free web page hit counter

Epikutantest Welche Substanzen Werden Getestet


Epikutantest Welche Substanzen Werden Getestet

Der Epikutantest, auch Pflastertest genannt, ist ein diagnostisches Verfahren zur Abklärung von allergischen Kontaktekzemen. Er dient dazu, herauszufinden, auf welche Substanzen die Haut allergisch reagiert, indem standardisierte Allergenlösungen auf die Haut aufgetragen und die Reaktion über mehrere Tage beobachtet wird.

Prinzip des Epikutantests

Das Prinzip beruht auf der Nachbildung einer allergischen Reaktion vom Typ IV, einer sogenannten zellvermittelten Allergie. Im Gegensatz zu Soforttyp-Allergien (Typ I), bei denen IgE-Antikörper eine Rolle spielen, wird bei Typ IV-Allergien die Reaktion durch T-Lymphozyten vermittelt. Diese Zellen werden sensibilisiert, wenn sie erstmalig mit einem Allergen in Kontakt kommen. Bei erneutem Kontakt erkennen die sensibilisierten T-Lymphozyten das Allergen und setzen Entzündungsmediatoren frei, die zu einer Entzündungsreaktion der Haut führen. Der Epikutantest versucht, diese Reaktion kontrolliert auszulösen.

Konkret werden kleine Mengen verschiedener Allergene in speziellen Trägersubstanzen (meist Vaseline) auf Pflaster aufgebracht. Diese Pflaster werden dann für eine bestimmte Zeit (meist 48 Stunden) auf die unverletzte Haut, üblicherweise auf den Rücken, geklebt. Nach Entfernung der Pflaster wird die Haut an bestimmten Tagen (meist nach 48, 72 und 96 Stunden) begutachtet, um festzustellen, ob eine allergische Reaktion aufgetreten ist.

Welche Substanzen werden getestet?

Die im Epikutantest verwendeten Substanzen sind sehr vielfältig und umfassen eine breite Palette von potenziellen Allergenen. Die Auswahl der Substanzen richtet sich in der Regel nach der Anamnese des Patienten, d.h. nach seinen Beschwerden, seiner beruflichen Tätigkeit und seinen Lebensgewohnheiten. Es gibt aber auch standardisierte Testreihen, die eine Basisabdeckung der häufigsten Kontaktallergene bieten.

Zu den häufig getesteten Substanzen gehören:

Allergologie - Hautarztpraxis Lanto Aurich
Allergologie - Hautarztpraxis Lanto Aurich
  • Metalle: Nickel, Kobalt, Chrom. Diese Metalle sind oft in Schmuck, Knöpfen, Werkzeugen und anderen Gebrauchsgegenständen enthalten. Nickel ist ein besonders häufiges Kontaktallergen.
  • Duftstoffe: Eine Vielzahl von Duftstoffen, die in Kosmetika, Parfüms, Reinigungsmitteln und anderen Produkten verwendet werden.
  • Konservierungsstoffe: Formaldehyd, Parabene, Kathon CG. Diese Stoffe werden verwendet, um die Haltbarkeit von Produkten zu verlängern.
  • Pflanzliche Stoffe: Kolophonium (Baumharz), Perubalsam, Terpentin. Diese Stoffe können in Kosmetika, Klebstoffen und anderen Produkten vorkommen.
  • Gummibeschleuniger: Thiuram-Mix, Carba-Mix. Diese Substanzen werden bei der Herstellung von Gummi verwendet und können in Handschuhen, Schuhen und anderen Gummiprodukten vorkommen.
  • Farbstoffe: Para-Phenylendiamin (PPD), das häufig in Haarfärbemitteln enthalten ist.
  • Medikamente: Neomycin, Benzocain. Diese Antibiotika bzw. Lokalanästhetika können bei topischer Anwendung Allergien auslösen.
  • Kunststoffe und Klebstoffe: Epoxidharze, Acrylate. Diese Stoffe können in Klebstoffen, Lacken und Kunststoffen vorkommen.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Liste der möglichen Testsubstanzen sehr lang ist und dass die Auswahl individuell angepasst werden muss. Neben den standardisierten Testreihen können auch individuelle Substanzen getestet werden, von denen der Arzt vermutet, dass sie eine allergische Reaktion auslösen könnten, z.B. Stoffe, die im Beruf oder im Hobby verwendet werden. Dafür kann der Patient auch eigene Produkte zur Testung mitbringen (ROAT-Test - "repeated open application test"). Diese werden dann unter kontrollierten Bedingungen auf die Haut aufgetragen und beobachtet.

Durchführung und Auswertung des Epikutantests

Vor dem Test muss der Patient über den Ablauf und die möglichen Risiken aufgeklärt werden. Die Haut auf dem Rücken sollte unbeschädigt und nicht gebräunt sein. Während der Testphase sollte der Rücken nicht gewaschen oder stark beansprucht werden.

About epicutaneous tests - BBJ
About epicutaneous tests - BBJ

Die Auswertung erfolgt anhand eines standardisierten Schemas. Die Reaktion wird in der Regel anhand des Auftretens von Rötungen, Schwellungen, Bläschen oder Juckreiz beurteilt. Die Stärke der Reaktion wird in Grade eingeteilt (z.B. negativ, fraglich, schwach positiv, stark positiv). Ein positiver Test bedeutet, dass eine Allergie gegen die getestete Substanz vorliegt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein positiver Test nicht automatisch bedeutet, dass die Substanz auch die Ursache für die aktuellen Beschwerden ist. Dies muss im Zusammenhang mit der Anamnese und anderen Befunden beurteilt werden.

Ein negativer Test schließt eine Allergie gegen die getesteten Substanzen nicht immer aus. Es kann sein, dass die Allergie erst später auftritt oder dass die Konzentration der Substanz im Test zu gering war, um eine Reaktion auszulösen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, den Test zu wiederholen oder andere diagnostische Verfahren anzuwenden.

Schreiben Anzeige Text Labortest, Konzeptfoto Bestimmung einer
Schreiben Anzeige Text Labortest, Konzeptfoto Bestimmung einer

Risiken und Komplikationen

Der Epikutantest ist ein relativ sicheres Verfahren, aber wie bei allen medizinischen Eingriffen können auch hier Komplikationen auftreten. Zu den häufigsten Risiken gehören:

  • Hautreizungen: Rötungen, Juckreiz, Schwellungen an der Teststelle. Diese Reaktionen sind in der Regel harmlos und verschwinden von selbst.
  • Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen kann es zu stärkeren allergischen Reaktionen kommen, die eine Behandlung erforderlich machen.
  • Pigmentverschiebungen: An der Teststelle kann es zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Veränderung der Hautfarbe kommen.
  • Narbenbildung: In sehr seltenen Fällen kann es zu Narbenbildung kommen.

Es ist wichtig, den Arzt über alle bekannten Allergien und Vorerkrankungen zu informieren, bevor der Test durchgeführt wird. Während der Testphase sollte man auf Symptome wie starken Juckreiz, Schwellungen oder Atemnot achten und gegebenenfalls den Arzt kontaktieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Epikutantest ein wichtiges Instrument zur Diagnose von Kontaktallergien ist. Die sorgfältige Durchführung und Auswertung, zusammen mit einer genauen Anamnese, ermöglicht es, die auslösenden Substanzen zu identifizieren und entsprechende Vermeidungsstrategien zu entwickeln, um die Beschwerden zu lindern.

Testverfahren Epicutantest* (MO, DI, FR) Epikutantest-Modul - kliniX

You might also like →