Kalkulatorische Zinsen Formel Warum Durch 2

Okay, mal ehrlich: Wer von uns hat noch nie versucht, beim Bäcker mit 'nem Zwanni zu zahlen und dann gehofft, dass der Verkäufer das Wechselgeld vergisst? Ich nicht… hust. Aber darum geht's ja eigentlich gar nicht. Neulich saß ich mit 'nem Kumpel zusammen, der 'nen kleinen Handwerksbetrieb hat. Er war total frustriert, weil er seine Preise nicht richtig kalkulieren konnte. "Irgendwie," meinte er, "mach ich immer Verlust, obwohl ich doch genug Aufträge hab!" Und da fiel mir wieder was ein: Die kalkulatorischen Zinsen. Die Dinger können einem echt das Leben schwer machen, wenn man sie ignoriert.
Die kalkulatorischen Zinsen sind nämlich so'n bisschen wie der Schattenmann im BWL-Universum. Sie tauchen in keiner offiziellen Bilanz auf, sind aber trotzdem da und knabbern an deinem Gewinn. Stell dir vor, du hast 'ne Maschine im Wert von 50.000 Euro. Das Geld, das du dafür ausgegeben hast, könnte ja auch auf 'nem Festgeldkonto liegen und Zinsen abwerfen. Diese entgangenen Zinsen sind quasi die kalkulatorischen Zinsen. Verstanden? Gut, sonst erklär ich's dir nochmal, aber dann wird's teuer! 😉
Die Formel (Und warum da 'ne 2 rumschwirrt)
Die Formel für die kalkulatorischen Zinsen sieht erstmal ziemlich harmlos aus:
Must Read
Kalkulatorische Zinsen = (Anschaffungswert + Restwert) / 2 * Zinssatz
Okay, Anschaffungswert ist klar. Das ist der Preis, den du für das Ding bezahlt hast. Der Restwert ist der Wert, den das Ding am Ende seiner Nutzungsdauer noch hat. Der Zinssatz… naja, das ist der Zinssatz, den du für eine alternative Geldanlage bekommen hättest. Soweit, so gut. Aber warum zum Teufel teilen wir das Ganze durch 2?

Genau das ist die Frage, die meinen Kumpel so gequält hat! Und die Antwort ist eigentlich ganz simpel: Wir wollen den durchschnittlichen Wert des Anlagevermögens über die gesamte Nutzungsdauer berücksichtigen. Stell dir vor, du kaufst ein Auto für 20.000 Euro. Nach fünf Jahren ist es nur noch 5.000 Euro wert. Der Wert des Autos sinkt also kontinuierlich. Würden wir nur den Anschaffungswert nehmen, würden wir die kalkulatorischen Zinsen zu hoch ansetzen. Würden wir nur den Restwert nehmen, wären sie zu niedrig. Die goldene Mitte ist also der Durchschnitt, und den bekommen wir, indem wir (Anschaffungswert + Restwert) durch 2 teilen. Logisch, oder?
Kleine Anekdote am Rande: Mein BWL-Prof hat das damals mit 'nem Apfel erklärt. Er hat den Apfel halbiert und gesagt: "Das ist der Durchschnitt!" Sehr einprägsam, muss ich sagen!

Man kann das auch anders sehen: Man könnte theoretisch auch jeden Monat den Wert der Maschine neu bewerten und die Zinsen für diesen Monat berechnen. Das wäre aber mega aufwendig. Die Formel mit der 2 ist also eine Vereinfachung, die in der Praxis super funktioniert.
Warum sind kalkulatorische Zinsen überhaupt wichtig?
Ganz einfach: Weil sie deine tatsächlichen Kosten widerspiegeln. Wenn du deine Preise kalkulierst, musst du alle Kosten berücksichtigen, auch die, die nicht direkt in deiner Bilanz stehen. Ansonsten verkaufst du deine Produkte oder Dienstleistungen vielleicht zu billig und machst auf lange Sicht keinen Gewinn. Und das wäre ja blöd, oder? (Außer für deine Konkurrenz, die freut sich dann…)

Stell dir vor, du bist Schreiner und baust Tische. Du kalkulierst nur die Materialkosten (Holz, Schrauben etc.) und deinen Lohn. Aber du hast auch noch eine teure Hobelmaschine in der Werkstatt stehen. Die Maschine hat dich mal 'ne Stange Geld gekostet, und dieses Geld könntest du ja auch anders investieren. Diese Opportunitätskosten, also die entgangenen Gewinne aus einer alternativen Investition, musst du berücksichtigen. Und genau das machen die kalkulatorischen Zinsen!
Also, kurz gesagt: Vergiss die kalkulatorischen Zinsen nicht! Sie sind zwar unsichtbar, aber sie sind da und beeinflussen dein Geschäft.
Und jetzt geh raus und kalkulier deine Preise richtig! Und denk dran: Lieber einmal zu viel gerechnet als einmal zu wenig. 😉
