How Are You And How Are You Doing

Alles klar bei dir? Oder... wie geht's eigentlich? Das ist die Frage aller Fragen. Oder eben zwei Fragen, die irgendwie dasselbe meinen. Oder auch nicht? Verwirrend, nicht wahr?
Die große "Wie geht's"-Debatte
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe manchmal das Gefühl, diese Frage ist eine Falle. Eine soziale Falle, die darauf ausgelegt ist, entweder ein kurzes "Gut, danke" oder einen tiefen, emotionalen Monolog auszulösen. Beides ist, seien wir ehrlich, oft unangebracht.
Da kommt jemand, sagt "Wie geht's?" und erwartet... ja, was eigentlich? Dass ich meine komplette Woche in drei Sätzen zusammenfasse? Oder dass ich die Lüge vom "Alles super" perfektioniere?
Must Read
Ich persönlich glaube ja, wir sollten einfach alle ehrlich sein. Aber wer hat schon die Zeit, einem Kassierer im Supermarkt zu erzählen, dass man seit Tagen unter Schlafstörungen leidet und der Hund das Sofa angeknabbert hat?
"Wie geht es dir?" vs. "Wie geht es dir?" - Der feine Unterschied
Okay, jetzt wird's philosophisch. Ist "Wie geht es dir?" das gleiche wie "Wie fühlst du dich?". Ich sage, nein! "Wie geht es dir?" ist eher eine Frage nach dem Status Quo. Eine oberflächliche Bestandsaufnahme. "Wie fühlst du dich?" hingegen bohrt tiefer. Da geht's ans Eingemachte.

Und wisst ihr was? Ich glaube, viele Leute stellen die Frage "Wie geht es dir?" gar nicht, weil sie eine ehrliche Antwort wollen. Sie wollen einfach nur Smalltalk. Eine soziale Konvention. Ein "Hallo" in Frageform.
"Smalltalk ist die Kunst, über nichts zu reden, während man eigentlich nichts zu sagen hat." - Irgendwer Kluges, wahrscheinlich.
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle eine Geheimsprache entwickelt haben, um diese Frage zu umgehen. "Läuft", "Kann nicht klagen", "Alles im grünen Bereich". Das sind unsere Codewörter für "Ich will dich jetzt nicht mit meinen Problemen belästigen".

Meine unbeliebte Meinung
Hier kommt sie: Ich hasse Smalltalk! Ja, ich habe es gesagt. Ich finde es anstrengend und oft sinnlos. Ich würde viel lieber direkt zum Punkt kommen oder einfach nur schweigen. (Schweigen ist Gold, wisst ihr?)
Ich weiß, ich weiß. Ich bin unhöflich, unsensibel und wahrscheinlich ein Soziopath. Aber hey, wenigstens bin ich ehrlich! Und vielleicht... vielleicht gibt es da draußen ja noch andere, die insgeheim genauso denken. Die sich auch nach einer Welt sehnen, in der man einfach "Hallo" sagen kann, ohne die obligatorische "Wie geht's?"-Frage hinterherzuschicken.
Die Lösung? Vielleicht...
Ich habe keine Patentlösung. Aber ich schlage vor: Seien wir mutiger! Seien wir ehrlicher! Wenn uns jemand fragt "Wie geht's?", dann antworten wir mit etwas, das mehr ist als nur eine Floskel. Vielleicht ein ehrliches "Ich bin etwas gestresst, aber ich freue mich aufs Wochenende". Oder ein enthusiastisches "Mir geht's super, ich habe gerade ein tolles Buch gelesen!".

Oder... wir erfinden einfach eine neue Frage. Irgendetwas, das weniger belastet und mehr echte Konversation anregt. "Was hat dich heute zum Lächeln gebracht?" oder "Welches Tier wärst du gerne?". Die Möglichkeiten sind endlos!
Vielleicht ist es an der Zeit, die sozialen Normen ein wenig aufzumischen. Ein bisschen Anarchie im "Wie geht's?"-Dschungel. Wer ist dabei?

Und was ist mit "Wie geht's?" auf Englisch? Ist "How are you?" leichter zu beantworten als "Wie geht es dir?". Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es einfach nur die andere Sprache, die uns das Gefühl gibt, weniger verpflichtet zu sein, ehrlich zu sein.
Ich denke wir sollten alle etwas mehr darauf achten, was wir wirklich sagen, wenn wir diese Frage stellen. Und noch wichtiger: Wir sollten darauf achten, wie wir sie beantworten. Vielleicht finden wir so ja doch noch einen Sinn im "Wie geht's?"-Wahnsinn.
Also, ganz ehrlich: Wie geht es dir heute?
