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Etwas Auf Dem Kerbholz Haben


Etwas Auf Dem Kerbholz Haben

Okay, stellt euch vor: Letzte Woche war ich mit meinem Kumpel Max in der Stadt. Wir wollten eigentlich nur 'nen Kaffee trinken, aber wie das so ist, sind wir dann doch in 'ner Bar gelandet. Ein paar Bierchen später – okay, vielleicht waren's auch ein paar mehr – wollte Max unbedingt noch 'ne Runde Billard spielen. Und wisst ihr, wie Max beim Billardspielen ist? Genau, nicht der Beste. Sagen wir mal so, er hat mehr den Tisch getroffen als die Kugeln. Am Ende hat er aus Versehen das Queue gegen die Lampe gehauen. Zack! Scherben überall. Peinliche Stille. Der Barkeeper guckte uns an, als hätten wir gerade seinen Hund überfahren. Max wurde kreidebleich und murmelte irgendwas von wegen "Versicherung"... Ich wusste in dem Moment: Max hatte was auf dem Kerbholz. Ohje!

Kennt ihr das Gefühl, wenn jemand so richtig Mist gebaut hat? Also, nicht nur so'n kleines Hoppala, sondern etwas, das richtig Konsequenzen haben könnte? Das ist genau das, was die Redewendung "Etwas auf dem Kerbholz haben" beschreibt.

Was bedeutet das genau?

Im Grunde bedeutet es, dass jemand Schuld auf sich geladen hat, dass er etwas angestellt hat, für das er zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Es geht um Verfehlungen, Schulden, kleinere Straftaten oder auch einfach nur Unfug. Es ist nicht unbedingt was Super-Ernstes, wie Mord oder so, aber eben auch nichts, was man einfach so unter den Teppich kehren kann. Versteht ihr, was ich meine?

Denkt an den kleinen Bruder, der heimlich die Kekse aus der Dose gemopst hat – er hat was auf dem Kerbholz! Oder an die Kollegin, die vergessen hat, den wichtigen Bericht abzugeben – auch sie hat was auf dem Kerbholz!

Woher kommt dieser komische Ausdruck?

Jetzt wird's interessant! Früher, also so richtig früher, bevor es überall Computer und Excel-Tabellen gab, haben die Leute ihre Schulden oder ausstehenden Beträge auf Holzstücke gekerbt. Diese Holzstücke nannte man "Kerbhölzer".

Etwas auf dem Kerbholz haben - Ursprung | Holzwelten
Etwas auf dem Kerbholz haben - Ursprung | Holzwelten

Stellt euch vor, der Bauer Meier hat beim Krämer Schulden. Anstatt alles aufzuschreiben, hat der Krämer für jede Einheit, die Meier schuldet, einen Strich auf ein Holzstück gemacht – eben gekerbt. So wusste er, wie viel Meier ihm noch schuldete. Und Meier wusste es auch, weil er ja auch einen Teil des Kerbholzes hatte (oft wurde das Holz gespalten, so dass beide Parteien eine Hälfte hatten).

Je mehr Kerben auf dem Holz waren, desto mehr Schulden hatte man – also, desto mehr hatte man "auf dem Kerbholz". Logisch, oder? Clever eigentlich, diese analoge Buchführung! Da gab's noch keine komplizierten Passwörter und Cloud-Speicher. Einfach nur Holz und 'n Messer. Okay, vielleicht auch 'n bisschen Vertrauen.

Etwas auf dem Kerbholz haben - Medienwerkstatt-Wissen © 2006-2017
Etwas auf dem Kerbholz haben - Medienwerkstatt-Wissen © 2006-2017

Und heute?

Heutzutage verwenden wir die Redewendung natürlich im übertragenen Sinne. Niemand kerbt mehr irgendwelche Striche auf Holzstücke, um Schulden festzuhalten (oder doch? Vielleicht in manchen sehr traditionellen Läden? Müsste man mal recherchieren!). Aber die Metapher ist geblieben.

Wenn also jemand sagt: "Pass auf, der hat ganz schön was auf dem Kerbholz!", dann heißt das, dass dieser Jemand in der Vergangenheit nicht ganz so brav war. Er hat Dreck am Stecken, er hat Mist gebaut, er hat... naja, ihr wisst schon. Er hat "etwas auf dem Kerbholz".

Und Max? Der hat am Ende mit dem Barkeeper geredet und seine Versicherung hat den Schaden bezahlt. Glück gehabt! Aber gelernt hat er daraus bestimmt auch was. Hoffentlich hat er sich gemerkt, dass man beim Billardspielen nicht zu viel trinken sollte. Sonst hat man nämlich ganz schnell "etwas auf dem Kerbholz"... und das ist selten lustig!

Redewendung: Etwas auf dem Kerbholz haben Wer kennt noch den Begriff Etwas auf dem Kerbholz haben ? - DEBESTE.de Auf dem Kerbholz haben - [GEOLINO] Das Kerbholz

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