Journal Of Brand Management

Okay, lasst uns ehrlich sein. Wer von euch hat jemals freiwillig den Journal of Brand Management gelesen? Hand hoch! (Ich sehe niemanden. War ja klar.)
Ich meine, Branding ist ja wichtig. Keine Frage. Wir alle kennen die großen Namen: Apple, Nike, Coca-Cola. Die haben's drauf. Die haben ganze Heerscharen von Marketing-Gurus, die sich den Kopf zerbrechen, wie sie uns noch mehr Zeug verkaufen können, das wir eigentlich gar nicht brauchen.
Aber das Journal of Brand Management? Das ist doch, wie wenn man versucht, einen Witz zu sezieren. Am Ende versteht man ihn noch weniger als vorher. Und lachen tut sowieso keiner mehr.
Must Read
Ich behaupte mal: Die meisten Artikel darin sind so trocken, dass man sie als Ziegelsteine für ein neues Bürogebäude verwenden könnte. Statt inspirierender Kampagnen gibt's da seitenweise Analysen über "markenbezogene Eigenkapitalwahrnehmung" und "kognitive Dissonanzreduktionsstrategien". Klingt spannend, oder?
Ich weiß, ich weiß. Das ist vielleicht eine etwas unpopuläre Meinung. Branding ist Wissenschaft! Strategie! Marktanalyse! Und natürlich: Buzzwords, Buzzwords, Buzzwords!

Aber mal unter uns: Brauchen wir wirklich komplizierte Diagramme und ellenlange Studien, um zu verstehen, dass eine gute Marke mehr ist als nur ein Logo? Dass es um Emotionen geht? Um Vertrauen? Um das Gefühl, dass man etwas Besonderes kauft, auch wenn es vielleicht nur überteuerter Kaffee ist?
Die Macht der Intuition (oder: Bauchgefühl ftw!)
Ich sage ja nicht, dass Forschung unnötig ist. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns in der Analyse verlieren. Dass wir so sehr damit beschäftigt sind, alles zu rationalisieren und zu messen, dass wir vergessen, worum es wirklich geht: Eine Verbindung zum Kunden aufzubauen.
Vielleicht ist das der Grund, warum so viele "erfolgreiche" Marken trotzdem scheitern. Weil sie sich zu sehr auf Zahlen und Modelle verlassen und zu wenig auf ihr Bauchgefühl. Auf die Intuition. Auf das, was die Leute wirklich wollen.

Und ja, ich weiß, Intuition ist schwer messbar. Aber das macht sie nicht weniger wertvoll. Im Gegenteil. Vielleicht ist sie sogar das Wertvollste überhaupt.
Ich meine, wie viele der wirklich ikonischen Marken sind durch akribische Marktforschung entstanden? Oder durch einen genialen Geistesblitz? Ich tippe eher auf Letzteres. Steve Jobs hat sich sicher nicht den Journal of Brand Management reingezogen, bevor er das iPhone erfunden hat.
Branding: Mehr Kunst als Wissenschaft?
Vielleicht ist Branding ja gar keine Wissenschaft. Vielleicht ist es eher eine Kunst. Eine Art, Geschichten zu erzählen. Emotionen zu wecken. Eine Sehnsucht zu stillen.

Und vielleicht sollte man diese Kunst nicht mit komplizierten Formeln und Modellen ersticken. Sondern ihr einfach Raum geben, sich zu entfalten. Manchmal ist weniger eben doch mehr.
Ich will hier niemanden beleidigen, der den Journal of Brand Management liest (falls es diese Person überhaupt gibt). Aber vielleicht sollten wir alle mal wieder einen Schritt zurücktreten und uns fragen: Was macht eine gute Marke wirklich aus? Und brauchen wir dafür wirklich ein wissenschaftliches Journal?
Oder reicht es vielleicht, einfach zuzuhören. Hinsehen. Fühlen. Und sich trauen, ein bisschen verrückt zu sein?

Ich plädiere für mehr Mut zum Bauchgefühl. Für mehr Kreativität. Für mehr "Fuck it, wir probieren's einfach mal!" Und für weniger trockene Artikel über "markenstrategische Implikationen".
Denn am Ende des Tages ist Branding doch vor allem eins: Menschlich. Und das sollte es auch bleiben.
Vielleicht ist die beste Branding-Strategie überhaupt, einfach ein gutes Produkt zu machen und es nicht zu verkacken. Nur so 'ne Idee.
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss los. Ich habe noch einen Termin bei der Eisdiele. Ich muss dringend meine "markenbezogene Eigenkapitalwahrnehmung" verbessern. Mit Schokoladeneis. Wissenschaftlich fundiert, versteht sich.
