Hab Dich Auch Ganz Doll Lieb
Okay, Leute, stellt euch vor: Ich sitze in meinem Lieblingscafé, Latte Macchiato in der Hand, und höre, wie zwei Leute am Nachbartisch sich verabschieden. Und dann sagt einer: "Hab dich auch ganz doll lieb!" Meine Ohren, die sonst nur dem leisen Zischen der Espressomaschine lauschen, werden hellwach. "Hab dich auch ganz doll lieb?" Was bedeutet das denn jetzt genau? Und warum klingt es so...deutsch?
Lasst uns dieses kleine sprachliche Juwel mal auseinandernehmen. Direkt übersetzt heißt "Hab dich auch ganz doll lieb" so viel wie "Ich hab dich auch sehr, sehr lieb!" oder "Ich liebe dich auch sehr, sehr viel!". Aber Achtung, hier lauern gefühlstechnische Minenfelder!
Denn es ist eben nicht das Gleiche wie "Ich liebe dich". Sagt man das zu jemandem, könnte man schon fast eine Verlobung erwarten. Oder zumindest ein sehr, sehr unangenehmes Gespräch. "Hab dich auch ganz doll lieb" ist da schon die entspanntere Variante.
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Der Grad der Liebe: Eine wissenschaftliche Analyse (Achtung, Satire!)
Ich habe natürlich sofort meine imaginären Sprachwissenschaftler-Kittel angezogen und eine hochwissenschaftliche Studie durchgeführt (Google und Wikipedia haben geholfen). Und das Ergebnis ist: "Hab dich auch ganz doll lieb" liegt irgendwo zwischen einem herzlichen "Ich mag dich echt gern!" und dem schon fast unheimlich intensiven "Ich liebe dich!".
Denkt an eine Skala: Auf Platz 1 wäre ein lässiges "Tschüss!". Auf Platz 5 das erwähnte "Ich liebe dich!". Und unser "Hab dich auch ganz doll lieb" chillt so auf Platz 3. Vielleicht mit einem kleinen Sonnenschirmcocktail in der Hand. Es ist warmherzig, aber nicht verpflichtend.

Wichtig: Der Kontext ist ALLES! Sagt ein kleines Kind das zu seiner Oma, ist es zuckersüß. Sagt ein Mann das zu seiner neuen Flamme nach dem ersten Date... nun, das könnte etwas...bedürftig wirken. Man will ja nicht gleich die Heiratsurkunde ausfüllen müssen!
Man sagt es zu Freunden, zur Familie, zu Haustieren (die es natürlich verstehen...oder auch nicht, aber sie sehen niedlich dabei aus). Es ist wie eine warme Umarmung in Worten. Eine verbale Kuscheldecke an einem kalten Tag.

Ich erinnere mich an einen Freund, der das mal zu seinem Paketboten gesagt hat (aus Versehen, natürlich!). Der arme Kerl war sichtlich verwirrt. Aber hey, vielleicht hat er sich ja trotzdem gefreut! Wer weiß, vielleicht hat er sich danach gedacht: "Endlich mal jemand, der meine Arbeit wertschätzt!"
Die "Ganz Doll"-Falle: Wann wird's zu viel?
Aber auch hier gibt es Grenzen. Zu oft "ganz doll" und es klingt entweder ironisch oder einfach nur...komisch. Stell dir vor, dein Chef verabschiedet sich jeden Tag mit "Hab dich auch ganz doll lieb!". Gruselig, oder? (Wobei, vielleicht würde es die Arbeit erträglicher machen...)
Es ist also ein Balanceakt. Man muss das richtige Maß finden. Wie beim Würzen eines Gerichts. Zu viel Salz und es ist ungenießbar. Zu viel "ganz doll lieb" und es wird klebrig.

Und was, wenn jemand "Hab dich auch ganz doll lieb" zu dir sagt und du nicht weißt, was du antworten sollst? Keine Panik! Ein einfaches "Danke, du auch!" oder ein herzliches Lächeln reichen völlig aus. Du musst jetzt keine Doktorarbeit über die Bedeutung der Liebe schreiben.
Merke: "Hab dich auch ganz doll lieb" ist wie ein guter Wein. Man muss ihn mit Bedacht genießen und nicht gleich die ganze Flasche auf einmal leeren. Sonst wird's peinlich.

Fazit: Eine kleine Liebeserklärung für Zwischendurch
Also, was lernen wir daraus? "Hab dich auch ganz doll lieb" ist eine charmante, warme und etwas informelle Art, Zuneigung auszudrücken. Es ist nicht die ultimative Liebeserklärung, aber es ist ein schönes kleines Geschenk für jemanden, den man mag. Ein bisschen wie ein unerwarteter Sonnenstrahl an einem grauen Tag.
Und jetzt, wo ihr alle Experten auf dem Gebiet der deutschen Zuneigungsbekundungen seid, geht raus und verbreitet ein bisschen Liebe! Aber bitte, nicht zu viel auf einmal. Sonst ruft noch die Sprachpolizei an.
Und zum Schluss: Hab euch auch ganz doll lieb! (Aber nur, wenn ihr das auch wollt!)
