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Goethe Die Geister Die Ich Rief


Goethe Die Geister Die Ich Rief

Johann Wolfgang von Goethes Ausruf "Die Geister, die ich rief!" ist zu einem geflügelten Wort geworden, das weit über den literarischen Kontext seiner Entstehung hinausreicht. Es beschreibt die Situation, in der man unvorhergesehene und meist ungewollte Konsequenzen einer Handlung tragen muss, Konsequenzen, die sich der Kontrolle entziehen und überwältigend werden. Doch woher stammt dieser berühmte Satz und was bedeutet er wirklich?

Der Ausruf entstammt Goethes Zauberlehrling, einer Ballade aus dem Jahr 1797. Die Ballade erzählt die Geschichte eines Zauberlehrlings, der, während sein Meister abwesend ist, versucht, dessen magische Fähigkeiten nachzuahmen. Ohne das nötige Wissen und die Kontrolle über die magischen Kräfte beschwört er einen Besen, Wasser zu holen, um eine mühsame Aufgabe zu umgehen.

Die Handlung des "Zauberlehrlings"

Der Lehrling wiederholt die Formel, die er vom Meister gehört hat, und tatsächlich beginnt der Besen, Wasser zu tragen. Anfangs freut sich der Lehrling über seinen Erfolg, doch schnell wird ihm klar, dass er den Besen nicht stoppen kann. Die Menge des Wassers steigt unaufhaltsam, das Haus droht zu überschwemmen, und der Lehrling gerät in Panik. Er kennt die Formel zur Beendigung des Zaubers nicht.

In seiner Verzweiflung fleht er die Geister an: "Ach! ich merke schon den Schaden! / Weh! ich rief die Geister!". Diese Zeilen sind eine frühe Form des bekannteren Zitats. Der Lehrling erkennt, dass er durch seine unbedachte Handlung Kräfte entfesselt hat, die er nicht mehr kontrollieren kann. Er hat die Geister gerufen und ist nun machtlos gegenüber ihren Handlungen.

Schließlich zerbricht der Lehrling den Besen in zwei Teile, in der Hoffnung, den Zauber zu brechen. Doch anstatt die Situation zu lösen, verdoppelt er das Problem. Aus dem einen Besen werden zwei, die nun mit doppelter Geschwindigkeit Wasser tragen. Die Lage wird noch aussichtsloser. Der Lehrling schreit: "Die Geister, die ich rief, / Werd' ich nun nicht los." Diese Zeile ist die Quelle des berühmten Ausrufs.

Leseprobe – Die Geister, die er rief - einhorn-Verlag+Druck GmbH
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Erst die Rückkehr des Meisters kann die Situation retten. Er spricht die richtige Formel, bannt die Geister und beendet den Zauber. Der Lehrling hat eine wichtige Lektion gelernt: Magische Kräfte sind mächtig und dürfen nicht leichtfertig eingesetzt werden. Unwissenheit und mangelnde Kontrolle können zu katastrophalen Konsequenzen führen.

Die übertragene Bedeutung

Die Bedeutung des Ausrufs "Die Geister, die ich rief!" reicht weit über die konkrete Handlung der Ballade hinaus. Er beschreibt ein universelles Phänomen: Wenn Menschen Handlungen vornehmen, ohne die möglichen Konsequenzen vollständig zu berücksichtigen, können sie unerwartete und unerwünschte Ergebnisse erzielen. Diese Ergebnisse können sich verselbstständigen und außer Kontrolle geraten.

Die Geister, die ich rief on Behance
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Das Zitat wird in verschiedenen Kontexten verwendet, um auf solche Situationen hinzuweisen. In der Politik kann es beispielsweise verwendet werden, um die unvorhergesehenen Folgen einer politischen Entscheidung zu beschreiben. In der Wirtschaft kann es auf die Risiken von Innovationen oder Investitionen hinweisen. Auch im privaten Bereich kann der Ausruf Anwendung finden, wenn man beispielsweise unbedacht eine Beziehung eingeht oder eine Entscheidung trifft, die sich später als problematisch erweist.

Die Moral von Goethes Ballade und des geflügelten Wortes ist klar: Man sollte sich der potenziellen Konsequenzen seines Handelns bewusst sein, bevor man handelt. Vorsicht und Verantwortungsbewusstsein sind unerlässlich, um zu vermeiden, dass man Kräfte entfesselt, die man nicht mehr kontrollieren kann. Andernfalls läuft man Gefahr, von den selbst gerufenen Geistern überwältigt zu werden.

Goethes "Die Geister, die ich rief!" ist somit weit mehr als nur ein Zitat aus einer Ballade. Es ist eine zeitlose Mahnung, die uns daran erinnert, dass unsere Handlungen Konsequenzen haben und dass wir Verantwortung für diese Konsequenzen tragen müssen. Es ist eine Warnung vor Leichtfertigkeit und ein Appell zu Besonnenheit und Vorsicht.

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