Ich Freue Mich Wie Bolle

Kennst du das Gefühl, wenn du dich so richtig, richtig freust? Nicht nur ein bisschen "ach, ganz nett", sondern ein Freudenfeuerwerk im Bauch? Die Deutschen haben dafür einen ganz wunderbaren Ausdruck: "Ich freue mich wie Bolle!"
Aber wer oder was ist eigentlich dieser Bolle, der sich anscheinend so unbändig freut? Und warum gerade Bolle? Die Antwort ist, wie so oft bei solchen Redewendungen, eine kleine Reise in die Vergangenheit.
Die Geschichte beginnt im Berlin des 19. Jahrhunderts. Genauer gesagt, mit einem gewissen Bolle, der aber gar nicht so hieß. Gemeint ist Carl Bolle, ein Berliner Milchhändler. Ja, richtig gelesen, ein Milchmann! Carl Bolle war aber nicht irgendein Milchmann. Er war ein cleverer Geschäftsmann und ein echter Berliner Unternehmer. Er baute eine riesige Molkerei auf, die die ganze Stadt mit frischer Milch versorgte.
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Und jetzt kommt der Clou: Am 5. Mai 1881 wurde Bolles Molkerei offiziell eröffnet. Stell dir vor: Eine brandneue, hochmoderne Molkerei, die tausende von Berlinern mit Milch versorgt! Für Carl Bolle war das ein riesiger Erfolg, ein echtes Lebenswerk. Verständlich, dass er sich an diesem Tag riesig freute!
Aber warum hat sich seine Freude so tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt? Hier kommt die Legende ins Spiel. Angeblich, und das ist der Teil, der vielleicht nicht ganz historisch korrekt ist, soll sich Carl Bolle bei der Eröffnung seiner Molkerei so sehr gefreut haben, dass er Freudentänze aufgeführt haben soll. Manche sagen, er habe sogar auf den Tischen getanzt und gejauchzt! Ob das wirklich stimmt, weiß niemand genau. Aber die Geschichte ist einfach zu schön, um sie nicht zu erzählen.

Und so wurde aus der Freude eines Berliner Milchhändlers eine feste Redewendung: "Ich freue mich wie Bolle!" Ein Ausdruck für grenzenlose, überschäumende Freude. Denk das nächste Mal, wenn du dich über etwas riesig freust, an den tanzenden Carl Bolle und seine Molkerei.
Aber das ist noch nicht alles. Die Redewendung hat sich über die Jahre auch ein bisschen gewandelt und weiterentwickelt. Manchmal hört man auch Varianten wie "Ich freue mich wie Bolle auf..." gefolgt von etwas, worauf man sich ganz besonders freut. Zum Beispiel: "Ich freue mich wie Bolle auf den Urlaub!" oder "Ich freue mich wie Bolle auf das Wiedersehen mit meinen Freunden!"

Bolle lebt weiter!
Auch heute noch ist der Name Bolle in Berlin präsent. Es gibt die Bolle-Meierei, die an die lange Tradition erinnert. Und natürlich gibt es die berühmte Bolle-Festsäle, ein Veranstaltungsort mit langer Geschichte, der an die Zeiten von Carl Bolle erinnert. Wenn du also mal in Berlin bist, halte Ausschau nach Bolle. Du wirst überrascht sein, wie oft dir der Name begegnet.
Und das Schönste an der Redewendung "Ich freue mich wie Bolle!" ist, dass sie so einfach und unkompliziert ist. Sie bringt auf den Punkt, wie man sich fühlt, wenn man vor lauter Freude am liebsten Luftsprünge machen möchte. Also, worauf freust du dich gerade wie Bolle? Denk daran, diese Freude zu genießen und sie mit anderen zu teilen. Denn Freude ist ansteckend!

Denk mal drüber nach: Hätte Carl Bolle jemals geahnt, dass seine Freude an diesem einen Tag im Mai 1881 so viele Jahre später noch immer in den Herzen der Menschen weiterlebt? Dass sein Name zu einem Synonym für pure, ungezügelte Freude werden würde? Eine wirklich schöne Geschichte!
Also, auf die Freude! Und auf Bolle! Prost!
Ich freue mich wie Bolle!
