannst du deine sprachlichen Fähigkeiten deutlich verbessern und deine Texte klarer, präziser und effektiver gestalten.
Nutze dieses Wissen, um Texte besser zu verstehen, deinen eigenen Schreibstil zu verbessern und erfolgreich durch dein Studium zu kommen. Viel Erfolg!
