Deine Nähe Tut Mir Weh

Hand aufs Herz: Kennt das jemand? Dieses Gefühl, wenn dir jemand eigentlich total am Herzen liegt, aber... seine bloße Nähe... irgendwie... anstrengend ist? Ja? Gut. Dann bin ich ja nicht allein mit meiner – ich gebe es zu – ziemlich unpopulären Meinung: Deine Nähe tut mir weh!
Klar, das klingt erstmal furchtbar dramatisch. Als ob ich gleich in Ohnmacht fallen würde, sobald Person X den Raum betritt. Aber so ist es natürlich nicht. Eher so, als ob jemand ganz leise, aber unaufhörlich an meinem Nervenkostüm zupft.
Es gibt Menschen, die sind wie ein warmes Bad. Entspannend, beruhigend, einfach nur wohltuend. Und dann gibt es eben... die Anderen. Die, bei denen ich innerlich schon gähnend auf der Couch liege, bevor sie überhaupt "Hallo" gesagt haben.
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Nein, ich unterstelle hier niemandem böse Absichten. Absolut nicht! Oft sind es ja gerade die liebsten Menschen, bei denen das passiert. Die Mama, die immer genau weiß, was "richtig" ist. Der beste Freund, der jede Unterhaltung in ein endloses Monolog verwandelt. Die Kollegin, die jede noch so kleine Aufgabe zu einem riesigen Drama aufbläst.
Sie sind nicht böse. Sie sind einfach... intensiv. Energie-intensiv. Und manchmal, ganz ehrlich, habe ich einfach keine Energie übrig. Kennt ihr das?

Ich schweife ab. Zurück zum Thema "Deine Nähe tut mir weh". Ich meine das wirklich nicht böse. Ich liebe dich trotzdem! (Meistens zumindest.) Aber manchmal brauche ich einfach meinen Raum. Meine Ruhe. Meinen Frieden.
Vielleicht liegt es an meinem Sternzeichen. Vielleicht bin ich einfach nur ein Eigenbrötler. Vielleicht bin ich einfach nur ein schlechter Mensch. Wer weiß?
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Aber wie sage ich das jemandem? "Hey, ich mag dich total, aber deine Anwesenheit ist für mich wie das Geräusch von Fingernägeln auf einer Tafel?" Nicht so elegant, oder?

Also versuche ich es mit subtilen Hinweisen. Ich bin plötzlich wahnsinnig beschäftigt. Ich muss dringend noch etwas erledigen. Ich habe einen wichtigen Anruf erwartet. Ich bin überzeugt, ich habe noch ein Bügeleisen laufen lassen. Die Klassiker eben.
Und wenn das alles nicht hilft? Dann bleibt nur noch die Flucht nach vorn. "Ich bin gerade etwas überfordert, könntest du mir bitte etwas Zeit geben?" Klingt doch schon viel freundlicher, oder?

Natürlich funktioniert das nicht immer. Manche Menschen sind einfach resistent gegen subtile Hinweise. Die ignorieren einfach alles und kleben wie Kletten an einem fest.
Was dann? Nun, dann hilft nur noch ein tiefer Atemzug und der Versuch, das Beste daraus zu machen. Vielleicht lerne ich ja etwas dabei. Vielleicht werde ich ja widerstandsfähiger. Vielleicht werde ich ja einfach nur wahnsinnig.
Oder vielleicht... vielleicht sollte ich einfach lernen, meine Grenzen besser zu setzen. Vielleicht ist das Problem ja gar nicht Deine Nähe, sondern meine Unfähigkeit, "Nein" zu sagen. Hmmm...

"Die Hölle, das sind die Anderen." - Jean-Paul Sartre
Klingt dramatisch, ist aber vielleicht doch etwas Wahres dran. Vor allem, wenn diese Anderen einem unaufhörlich auf die Nerven gehen.
Also, falls du dich jetzt angesprochen fühlst: Keine Panik! Ich mag dich trotzdem! Vielleicht. Meistens. Aber manchmal... tut deine Nähe eben einfach ein bisschen weh. Verzeih mir!
Und jetzt brauche ich dringend einen Kaffee. Allein. In Ruhe. Ohne jegliche störende Nähe. Danke.
