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Dem Landesvater Seine Göttinger Sieben


Dem Landesvater Seine Göttinger Sieben

Die Geschichte der "Göttinger Sieben" ist ein faszinierendes Kapitel deutscher Geschichte, das eng mit dem politischen und gesellschaftlichen Klima des Vormärz, der Zeit vor der Märzrevolution von 1848, verbunden ist. Sie handelt von sieben Professoren der Universität Göttingen, die 1837 ihren Protest gegen die Aufhebung der liberalen Verfassung des Königreichs Hannover durch König Ernst August I. zum Ausdruck brachten. Ihr mutiger Akt des Widerstands machte sie zu Symbolfiguren für bürgerliche Freiheit und Rechtsstaatlichkeit und hallt bis heute in der deutschen Erinnerungskultur nach.

Der Hintergrund: Verfassungskonflikt in Hannover

Der Kern des Konflikts lag in der Frage der Verfassung. Das Königreich Hannover hatte 1833 eine relativ liberale Verfassung erhalten, die dem Volk gewisse Rechte einräumte und die Macht des Königs einschränkte. Diese Verfassung war von König Wilhelm IV. erlassen worden. Als Wilhelm IV. jedoch 1837 starb, folgte ihm sein Bruder Ernst August I., Herzog von Cumberland, auf den Thron. Ernst August war ein ausgesprochen konservativer Herrscher, der mit den liberalen Tendenzen seiner Zeit nichts anfangen konnte. Er sah in der Verfassung von 1833 eine Bedrohung seiner königlichen Autorität und beschloss, sie kurzerhand aufzuheben.

Diese Aufhebung der Verfassung löste in der Bevölkerung Hannovers und insbesondere an der Universität Göttingen große Empörung aus. Die Verfassung galt als wichtiger Fortschritt auf dem Weg zu mehr politischer Mitbestimmung und Rechtsstaatlichkeit. Die Rückkehr zum Absolutismus wurde als ein schwerer Rückschritt empfunden.

Die Göttinger Sieben: Wer waren sie?

Die "Göttinger Sieben" waren sieben Professoren der Universität Göttingen, die sich gegen die Aufhebung der Verfassung aussprachen. Sie waren:

  • Wilhelm Eduard Albrecht (Staatsrecht)
  • Friedrich Christoph Dahlmann (Geschichte und Politik)
  • Heinrich Ewald (Orientalistik und Theologie)
  • Georg Gottfried Gervinus (Literaturgeschichte)
  • Jacob Grimm (Germanistik)
  • Wilhelm Grimm (Germanistik)
  • Wilhelm Weber (Physik)

Es ist wichtig zu betonen, dass die sieben Professoren keine homogene Gruppe darstellten. Sie hatten unterschiedliche politische Überzeugungen und Motive für ihren Protest. Einige, wie Dahlmann, waren überzeugte Liberale, während andere, wie die Gebrüder Grimm, vor allem die Rechtsstaatlichkeit verteidigen wollten. Gemeinsam war ihnen jedoch die Überzeugung, dass die Aufhebung der Verfassung einen Rechtsbruch darstellte und nicht hingenommen werden konnte.

Göttinger Sieben - Hannover entdecken
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Der Protest und seine Folgen

Die sieben Professoren verfassten eine Protestnote, in der sie die Aufhebung der Verfassung als unrechtmäßig anprangerten und ihren Eid auf die Verfassung für weiterhin bindend erklärten. Sie weigerten sich, den neuen König anzuerkennen und leisteten keinen Treueeid. Dieser Akt des Widerstands war ein offener Affront gegen die königliche Autorität.

Die Reaktion von König Ernst August I. erfolgte prompt und hart. Drei der Professoren – Dahlmann, Jacob Grimm und Gervinus – wurden umgehend entlassen und des Landes verwiesen. Die übrigen vier wurden suspendiert und später ebenfalls entlassen. Die Entlassung der "Göttinger Sieben" löste in ganz Deutschland und darüber hinaus großes Aufsehen aus. Sie wurden zu Symbolfiguren des Widerstands gegen die Restauration und für die Verteidigung bürgerlicher Freiheiten.

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Die Bedeutung der Göttinger Sieben für die deutsche Geschichte

Die "Göttinger Sieben" spielten eine wichtige Rolle im Vormärz und trugen zur Politisierung der Bevölkerung bei. Ihr mutiger Protest inspirierte andere Intellektuelle und Bürger, sich für politische Reformen und eine Verfassung einzusetzen. Ihr Beispiel zeigte, dass auch Einzelne und kleine Gruppen einen Unterschied machen können, wenn sie für ihre Überzeugungen einstehen.

Die "Göttinger Sieben" waren nicht die einzigen, die Widerstand leisteten, aber ihr Fall erregte besondere Aufmerksamkeit, weil sie angesehene Professoren einer bedeutenden Universität waren. Ihre Entlassung verdeutlichte die Repression und Willkür des restaurativen Systems und trug dazu bei, die liberale und nationale Bewegung zu stärken.

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Das Erbe der Göttinger Sieben

Auch wenn die "Göttinger Sieben" ihre unmittelbaren Ziele nicht erreichten, so wirkte ihr Engagement langfristig nach. Ihr Beispiel hat Generationen von Menschen dazu inspiriert, für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie einzutreten. Ihr Vermächtnis ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur.

Die Geschichte der "Göttinger Sieben" erinnert uns daran, dass Freiheit und Rechtsstaatlichkeit keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder verteidigt werden müssen. Sie mahnt uns, Zivilcourage zu zeigen und für unsere Überzeugungen einzustehen, auch wenn es mit persönlichen Konsequenzen verbunden ist. Ihr Mut ist ein Ansporn für uns alle, uns für eine gerechtere und freiere Gesellschaft zu engagieren.

Göttinger Sieben - Hannover entdecken Die Göttinger Sieben — Denkmal "Dem Landesvater seine Göttinger Sieben" Die Bürgertugenden, die Verfassung und die Göttinger Sieben

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