Golf 3 Springt Nicht An Anlasser Dreht

Es war ein sonniger Samstagnachmittag, der Himmel strahlend blau, die Vögel zwitscherten ein fröhliches Lied. Perfektes Wetter für...nichts davon, denn mein geliebter, treuer, aber zuweilen auch zickiger Golf 3 hatte beschlossen, heute nicht Golf zu spielen, sondern eher den störrischen Esel zu geben.
Die Symptome waren klar: Zündung an, Schlüssel rumgedreht, und…krkrkrkr. Der Anlasser drehte wie ein Weltmeister im Hamsterrad, aber der Motor? Der blieb stumm. Totenstille. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, wenn nicht der Anlasser so fleißig Lärm gemacht hätte.
Sofort stellte sich das Kopfkino ein. War es die Batterie? Hatte ich etwa vergessen, das Licht auszuschalten, als ich gestern Abend noch verzweifelt versucht hatte, die Bedienungsanleitung des Videorecorders meiner Oma zu entziffern? Oder war es etwas Schlimmeres? Etwas Mechanisches? Etwas…Teures?
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Die üblichen Verdächtigen wurden gecheckt. Batterie-Pole: Sauber. Sicherungen: Alle heil. Ölstand: Passt. Es sah alles gut aus, oder zumindest so gut, wie es ein Laie wie ich beurteilen konnte. Ich bin eher der Typ für kreative Lösungen mit Klebeband und Kabelbindern, als für tiefgreifende Motoranalysen.
Also Plan B: Die Nachbarn konsultieren. Denn jeder kennt diesen einen Nachbarn, der entweder KFZ-Mechaniker ist, sich dafür hält, oder zumindest mal in einem Film einen KFZ-Mechaniker gespielt hat. In meinem Fall war es Herr Schmidt, ein Rentner mit dem Wissen eines Lexikons und der Geduld eines Zen-Meisters.

Herr Schmidt’s Expertise
Herr Schmidt kam herübergeschlurft, bewaffnet mit einer alten Schirmmütze und einer noch älteren Taschenlampe. Er musterte den Golf, als würde er eine komplizierte Schachpartie analysieren. Dann sagte er, mit einem Ton, der keine Widerrede duldete: „Zündung an.“
Ich gehorchte. Krkrkrkr

Herr Schmidt nickte langsam. „Aha. Der Anlasser dreht. Das ist gut. Das ist…ein Anfang.“
Er verschwand für eine Weile unter der Motorhaube, nur um kurze Zeit später mit ölverschmierten Händen und einem wissenden Grinsen wieder aufzutauchen. „Ich glaube, ich habe da etwas gefunden.“
Und tatsächlich, nach ein paar gezielten Hammerschlägen auf den Anlasser (ja, wirklich!), sprang der Golf an. Er hustete kurz, röchelte einmal, und schnurrte dann wie ein zufriedenes Kätzchen.

"Manchmal," sagte Herr Schmidt weise, "braucht es nur einen kleinen Schubs in die richtige Richtung."
Die Magie des Hammerschlags
Es stellte sich heraus, dass der Magnetschalter am Anlasser wohl etwas verklemmt war. Ein paar beherzte Hammerschläge hatten das Problem gelöst. Eine temporäre Lösung, wie Herr Schmidt anmerkte, aber immerhin eine Lösung. Ich versprach, mich so schnell wie möglich um einen neuen Anlasser zu kümmern. (Versprechen sind bekanntlich dazu da, gebrochen zu werden…später!)
Ich bedankte mich überschwänglich bei Herrn Schmidt, der nur abwinkte und sagte: „Gerne geschehen. Man hilft sich doch unter Nachbarn.“ Er schlurfte zurück zu seinem Garten, bereit, sich seinen Rosen zu widmen.

Ich stieg in den Golf, der Motor schnurrte zufrieden. Eine kleine Reparatur mit großer Wirkung. Es war nicht nur das Auto, das wieder lief, sondern auch meine Laune hatte sich schlagartig verbessert. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die zählen. Und manchmal ist es ein beherzter Hammerschlag, der den Tag rettet.
Die Moral von der Geschichte? Verzweifelt nicht, wenn der Golf 3 mal wieder zickt. Es könnte nur ein verklemmter Magnetschalter sein. Und vielleicht, nur vielleicht, ist Herr Schmidt der Held, den ihr gerade braucht.
Und ja, ich habe mir fest vorgenommen, den Anlasser bald auszutauschen. Wirklich!
