Innerer Monolog Besuch Der Alten Dame

Okay, Hand aufs Herz: Wer von uns hat noch nie einen inneren Monolog geführt, der sich anfühlt wie ein Marathonlauf, bevor man überhaupt aus dem Haus ist? Kennt ihr das, wenn sich eure Gedanken schneller überschlagen als ein Formel-1-Rennen, nur weil ein bestimmtes Ereignis ansteht? Zum Beispiel: Besuch von Tante Erna. Oder, in unserem Fall: Eine Theateraufführung von Dürrenmatts "Besuch der alten Dame".
Ja, genau. Diese Geschichte mit der Milliardärin, die in ihr Heimatdorf zurückkehrt und Rache fordert. Klingt erstmal nach schwerer Kost, oder? So wie ein Sonntagsbraten, der seit drei Stunden im Ofen vergessen wurde. Aber keine Sorge, wir nähern uns dem Thema mit der Leichtigkeit einer Feder – oder zumindest mit dem Versuch, nicht in Panik zu geraten, während der Vorhang aufgeht.
Die Vorbereitung: Ein innerer Kampf
Schon beim Ticketkauf ging es los. "Das wird doch furchtbar deprimierend!", jammert die eine Hälfte meines Gehirns. "Ach Quatsch, ist doch Kulturgut! Bild dich mal weiter!", keift die andere. Es ist wie bei der Entscheidung zwischen Pizza und Salat. Man weiß, was gesünder wäre, aber die Pizza lockt einfach zu sehr. Nur, dass in diesem Fall die "Pizza" die gemütliche Couch und Netflix ist.
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Dann der Kleiderzwang. Was zieht man zu so einer Vorstellung an? Jeans und T-Shirt? Viel zu lässig! Der kleine Schwarze? Total übertrieben! Endeffekt: Ich stehe gefühlt eine Stunde vor dem Kleiderschrank, probiere gefühlt 20 Outfits an und entscheide mich dann für… genau, das, was ich eh schon anhatte. Ein Teufelskreis, sag ich euch.
Während der Vorstellung: Achterbahn der Gefühle
Das Licht geht aus, die Musik beginnt. Und plötzlich: Stille. Zumindest äußerlich. Innerlich ist es wie auf dem Jahrmarkt. "Oh Gott, das Bühnenbild ist ja wirklich düster!" – Karussellfahrt der Besorgnis. "Boah, die alte Dame ist ja richtig furchteinflößend!" – Achterbahn der Angst. "Hm, der Alfred Ill tut mir ja doch ein bisschen leid." – Geisterbahn der Empathie. Und das alles innerhalb von zwei Stunden!

Da ist diese Szene, in der die Güllener immer mehr dem Druck der Milliardärin erliegen. Diese Gier! Kennen wir das nicht alle? Wenn der neue Fernseher im Angebot ist oder der Nachbar das schickere Auto hat? Plötzlich ist man bereit, Dinge zu tun, die man eigentlich niemals tun würde. Nur eben nicht ganz so drastisch wie in Dürrenmatts Stück, hoffentlich!
Und dann das Ende. Spoiler-Alarm! (falls es wirklich noch jemanden gibt, der das Stück nicht kennt): Alfred Ill wird umgebracht. Das ganze Dorf hat mitgemacht. Die Moral von der Geschicht': Geld verdirbt den Charakter. Und zwar richtig gründlich. Da sitzt man dann im Publikum und denkt sich: "Puh, gut, dass ich 'nur' mit dem Nachbarn um den besten Parkplatz streite."

Der Nachklang: Mehr als nur Theater
Nach der Vorstellung ist man irgendwie… anders. Die Geschichte hallt nach. Man denkt über Moral nach, über Verantwortung, über die dunklen Seiten der menschlichen Natur. So ein Theaterbesuch ist halt mehr als nur Unterhaltung. Es ist wie ein Spiegel, der uns unsere eigenen Abgründe zeigt. Aber keine Panik, wir sind ja alle nur Menschen. Mit Fehlern und Schwächen und der gelegentlichen Neigung, uns von Materiellem blenden zu lassen.
Fazit: "Der Besuch der alten Dame" ist vielleicht kein Zuckerschlecken, aber definitiv ein Erlebnis. Und wer weiß, vielleicht hilft es uns ja, das nächste Mal, wenn der Nachbar mit dem neuen Auto vorfährt, einfach nur zu lächeln und zu denken: "Ach, solange ich meine Pizza und meinen Netflix-Account habe…". Und ein bisschen Kultur schadet ja auch nicht.
