Einordnung In Den Historischen Kontext

Mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht schon mal gefragt: "Warum muss ich das lernen?" Gemeint ist natürlich Geschichte. Und noch schlimmer: Einordnung in den historischen Kontext. Klingt wie 'ne Strafe, oder?
Ich habe da so 'ne... nennen wir es mal "unpopuläre Meinung": Vielleicht übertreiben wir's manchmal mit dem Kontext. Ja, ich weiß, blasphemisch! Aber hört mir zu. Klar, zu wissen, dass Napoleon ein kleiner Mann mit großem Ego war (ich sag's nur!), ist irgendwie cool. Es gibt der Geschichte Farbe. Aber muss ich wirklich jede Entscheidung von ihm im Lichte der französischen Revolution, des Code Civil und seiner komplizierten Beziehung zu Josephine betrachten? Puh!
Der Kontext-Overkill
Stell dir vor, du guckst einen Film. Sagen wir, "Zurück in die Zukunft". Mega-Film! Aber jetzt kommt der Dozent und erklärt dir jede popkulturelle Referenz der 80er, die politische Lage in den USA unter Reagan und die damaligen Ängste vor Atomkrieg. Versteht man den Film dann besser? Vielleicht. Macht es mehr Spaß? Ich bezweifle es.
Must Read
Es ist, als würde man versuchen, einen Burger zu essen, aber vorher muss man die gesamte Familiengeschichte der Kuh kennen. Inklusive ihrer bevorzugten Grasart. Appetitlich? Eher nicht.
Wir werden bombardiert mit Kontext! "Du musst das im Kontext sehen!" heißt es dann. Ja, schon klar. Aber manchmal möchte ich einfach nur die Fakten, die lustigen Anekdoten, die Intrigen und Skandale. Ich will, dass Geschichte wie 'ne gute Soap ist, und nicht wie 'ne Doktorarbeit.

Ein bisschen Kontext reicht... vielleicht?
Okay, okay. Ich bin ja nicht komplett verrückt. Ein bisschen Kontext ist schon wichtig. Zu verstehen, dass Karl der Große nicht einfach nur ein Typ mit 'nem komischen Namen war, sondern dass seine Zeit eben anders tickte als unsere. Klar. Dass das Mittelalter nicht nur finster und blöd war. Check. Aber muss ich alles wissen?
Ich finde, man sollte Geschichte so lernen, dass sie Spaß macht. Dass sie einen inspiriert. Und manchmal erstickt zu viel Kontext einfach die Inspiration. Es ist wie bei einem guten Witz: Wenn man ihn zu Tode erklärt, ist er nicht mehr lustig.

Vielleicht ist es auch einfach so, dass wir in einer Zeit leben, in der alles sofort kontextualisiert werden muss. Irgendwie verständlich, aber auch ein bisschen anstrengend. Kann man nicht einfach mal sagen: "Ey, das war cool/doof/unglaublich!" ohne gleich 'ne Abhandlung über die sozioökonomischen Bedingungen zu schreiben?
Mein Appell an die Geschichtslehrer
Liebe Geschichtslehrer (und -lehrerinnen!), ich verehre eure Arbeit! Aber bitte, bitte, nehmt mir nicht den Spaß an der Geschichte. Gebt mir die juicy details, die Skandale, die Helden und Schurken. Und wenn der Kontext wichtig ist, dann verpackt ihn bitte so, dass er nicht wie 'ne Matheaufgabe rüberkommt. Macht Geschichte wieder zum Entertainment!

Ich bin bereit, ein bisschen Kontext zu akzeptieren. Aber bitte nicht zu viel. Ich will Geschichte erleben, nicht sezieren. Und wenn Kleopatra mit Mark Anton Schluss gemacht hat, dann will ich wissen, warum! War es wegen ihrer neuen Sandalen? Oder weil er schon wieder zu lange mit Caesar abgehangen hat? Sagt es mir! Aber bitte ohne 500 Seiten Hintergrundinformationen zur römischen Innenpolitik.
Am Ende ist es doch so: Geschichte ist voller spannender Geschichten. Und die wollen erzählt werden. Mit oder ohne Kontext. Hauptsache, sie sind gut.
So, und jetzt gehe ich mir 'nen Burger holen. Ohne vorher die Familiengeschichte der Kuh zu recherchieren.
