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Kann Man Windpocken Zweimal Bekommen


Kann Man Windpocken Zweimal Bekommen

Windpocken – allein das Wort löst bei vielen Eltern ein leichtes Schaudern aus. Der juckende Ausschlag, das Fieber, die unruhigen Nächte... Einmal durchgemacht, dachte man, sei man sicher. Doch was, wenn die Frage aufkommt: Kann man Windpocken wirklich zweimal bekommen?

Gerade wenn kleine Kinder im Umfeld betroffen sind, oder man sich selbst an einen vermeintlich überstandenen Fall erinnert, kann diese Unsicherheit beunruhigen. Lassen Sie uns gemeinsam Klarheit schaffen.

Windpocken und das Varicella-Zoster-Virus

Windpocken, auch Varizellen genannt, werden durch das Varicella-Zoster-Virus (VZV) verursacht. Dieses Virus ist hoch ansteckend und verbreitet sich leicht durch Tröpfcheninfektion – beispielsweise beim Husten oder Niesen. Nach der Erstansteckung und dem Abklingen der Windpocken-Symptome verschwindet das Virus aber nicht vollständig aus dem Körper.

Es zieht sich in die Nervenzellen zurück und schlummert dort. Das ist der Grund, warum man in den meisten Fällen ein Leben lang immun gegen Windpocken ist. Der Körper hat gelernt, das Virus zu erkennen und es bei einer erneuten Aktivierung zu bekämpfen.

Die seltene Ausnahme: Zweimal Windpocken?

Obwohl es selten vorkommt, ist es theoretisch möglich, Windpocken zweimal zu bekommen. In den meisten Fällen handelt es sich aber um:

Windpocken - Symptome, Bilder, Impfung und Inkubationszeit
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  • Eine fehlerhafte Diagnose beim ersten Mal.
  • Eine sehr milde Verlaufsform beim ersten Mal, die nicht als Windpocken erkannt wurde.
  • Eine sehr seltene Immunschwäche, die den Körper daran hindert, eine ausreichende Immunität aufzubauen.

Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich zweimal an Windpocken zu erkranken, ist also sehr gering. Studien zeigen, dass die Immunität nach einer durchgemachten Windpocken-Erkrankung in der Regel sehr lange anhält – oft lebenslang.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie oder Ihr Kind erneut Symptome zeigen, die denen von Windpocken ähneln (juckender Ausschlag, Fieber, Müdigkeit), ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er kann eine genaue Diagnose stellen und andere mögliche Ursachen ausschließen. Gerade bei Erwachsenen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem ist eine schnelle Abklärung wichtig.

Besonders wichtig: Verwechseln Sie Windpocken nicht mit Gürtelrose. Gürtelrose wird ebenfalls durch das Varicella-Zoster-Virus verursacht, aber es handelt sich um eine Reaktivierung des Virus aus den Nervenzellen. Gürtelrose tritt meist nur in einem begrenzten Bereich des Körpers auf und ist oft mit starken Schmerzen verbunden.

Windpocken - Symptome, Bilder, Impfung und Inkubationszeit
Windpocken - Symptome, Bilder, Impfung und Inkubationszeit

Gürtelrose: Die späte Folge der Windpocken

Wie bereits erwähnt, bleibt das Varicella-Zoster-Virus nach einer Windpocken-Erkrankung im Körper. Im Laufe des Lebens kann es, besonders bei älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, zu einer Reaktivierung des Virus kommen. Diese Reaktivierung führt zu Gürtelrose (Herpes Zoster).

Gürtelrose ist durch einen schmerzhaften, bläschenartigen Ausschlag gekennzeichnet, der sich meist auf einen bestimmten Bereich des Körpers beschränkt. Die Schmerzen können auch nach dem Abklingen des Ausschlags noch lange anhalten (Postzosterische Neuralgie).

Windpocken - Symptome, Bilder, Impfung und Inkubationszeit
Windpocken - Symptome, Bilder, Impfung und Inkubationszeit

"Die Gürtelrose ist sozusagen die 'zweite Chance' des Windpockenvirus, allerdings in einer anderen Form," erklärt Dr. med. Elisabeth Schmidt, Fachärztin für Allgemeinmedizin. "Deshalb ist es wichtig, sich auch nach überstandenen Windpocken mit dem Thema zu beschäftigen und bei Verdacht auf Gürtelrose einen Arzt aufzusuchen."

Die Impfung als Schutz

Die sicherste Methode, sich und seine Kinder vor Windpocken und ihren möglichen Komplikationen zu schützen, ist die Impfung. Die Windpocken-Impfung ist eine empfohlene Standardimpfung für Kinder und wird in der Regel in zwei Dosen verabreicht.

Auch Erwachsene, die bisher keine Windpocken hatten und nicht geimpft sind, sollten sich impfen lassen, besonders wenn sie im Gesundheitswesen arbeiten oder engen Kontakt zu Kindern haben. Die Impfung bietet einen sehr guten Schutz vor einer Erkrankung und kann auch den Verlauf einer späteren Gürtelrose mildern.

Windpocken, Varizellen
Windpocken, Varizellen

Zusammenfassend lässt sich sagen: Während eine zweite Windpocken-Erkrankung äußerst selten ist, ist die Gürtelrose eine mögliche Spätfolge der Windpocken. Die Impfung bietet den besten Schutz vor beiden Erkrankungen.

Was tun, wenn Sie unsicher sind?

Sollten Sie sich unsicher sein, ob Sie oder Ihr Kind tatsächlich Windpocken hatten oder ob die Symptome einer erneuten Erkrankung entsprechen, zögern Sie nicht, Ihren Arzt zu konsultieren. Eine klare Diagnose und die richtige Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, zweimal an Windpocken zu erkranken, ist es wichtig, informiert zu sein und auf mögliche Symptome zu achten. So können Sie beruhigt sein und im Bedarfsfall die richtigen Schritte einleiten.

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