Kann Man 2 Mal Windpocken Bekommen

Windpocken. Schon das Wort klingt irgendwie...flatterig. So wie kleine, rote Punkte, die einen im Kindergartenalter heimsuchen und dann, nach einer Woche Juckreiz-Marathon, für immer verschwinden. Oder etwa nicht? Die Frage, ob man Windpocken wirklich nur einmal im Leben bekommt, spaltet seit Generationen Eltern am Sandkasten. Ist das nun ein Mythos oder die pure Wahrheit?
Die "Einmal-und-nie-wieder"-Theorie
Die meisten von uns sind mit der Überzeugung aufgewachsen: Einmal Windpocken, Immunität für immer! Das ist wie mit dem Führerschein: einmal bestanden, nie wieder die Theorieprüfung. Stell dir vor, du schleppst dich als kleiner Stöpsel mit Pusteln übersät zum Arzt, wirst getröstet, mit Puder behandelt und bekommst das Versprechen: "Danach bist du immun!". Das klingt doch fair, oder?
Und tatsächlich: In den allermeisten Fällen stimmt das auch. Dein Körper merkt sich den Übeltäter, das Varicella-Zoster-Virus, und hält die Abwehrkräfte in Alarmbereitschaft. Sollte der Virus Jahre später noch einmal anklopfen, wird er freundlich, aber bestimmt abgewiesen. So weit, so gut.
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Achtung: Bläschen-Comeback!
Aber, und jetzt kommt der Knackpunkt, das Virus ist ein schlauer Fuchs. Es verschwindet nämlich nicht einfach, sondern nistet sich in deinen Nervenzellen ein. Dort chillt es, meist unbemerkt, vor sich hin. Und dann, irgendwann, oft im höheren Alter oder bei geschwächtem Immunsystem, kann es zu einem Comeback kommen – in Form von Gürtelrose.
Ja, richtig gelesen! Gürtelrose wird vom selben Virus verursacht wie Windpocken. Das ist wie bei einem Rockstar, der nach Jahren der Bühnenabstinenz ein fulminantes Comeback feiert, nur eben nicht mit Gitarre, sondern mit schmerzhaften Bläschen.

Und hier wird es interessant: Gürtelrose ist zwar nicht direkt dasselbe wie "ein zweites Mal Windpocken bekommen", aber streng genommen schon eine Folge des ursprünglichen Windpockenvirus. Es ist eher wie eine Fortsetzung der Geschichte, ein unerwartetes Sequel, das niemand so wirklich bestellt hat.
Stell dir vor, du triffst deinen alten Kindergartenfreund wieder, der dich damals mit Windpocken angesteckt hat. Und er sagt: "Sorry, war nicht meine Absicht, dir jetzt als Gürtelrose-Patient über den Weg zu laufen!". Wäre irgendwie absurd, oder?
Windpocken 2.0 – Die absolute Ausnahme
Okay, jetzt wird es ein bisschen komplizierter. Es gibt tatsächlich extrem seltene Fälle, in denen Menschen tatsächlich zweimal Windpocken bekommen. Das ist dann meistens auf ein stark geschwächtes Immunsystem zurückzuführen, zum Beispiel durch bestimmte Medikamente oder Krankheiten. Aber das ist wirklich die absolute Ausnahme und sollte dich jetzt nicht in Panik versetzen.

Denk eher an einen Lottogewinn, nur eben in der Negativ-Variante. Die Wahrscheinlichkeit ist so gering, dass du dir darüber keine allzu großen Sorgen machen musst.
Was du wirklich wissen musst
Also, was ist nun die Moral von der Geschicht'? Die meisten von uns sind nach einer Windpocken-Infektion immun. Das Risiko für Gürtelrose steigt mit dem Alter, aber auch hier gibt es Impfungen, die vorbeugen können. Und die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich ein zweites Mal Windpocken zu bekommen, ist verschwindend gering.

Also, entspann dich, genieße dein Leben und denk daran: Solltest du tatsächlich eine der seltenen Ausnahmen sein, dann hast du zumindest eine gute Geschichte zu erzählen. Und vielleicht wirst du ja sogar berühmt als der Mensch, der zweimal von diesen fiesen, kleinen Pusteln heimgesucht wurde.
„Windpocken sind wie ein unliebsamer Besucher, den man am liebsten für immer loswerden möchte. Aber manchmal kommt er eben doch noch einmal vorbei – in anderer Gestalt.“
Und noch ein kleiner Tipp: Wenn du dir unsicher bist, ob du Windpocken hattest oder geimpft bist, frag einfach deinen Arzt. Der kann dir mit Sicherheit weiterhelfen und dich vor unnötiger Sorge bewahren.
Also, dann mal gute Besserung, falls du gerade mit Bläschen zu kämpfen hast, und ansonsten: genieße die windpockenfreie Zeit!
