Ich Verstehe Es Nicht Spanisch

Kennst du das Gefühl, wenn jemand in einer Sprache redet, die du absolut nicht verstehst? So wie wenn ein Marsmännchen plötzlich anfängt, dir die Gebrauchsanweisung für ein Raumschiff vorzulesen? Bei mir ist das oft so, wenn es um Spanisch geht. Ich sage dann immer: "Ich verstehe es nicht Spanisch!" – ein Satz, der ironischerweise grammatikalisch auch nicht ganz korrekt ist, aber das ist ja gerade der Witz.
Es ist komisch, oder? Spanisch ist ja nun wirklich keine obskure Sprache. Millionen von Menschen sprechen sie, es gibt unzählige Filme, Lieder und Bücher auf Spanisch. Und trotzdem sitze ich da, mit offenem Mund, und versuche, aus einem Wortsalat irgendetwas Sinnvolles herauszufiltern. Manchmal klappt es, aber meistens scheitere ich kläglich. Und das ist dann der Moment, wo mein innerer Komiker die Bühne betritt.
Der unbeabsichtigte Tourist
Erinnerst du dich an den Film "Lost in Translation"? Bill Murray, verloren in Tokio, versteht kein Wort Japanisch und erlebt die absurdesten Situationen. So ähnlich fühle ich mich manchmal, wenn ich in einem spanischsprachigen Land bin. Neulich war ich in Barcelona. Ich wollte mir nur einen Kaffee bestellen, aber irgendwie landete ich am Ende mit einem Teller Paella und einem Glas Sangria da. Ich hatte zwar keine Ahnung, wie das passiert ist, aber es war köstlich! Vielleicht sollte ich meine Sprachkenntnisse einfach ignorieren und mich dem Zufall überlassen?
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Manchmal ist es auch richtig peinlich. Ich wollte mal fragen, wo die Toilette ist, und endete damit, dass ich dem Kellner eine Liebeserklärung gemacht habe. Zumindest vermute ich das, denn er hat rot wie eine Tomate gegrinst und mir irgendeinen unverständlichen Satz geantwortet. Ich bin dann einfach schnell weggelaufen und habe die nächstbeste Toilette gesucht. Seitdem überlege ich mir genau, was ich sage, bevor ich den Mund aufmache.
Die Macht der Gesten
Aber das Schöne am Nicht-Verstehen ist ja, dass man kreativ werden muss. Wenn die Worte fehlen, müssen die Gesten sprechen! Ich bin ein Meister der Pantomime geworden. Ich kann ein ganzes Menü mit Handzeichen und Gesichtsausdrücken bestellen. Ein Fisch wird durch wellenartige Bewegungen dargestellt, ein Huhn durch Flügelschlagen und ein Steak durch das Nachahmen eines kauenden Mundes. Es ist zwar nicht immer elegant, aber es funktioniert meistens. Und die Leute haben was zu lachen!

"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." – Ludwig Wittgenstein
Dieser Spruch klingt erstmal ziemlich deprimierend, aber ich sehe das anders. Meine Sprachbarriere ist nicht das Ende meiner Welt, sondern der Anfang eines großen Abenteuers. Jede Situation, in der ich etwas nicht verstehe, ist eine Chance, etwas Neues zu lernen, neue Leute kennenzulernen und über mich selbst zu lachen.
Mehr als nur Worte
Ich habe gelernt, dass Kommunikation mehr ist als nur Worte. Ein Lächeln, ein freundlicher Blick, eine hilfsbereite Geste – das alles kann Brücken bauen, auch wenn man die Sprache des anderen nicht spricht. Ich habe in Spanien so viele nette Menschen getroffen, die mir geholfen haben, obwohl ich kaum Spanisch konnte. Sie haben mir den Weg gezeigt, mir das beste Essen empfohlen und mir die schönsten Orte gezeigt. Und dafür bin ich ihnen unendlich dankbar.

Und mal ehrlich, wer braucht schon perfekte Sprachkenntnisse, um das Leben zu genießen? Man kann auch ohne viel Spanisch Spaß haben, die Sonne genießen, leckeres Essen essen und die Kultur erleben. Man muss sich nur darauf einlassen und den Humor nicht verlieren.
Vielleicht werde ich irgendwann mal fließend Spanisch sprechen können. Vielleicht auch nicht. Aber bis dahin werde ich weiterhin sagen: "Ich verstehe es nicht Spanisch!" – und mich dabei prächtig amüsieren. Denn manchmal ist das Unverständnis die beste Art, die Welt zu entdecken. Und wer weiß, vielleicht lerne ich ja doch noch, wie man ohne Missverständnisse einen Kaffee bestellt.
