Genie Sturm Und Drang

Also, Leute, setzt euch mal hin, bestellt euch 'nen Kaffee (oder 'nen Apfelstrudel, ganz wie ihr wollt), denn ich hab' da 'ne Geschichte für euch. Eine Geschichte von Genies, von Stürmen, von Drang und – haltet euch fest – von ganz viel schlechter Laune. Ja, richtig gehört: Genie Sturm und Drang. Klingt nach 'ner neuen Eissorte, ist aber viel, viel explosiver!
Wir befinden uns im Deutschland des späten 18. Jahrhunderts. Stellt euch das vor: Perücken, strenge Regeln, und ständig diese moralische Keule. Puh, da kriegt man ja schon beim Zuhören 'nen Anfall. Und genau das hatten einige junge, aufstrebende Dichter, Denker und überhaupt Freigeister auch! Sie hatten die Nase voll vom aufgezwungenen Rationalismus und dem ganzen "Sei brav und denk, was wir dir sagen"-Kram.
Rebellion der Gefühle!
Diese jungen Wilden, die später als die Stürmer und Dränger in die Geschichte eingehen sollten, sagten: "Nö! Wir wollen fühlen! Wir wollen schreien! Wir wollen uns von unseren Emotionen überrollen lassen wie von 'ner gigantischen Welle aus Bratwurst!" Okay, das mit der Bratwurst hab ich mir vielleicht ausgedacht, aber ihr versteht, worauf ich hinaus will.
Must Read
Sie wollten Authentizität, Baby! Und zwar so richtig. Weg mit den steifen Versen, her mit dem Herzschmerz, der Wut und der totalen Verzweiflung. Sie fanden die Welt einfach nur unfair und unverständlich, und das mussten sie rausschreien. Am besten mit ganz viel Pathos und dramatischer Geste. Stellt euch 'nen Haufen Teenager vor, die gerade entdeckt haben, dass ihre Eltern nicht unfehlbar sind. Nur in intellektuell und mit mehr Federkielen.
Goethe war auch dabei, ja genau, der Goethe mit dem "Faust" und so. Aber damals war er noch jung, wild und unglaublich emotional. Er schrieb "Die Leiden des jungen Werther", eine Geschichte über einen jungen Mann, der so unglücklich verliebt ist, dass er sich am Ende selbst um die Ecke bringt. Uff, das ist mal 'ne Ansage! Das Buch wurde zum Bestseller und löste eine regelrechte Werther-Fieberwelle aus. Junge Männer kleideten sich wie Werther, lasen das Buch in der Öffentlichkeit und suhlten sich genüsslich in ihrem Weltschmerz. Manche gingen sogar so weit, Werthers Selbstmord nachzuahmen! Ja, wirklich! Da sieht man mal, wie ansteckend schlechte Laune sein kann.

Mehr als nur Weltschmerz!
Aber Sturm und Drang war mehr als nur pubertärer Weltschmerz. Es war eine Reaktion auf die Aufklärung. Die Aufklärung hatte versucht, alles mit dem Verstand zu erklären und die Gefühle zu unterdrücken. Die Stürmer und Dränger sagten: "Halt! Der Mensch ist mehr als nur ein denkendes Wesen. Er ist auch ein fühlendes Wesen! Und diese Gefühle sind wichtig, auch wenn sie uns manchmal überwältigen."
Sie interessierten sich für das Ursprüngliche, das Natürliche, das Wilde. Sie verehrten Shakespeare, den sie für seine ungestüme Leidenschaft und seine unkonventionellen Charaktere feierten. Sie liebten das Mittelalter mit seinen Rittern und Burgen (auch wenn sie vielleicht ein bisschen verklärt war). Und sie träumten von einer Gesellschaft, in der der Einzelne seine Individualität frei entfalten konnte.

Okay, zugegeben, ihre Werke waren manchmal ein bisschen übertrieben und pathetisch. Aber sie hatten auch einen Punkt. Sie haben uns daran erinnert, dass Gefühle wichtig sind, dass wir uns nicht von starren Regeln einengen lassen sollen und dass es okay ist, auch mal wütend und traurig zu sein. Sie haben den Weg bereitet für die Romantik, die dann im 19. Jahrhundert so richtig durchstartete.
Also, das nächste Mal, wenn ihr euch so richtig schlecht fühlt, denkt an die Stürmer und Dränger. Sie haben gezeigt, dass auch negative Gefühle ihre Berechtigung haben. Und vielleicht, nur vielleicht, steckt in eurem Weltschmerz ja auch ein kleiner Funken Genie.

Und was lernen wir daraus?
Die Moral von der Geschicht': Selbst die größten Genies haben mal 'ne Phase, in der sie am liebsten die ganze Welt anzünden würden. Und das ist völlig okay! Hauptsache, man schreibt ein paar dramatische Gedichte darüber. Und vielleicht, nur vielleicht, inspiriert man damit sogar noch Generationen von frustrierten Teenagern.
Also, lasst eure Gefühle raus, Leute! Aber vielleicht nicht gerade in Form von Selbstmord. Es gibt ja auch noch Schokolade… oder Bratwurst!
