Hannah Arendt über Das Böse

Kommen wir mal zu einer Denkerin, die man sich wie eine beste Freundin vorstellt, die aber stattdessen über die dunkelsten Ecken der Menschheit philosophiert: Hannah Arendt! Und keine Sorge, das wird jetzt nicht todernst. Arendt, die kluge Frau, hat sich nämlich mit etwas beschäftigt, das uns alle betrifft: dem Bösen. Und zwar nicht dem Bösen aus Horrorfilmen, sondern dem ganz alltäglichen, dem, das einem schon mal beim Bäcker begegnen könnte.
Das Böse ist...langweilig?
Arendt, die selbst vor den Nazis fliehen musste, hat den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem beobachtet. Eichmann, der Mann, der maßgeblich an der Organisation des Holocaust beteiligt war. Was sie dort sah, hat sie umgehauen. Sie erwartete einen Monster, einen diabolischen Strippenzieher. Aber was sie fand, war...ein Bürokrat. Ein Mann, der Befehle befolgte, ohne groß nachzudenken. Ein langweiliger Mann.
Arendt nannte das die "Banalität des Bösen". Und das ist der Knaller! Nicht, dass das Böse nicht furchtbar wäre, aber es kommt oft nicht als finsterer Lord daher, sondern als jemand, der einfach nicht nachdenkt. Jemand, der nicht hinterfragt. Jemand, der "nur seinen Job macht".
Must Read
Stell dir vor...
...du stehst in der Schlange im Supermarkt. Vor dir ist jemand, der an der Kasse unglaublich unfreundlich zur Kassiererin ist. Gemeine Kommentare, genervtes Augenrollen, die volle Breitseite. Ist das der ultimative Bösewicht? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht hat die Person einfach einen schlechten Tag. Aber! In diesem Moment entscheidet sie sich, nicht nachzudenken. Sie entscheidet sich, ihre schlechte Laune an jemandem auszulassen, der nichts dafür kann. Das ist zwar nicht der Holocaust, aber es ist ein kleiner Baustein in einer Welt, in der Menschen einander das Leben schwer machen, weil sie nicht innehalten und nachdenken.
Denk nach! Sonst denkst du nicht!
Arendt hat uns nicht gesagt, wie wir das Böse ausrotten können. Das wäre ja auch zu einfach! Aber sie hat uns einen Spiegel vorgehalten. Sie hat uns gesagt: "Leute, passt auf! Das Böse kommt nicht immer mit Pauken und Trompeten. Es kommt oft als kleine, unbedachte Handlung daher. Als Gleichgültigkeit. Als das 'Ich bin doch nicht zuständig!'"

Und was können wir tun? Nachdenken! Hinterfragen! Uns nicht einfach mit dem Strom treiben lassen. Uns bewusst machen, dass jede unserer Handlungen, egal wie klein sie scheint, eine Wirkung hat. Und das ist nicht nur eine staubtrockene philosophische Erkenntnis, sondern auch eine ziemlich befreiende.
Wie das konkret aussieht?
Ganz einfach: Sei freundlich zur Kassiererin! Steh für deine Überzeugungen ein, auch wenn es unbequem ist! Denk nach, bevor du etwas im Internet postest! Und vor allem: Hinterfrage die Dinge, die dir als "normal" verkauft werden. Denn das, was als normal gilt, kann manchmal ganz schön böse sein.

Arendt hat uns gezeigt, dass wir alle ein bisschen Eichmann in uns haben können. Aber sie hat uns auch gezeigt, dass wir alle das Potenzial haben, das Böse zu überwinden. Indem wir einfach ein bisschen mehr nachdenken. Und das ist doch mal eine Botschaft, mit der man gut gelaunt in den Tag starten kann, oder?
"Niemand hat das Recht zu gehorchen." - Hannah Arendt
Denkt drüber nach! Und habt einen wundervollen Tag, an dem ihr das Böse banaler macht, indem ihr einfach nett zueinander seid!
