Der Fuchs Und Der Rabe Lessing

Wisst ihr, manchmal im Leben, da ist man so richtig stolz auf sich. Man hat was Tolles, vielleicht ein superleckeres Stück Käse (ja, Käse!), und man fühlt sich einfach unschlagbar. Aber dann kommt irgendwer daher und pustet dein ganzes Luftschloss mit einem einzigen, süßen Kompliment weg! Und genau darum geht's in Lessings Fabel "Der Fuchs und der Rabe".
Ein Käse, so golden wie die Sonne
Stellt euch vor: Ein Rabe, pechschwarz und glänzend, sitzt auf einem Baum. In seinem Schnabel hält er ein Stück Käse. Nicht irgendeinen Käse, nein! Einen Käse, der so golden leuchtet wie die Sonne an einem perfekten Sommertag. Ein Käse, dessen Duft so verlockend ist, dass er einem fast die Sprache verschlägt. Der Rabe ist stolz. Er hat den Käse ergattert und fühlt sich wie der König des Waldes.
"Oh, was für ein glücklicher Vogel bist du!", dachte der Rabe wahrscheinlich.
Aber da, am Fuße des Baumes, schleicht ein Fuchs entlang. Nicht irgendein Fuchs, nein! Ein Fuchs, der so schlau ist, dass er Schach mit Eichhörnchen spielen könnte und immer gewinnen würde. Ein Fuchs, der so hungrig ist, dass sein Magen schon die wildesten Fantasien von Käsegebirgen träumt. Und dieser Fuchs sieht den Raben mit seinem Käse.
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Schleim pur: Die Komplimente des Fuchses
Jetzt kommt der Knackpunkt. Der Fuchs, der gerissene Schmeichler, weiß genau, wie er an den Käse kommen kann. Er beginnt, den Raben mit Komplimenten zu überschütten. Nicht einfach nur so dahin gesagt, nein! Er übertreibt maßlos, bis es schon fast weh tut.
"Oh, Rabe!", ruft der Fuchs. "Was bist du für ein prächtiger Vogel! Dein Gefieder glänzt wie tausend Sterne!"
Der Rabe, der noch nie so überschwänglich gelobt wurde, wird ganz rot (oder schwarz?) vor Verlegenheit. Er räuspert sich und versucht, cool zu bleiben. Aber der Fuchs lässt nicht locker.

"Und deine Augen!", fährt der Fuchs fort. "So strahlend und intelligent! Ich bin sicher, du hast die schönste Stimme von allen Vögeln!"
Da ist es um den Raben geschehen. Die Eitelkeit hat ihn gepackt. Er will unbedingt beweisen, dass der Fuchs Recht hat. Er öffnet seinen Schnabel, um ein lautes "Krah!" von sich zu geben. Und was passiert?
Der Käse fällt!
Genau! Der Käse fällt aus seinem Schnabel direkt in den Rachen des Fuchses. Der Fuchs schnappt ihn gierig und grinst dem verdutzten Raben höhnisch ins Gesicht.

"Vielen Dank für das Konzert und den Imbiss!", sagt der Fuchs wahrscheinlich, bevor er sich mit seiner Beute davonmacht. Der Rabe sitzt allein auf dem Baum und fühlt sich dumm, betrogen und einfach nur leer.
Die Moral von der Geschicht': Sei nicht so eitel!
Was lernen wir daraus? Sei nicht zu eitel! Lass dich nicht von Schmeicheleien blenden. Klar, es tut gut, gelobt zu werden. Aber wenn jemand anfängt, maßlos zu übertreiben, solltest du hellhörig werden. Vielleicht hat diese Person etwas im Schilde.

Denk an den Raben und seinen Käse. Hätte er einfach seinen Schnabel gehalten und sich nicht von der Eitelkeit verführen lassen, hätte er den leckeren Käse behalten können. Aber er wollte unbedingt zeigen, wie toll er ist, und hat dabei alles verloren.
Also, das nächste Mal, wenn dir jemand Honig ums Maul schmiert, denk an den Fuchs und den Raben. Nimm das Kompliment zur Kenntnis, aber behalte deinen Käse (oder was auch immer du gerade hast) fest im Griff. Und denk daran: Ein bisschen Selbstironie ist oft besser als zu viel Selbstbeweihräucherung!
