Ich Muss Sehr Oft Pinkeln

Ich sitze hier, am Schreibtisch, die Sonne scheint, und ich habe wieder dieses Gefühl. Dieses dringende, unignorierbare Gefühl. Kennt ihr das? Dieses "Ich muss sehr oft pinkeln"-Gefühl? Es ist mein ständiger Begleiter, mein kleiner, nasser Schatten.
Früher habe ich mich dafür geschämt. In der Schule, beim Sport, im Kino. Ich war immer diejenige, die sagte: "Entschuldigung, ich muss mal kurz..." und dann rotgesichtig aus dem Raum huschte. Meine Freunde haben sich lustig gemacht, natürlich. "Hat die wieder einen See getrunken?", witzelten sie. Aber was sollten sie auch sagen? Es war ja nun mal so: Ich musste ständig!
Aber irgendwann, so mit Mitte 20, habe ich beschlossen, dass es genug ist mit der Scham. Warum sollte ich mich für etwas entschuldigen, was mein Körper einfach so macht? Ich habe angefangen, offener darüber zu sprechen. Und was soll ich sagen? Es war befreiend! Plötzlich merkte ich, dass ich gar nicht so allein bin mit meinem Problem. Viele meiner Freunde hatten ähnliche Geschichten zu erzählen. Von langen Autofahrten mit gefühlten hundert Pinkelpausen, von peinlichen Situationen in Meetings, von nächtlichen Toilettengängen, die den Schlaf rauben. Wir haben uns gegenseitig Tipps gegeben, lustige Anekdoten erzählt und einfach gemeinsam gelacht.
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Die Pinkelpause als Lebenselixier
Und wisst ihr was? Ich habe sogar angefangen, die ständigen Toilettengänge positiv zu sehen. Sie sind wie kleine Pausen vom Alltag. Eine kurze Auszeit, in der ich kurz durchatmen, meine Gedanken sammeln und mich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Manchmal nutze ich die Zeit sogar, um mir im Spiegel Mut zuzusprechen oder mir selbst ein Lächeln zu schenken. Klingt komisch? Vielleicht. Aber es funktioniert!
Ich erinnere mich an einen besonders stressigen Tag auf der Arbeit. Ich war total überfordert, hatte tausend Dinge gleichzeitig zu erledigen und drohte, den Überblick zu verlieren. Dann musste ich mal wieder aufs Klo. Und während ich dort stand, merkte ich plötzlich, wie sich meine Anspannung löste. Ich atmete tief durch, schloss kurz die Augen und sagte mir: "Du schaffst das. Schritt für Schritt." Und tatsächlich, als ich zurück an meinen Schreibtisch kam, fühlte ich mich viel ruhiger und fokussierter. Die Pinkelpause hatte mir geholfen, mich neu zu sortieren und neue Energie zu tanken.

"Das Problem ist nicht, dass du oft pinkeln musst. Das Problem ist, dass du dich dafür schämst."
Das hat meine Oma immer gesagt. Und sie hatte Recht. Sobald ich aufgehört habe, mich zu schämen, wurde alles leichter. Ich habe gelernt, meinen Körper zu akzeptieren, so wie er ist, mit all seinen kleinen Macken und Eigenheiten. Und ich habe gelernt, das Beste aus der Situation zu machen. Die ständigen Toilettengänge sind zwar manchmal lästig, aber sie sind auch eine Chance, innezuhalten, durchzuatmen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Pinkeln verbindet!
Und das Beste daran: Ich habe durch meine "Pinkelproblematik" viele interessante Menschen kennengelernt. In Warteschlangen vor Toiletten, in öffentlichen Waschräumen, auf Autobahnraststätten. Manchmal kommt man einfach ins Gespräch, tauscht Erfahrungen aus und stellt fest, dass man gar nicht so allein ist mit seinem Problem. Ich habe sogar eine kleine "Pinkel-Selbsthilfegruppe" gegründet, in der wir uns regelmäßig austauschen und gegenseitig Mut zusprechen. Wir nennen uns die "Pipi-Power-Ladies".

Also, wenn ihr das nächste Mal das Gefühl habt, dringend auf die Toilette zu müssen, dann schämt euch nicht. Geht einfach. Und vielleicht trefft ihr ja sogar jemanden, der das gleiche Problem hat wie ihr. Denn eins ist sicher: Sehr oft pinkeln verbindet!
Und jetzt, entschuldigt mich bitte, ich muss mal kurz...
