Einem Geschenkten Gaul Schaut Man Nicht Ins Maul Türkisch

Wisst ihr, es gibt so Sprichwörter, die klingen ein bisschen komisch, wenn man sie wörtlich nimmt. Aber dahinter steckt oft eine super schlaue Weisheit. Heute schnappen wir uns so einen Kandidaten vor: „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“. Und wir gucken uns das türkische Pendant dazu an, denn da wird's erst richtig lustig! (Versprochen!).
Was bedeutet das denn überhaupt?
Stellt euch vor: Tante Erna schenkt euch ein Fahrrad. Ein nagelneues, quietschgelbes Mountainbike, obwohl ihr eigentlich total auf Retro-Rennräder steht. Würdet ihr jetzt anfangen, das Fahrrad bis ins kleinste Detail zu kritisieren? Die Schaltung ist nicht perfekt, die Reifen sind vielleicht nicht eure Marke, und gelb?! Naja... eben! Genau da kommt das Sprichwort ins Spiel.
„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ bedeutet, dass man Geschenke nicht schlechtreden oder allzu kritisch beäugen sollte. Man soll sich einfach freuen und dankbar sein. Es ist ein Zeichen von Respekt gegenüber dem Schenker und eine Anerkennung seiner Geste. Stell dir vor, wie traurig Tante Erna wäre, wenn du ihr das Fahrrad gleich zerpflückst!
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Warum gerade ein Gaul?
Das Wort „Gaul“ ist einfach ein altmodischer Begriff für ein Pferd. Früher waren Pferde super wertvoll, Arbeitstiere und Statussymbol in einem. Ein geschenktes Pferd war also ein echter Glücksfall! Und das Maul des Pferdes zu untersuchen, diente dazu, sein Alter und seinen Zustand zu beurteilen. Man hat also geschaut, ob das Pferd auch wirklich was taugt. Aber wenn es geschenkt ist, dann ist es doch egal, ob es schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, oder?
Die türkische Variante: Noch bildhafter!
Jetzt wird’s spannend! Im Türkischen sagt man: "Atın ölümü arpadan olsun". Und was bedeutet das? Achtung, festhalten: „Soll das Pferd lieber an der Gerste sterben!“

Hä? Was hat das jetzt mit Geschenken zu tun? Nun, die Erklärung ist genial: Stell dir vor, jemand schenkt dir ein Pferd. Du fütterst es mit der besten Gerste, dem teuersten Futter überhaupt. Das Pferd frisst und frisst und irgendwann… tja… ist es vielleicht zu viel und das Pferd stirbt daran. Trotzdem war es ein tolles Geschenk und es wurde gut behandelt! Die türkische Version ist also noch ein bisschen dramatischer, aber die Botschaft ist die gleiche: Freu dich über das Geschenk, auch wenn es nicht perfekt ist oder vielleicht sogar ein bisschen „kaputt“ geht.
Versteht ihr, worauf ich hinaus will? Es geht um die Geste, die dahintersteckt! Jemand hat sich Gedanken gemacht, Zeit investiert und dir eine Freude machen wollen. Ob das Geschenk jetzt deinen Geschmack trifft oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle.

Alltags-Beispiele, die jeder kennt:
- Oma strickt dir einen Pulli, der drei Nummern zu groß ist und in einem Farbton, den du nur als "unglücklich" bezeichnen würdest? Zieh ihn an, wenn du Oma besuchst und freu dich über ihre Mühe!
- Dein Arbeitskollege schenkt dir eine Tasse mit einem Spruch, den du total kitschig findest? Stell sie auf deinen Schreibtisch und lächle, wenn du sie siehst.
- Dein Partner überrascht dich mit einem Blumenstrauß, obwohl du eigentlich Pflanzen im Topf lieber magst? Genieße die Farben und den Duft!
Die Moral von der Geschicht‘
Lasst uns alle ein bisschen entspannter mit Geschenken umgehen. Nicht jedes Präsent muss perfekt sein, um Freude zu bereiten. Und denkt dran: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul – beziehungsweise, das Pferd soll lieber an der Gerste sterben! Hauptsache, wir sind dankbar und wertschätzen die Mühe, die sich jemand für uns gemacht hat. Und wer weiß, vielleicht lernen wir ja sogar, den kitschigen Pulli, die komische Tasse oder den Strauß Schnittblumen zu lieben. Denn am Ende geht es ja nicht um den Gegenstand, sondern um die Liebe und Wertschätzung, die damit verbunden sind. In diesem Sinne: Schenkt und freut euch!
Und noch ein kleiner Tipp: Wenn euch wirklich mal ein geschenktes Pferd vor die Tür gestellt wird, dann schaut es vielleicht doch mal kurz an, ob es gesund ist. Nur so zur Sicherheit. 😉
