Gute Nacht Schlaf Schön Bis Morgen

Gute Nacht. Schlaf schön. Bis morgen. Kennt ihr das? Dieser Dreiklang der Abendroutine. Oder sollte ich sagen: Dieser Dreiklang der Erlösung?
Die Gute-Nacht-Pflicht
Ich bin ehrlich. Manchmal, nur manchmal, empfinde ich dieses "Gute Nacht, schlaf schön, bis morgen" als...Verpflichtung. Eine Pflichtübung vor dem Eintritt ins Reich der Träume. Sagt man es wirklich so herzlich, wie man sollte? Oder murmelt man es nur, während man schon gedanklich das Bett vorheizt?
Unpopuläre Meinung: Ich glaube, die ehrliche Variante wäre manchmal einfach ein kurzes, knackiges "Nacht!". Weniger Poesie, mehr Pragmatismus. Findet ihr nicht auch?
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Klar, besonders bei Kindern ist es wichtig. Da muss man die Kuscheltier-Armee nochmal festdrücken und flüstern: "Schlaf gut, Teddy! Morgen gibt's Abenteuer!". Aber beim Partner? Nach zehn Jahren gemeinsamer Bettgeschichte? Braucht es da noch die volle Breitseite der nächtlichen Höflichkeit?
"Gute Nacht, mein Schatz, träum was Schönes, ich liebe dich bis zum Mond und zurück und vergiss nicht, morgen den Müll rauszubringen!"
Hoppla. Da hat sich wohl ein kleiner Hinweis in die Liebeserklärung geschlichen.

Schlaf Schön? Eine Utopie!
"Schlaf schön". Ha! Als ob man das so einfach programmieren könnte. "Liebes Gehirn, bitte jetzt nur noch rosarote Elefanten auf Rollschuhen! Keine Albträume, keine To-Do-Listen, keine peinlichen Erinnerungen an das, was du vor zehn Jahren auf der Weihnachtsfeier gesagt hast!".
Funktioniert natürlich nie. Stattdessen: Schaf Nummer 247, das plötzlich anfängt, Steuererklärungen auszufüllen. Oder der nervige Ohrwurm, der sich weigert, das Gehirn zu verlassen. Schlaf schön? Eher: Schlaf irgendwie. Und wenn das klappt, sei dankbar!
Ich behaupte ja, die Person, die sich "Schlaf schön" ausgedacht hat, war entweder ein notorischer Dauerschläfer oder jemand, der noch nie eine schlaflose Nacht erlebt hat. Vielleicht Dornröschen? Die hatte ja auch wenig mitzureden beim Thema Schlafgestaltung.

Bis Morgen: Das Versprechen der Wiederkehr
"Bis morgen". Auch so eine Sache. Impliziert ja, dass man sich tatsächlich wieder sieht. Was, wenn ein Meteoriteneinschlag dazwischenkommt? Oder, noch schlimmer, der Wecker einfach nicht klingelt?
Nein, Spaß beiseite. "Bis morgen" ist eigentlich eine schöne Geste. Ein kleines Versprechen, dass die Welt noch in Ordnung ist. Dass es weitergeht. Dass der Alltag, so stressig er auch sein mag, morgen wieder auf uns wartet. Irgendwie beruhigend, oder?

Aber trotzdem: Ich plädiere für mehr nächtliche Ehrlichkeit. Manchmal ist ein "Nacht!" einfach genug. Manchmal ist es sogar besser. Weil es zeigt: Ich bin müde. Ich brauche Ruhe. Und ich bin ehrlich genug, das auch zuzugeben.
Und hey, vielleicht träume ich ja trotzdem von rosaroten Elefanten auf Rollschuhen. Oder von Steuererklärungen ausfüllenden Schafen. Wer weiß das schon?
Gute Nacht... äh... Nacht!
