Gedicht Besuch Vom Lande

Hand aufs Herz: Kennen Sie das Gedicht "Besuch vom Lande" von Joachim Ringelnatz? Ehrlich jetzt! Es ist so ein Klassiker, den man irgendwie kennt, aber dann doch wieder nicht.
Ich gestehe: Ich tue mich schwer damit. Und ich glaube, ich bin nicht allein. Vielleicht ist das ja eine unpopuläre Meinung, aber ich sage es trotzdem: Dieses Gedicht... es ist nicht mein Lieblingsgedicht. Tut mir leid, Herr Ringelnatz! Aber vielleicht kann ich ja erklären, warum.
Fangen wir mal so an: Wer hat denn heutzutage noch Kühe im Haus? Okay, ich weiß, es ist ein Gedicht. Und Gedichte dürfen übertreiben. Aber trotzdem! Die Vorstellung, dass jemand seine Kühe einfach mal eben mit ins Wohnzimmer nimmt… Irgendwie absurd, oder?
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Der Geruch von Landluft… Und Kühen
Und dann dieser Geruch! "Landluft," ja, ja. Aber wenn die Kühe dann erstmal da sind… Riecht das dann wirklich noch nach frischen Blumen und grünen Wiesen? Ich tippe eher auf… nun ja, Sie wissen schon. Ich mag Landluft, wirklich. Aber vielleicht doch lieber draußen, mit etwas Abstand zu den tierischen Produzenten.
Und der arme Stadtmensch! Er versucht, höflich zu sein. Er versucht, die Situation zu meistern. Aber im Grunde ist er doch total überfordert, oder? Ich kann ihn so gut verstehen! Ich wäre es auch.

"Der Mann vom Lande, der war froh,
Er kam zurück erst nach Jericho."
Was bitte, ist denn in Jericho passiert? Hat er sich dort erstmal in Ruhe hingesetzt und einen doppelten Espresso bestellt, um den Schock zu verdauen? Hat er sich ein Anti-Stress-Bad gegönnt? Wir werden es nie erfahren.

Der Besuch und seine Folgen
Ich finde, das Gedicht spielt auch so ein bisschen mit Klischees. Der Bauer, der total unkompliziert und naturverbunden ist. Der Stadtmensch, der fein und zimperlich ist. Ich weiß nicht… Irgendwie finde ich das heutzutage nicht mehr so lustig.
Klar, es ist humorvoll gemeint. Aber ich frage mich, ob es nicht auch ein bisschen abwertend ist. Stellt es nicht den Landbewohner als ungebildet und rücksichtslos dar? Und den Stadtbewohner als schwach und dekadent?
Vielleicht lese ich auch zu viel hinein. Vielleicht sollte ich das Gedicht einfach als das nehmen, was es ist: Eine kleine, skurrile Geschichte. Aber ich kann es nicht. Es lässt mich einfach nicht los.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich selbst ein bisschen Landei bin. Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen. Ich kenne den Geruch von Kühen. Ich weiß, dass das Landleben nicht immer so idyllisch ist, wie es in Gedichten dargestellt wird.
Und was lernen wir daraus?
Vielleicht ist die Moral von der Geschichte ja: Besuchen Sie Ihre Freunde auf dem Land. Aber lassen Sie Ihre Kühe zu Hause. Und bringen Sie vielleicht ein paar Ohropax mit, falls es doch mal etwas lauter wird.

Oder vielleicht ist die Moral auch einfach nur: Geschmäcker sind verschieden. Und es ist okay, wenn man ein Gedicht von Ringelnatz nicht so toll findet. Hauptsache, man hat Spaß am Lesen!
Ich bleibe dabei: Ich finde das Gedicht ein bisschen… anstrengend. Aber vielleicht muss ich es einfach noch ein paar Mal lesen. Vielleicht entdecke ich ja doch noch den Zauber dahinter. Bis dahin bleibe ich aber lieber bei anderen Ringelnatz-Klassikern. Die finde ich nämlich wirklich witzig!
Und Sie? Was halten Sie von "Besuch vom Lande"? Verraten Sie es mir! Bin ich wirklich so allein mit meiner Meinung?
