Die Kraft Der Worte Bei Adhs

Okay, hört mal zu. Ich habe eine ziemlich gewagte Theorie. Und sie betrifft uns ADHS-Chaoten. Es geht um die Macht der Worte. Aber nicht so, wie ihr denkt.
Ich behaupte nämlich: Bestimmte Wörter sind für ADHS-Menschen einfach gefährlicher als für andere. Ja, richtig gelesen. Gefährlich. Und ich rede nicht von Schimpfwörtern. Eher von so unauffälligen Kandidaten wie "später" oder "gleich".
"Später": Der Totengräber der Produktivität
Mal ehrlich, wer von uns kennt das nicht? Wir nehmen uns fest vor, etwas zu erledigen. Die Steuererklärung. Den Abwasch. Das Staubwischen, das schon fast unter Denkmalschutz steht. Und dann kommt dieses kleine, verlockende Wörtchen: "Später."
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"Ach, das mache ich später." Klingt harmlos, oder? Falsch! Für uns ADHS-Köpfe ist "später" ein absoluter Super-Schurke. Es ist wie ein schwarzes Loch, das alle guten Vorsätze und jegliche Motivation einfach verschluckt. Und was bleibt? Ein Berg unerledigter Aufgaben und ein schlechtes Gewissen, das lauter schreit als ein Presslufthammer.
Ich behaupte, wir sollten "später" komplett aus unserem Wortschatz streichen. Verbannen! Ächten! Ersetzen durch: "Jetzt." Oder "In fünf Minuten." Oder notfalls: "Nie wieder." (Okay, vielleicht nicht "nie wieder." Aber ihr versteht, was ich meine.)

"Gleich": Der heimliche Saboteur
Und dann wäre da noch "gleich." Ähnlich gefährlich wie "später." "Ich mache das gleich." Nur wann ist "gleich"? In fünf Minuten? In einer Stunde? In einem anderen Leben?
Für jemanden mit ADHS ist "gleich" eine Einladung zur Prokrastination. Eine Lizenz zum Aufschieben. Eine Generalvollmacht, um sich von der erstbesten Ablenkung kidnappen zu lassen. Ein Eichhörnchen, das plötzlich wichtiger ist als die Präsentation für den Chef.

Wir brauchen konkrete Zeitangaben! "Gleich" muss ersetzt werden durch: "In zehn Minuten, nachdem ich dieses eine YouTube-Video zu Ende geschaut habe." Oder: "In einer halben Stunde, nachdem ich meinen Kaffee getrunken und die Nachrichten gecheckt habe." Ehrlichkeit währt am längsten. Und hilft uns, den inneren Schweinehund zu überwinden.
"Vielleicht": Der Meister der Unverbindlichkeit
Okay, ich geb's zu. Ich hasse "vielleicht". Nicht nur, weil es ein Zeichen für Unentschlossenheit ist, sondern weil es für Menschen mit ADHS eine gefährliche Falle sein kann. Wir lieben Optionen! Wir jonglieren gerne mit 17 verschiedenen Ideen gleichzeitig. "Vielleicht" ist wie ein offenes Tor für noch mehr Ideen, noch mehr Ablenkung, noch mehr... Chaos!

"Vielleicht" ist der Tod der Entscheidungsfindung.
Wir müssen lernen, uns zu entscheiden. Ja oder Nein. Schwarz oder Weiß. Katze oder Hund (okay, das ist eine schwere Entscheidung, aber trotzdem!). "Vielleicht" ist einfach keine Option. Es hält uns gefangen in einem endlosen Strudel von Möglichkeiten und verhindert, dass wir jemals etwas wirklich zu Ende bringen.

Ich weiß, ich weiß. Das klingt alles ein bisschen radikal. Aber ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir lernen, unsere Sprache bewusster einzusetzen, können wir unsere ADHS-Symptome besser in den Griff bekommen. Wir können produktiver sein. Weniger gestresst. Und vielleicht sogar ein bisschen glücklicher.
Also, was sagt ihr? Seid ihr bereit, mit mir zusammen den Krieg gegen "später", "gleich" und "vielleicht" zu erklären? Wer ist dabei?
Ich jedenfalls bin dabei! – (Euer ADHS-Krieger)
